Como spielte, als sei es seit Jahren dabei – und Leipzig, als sei es zum ersten Mal da | OneFootball

Como spielte, als sei es seit Jahren dabei – und Leipzig, als sei es zum ersten Mal da | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: 90PLUS

90PLUS

·14. September 2026

Como spielte, als sei es seit Jahren dabei – und Leipzig, als sei es zum ersten Mal da

Artikelbild:Como spielte, als sei es seit Jahren dabei – und Leipzig, als sei es zum ersten Mal da

Como. Cesc Fàbregas applaudierte nach wenigen Minuten. Nicht nach einem Tor – das kam erst in der 15. –, sondern nach einer Ballstafette seiner Mannschaft, die aussah, als hätte Como 1907 Champions League schon immer gespielt. Es war das erste Spiel der Vereinsgeschichte in diesem Wettbewerb. Es endete 4:1 gegen RB Leipzig, im ausverkauften Stadio Giuseppe Sinigaglia, vor 11.000 Zuschauern, mit einem Bundesligisten, der laut Sportschau „einen gebrauchten Abend erwischte“ und laut RB-Fans „Schiffbruch mit Ansage“ erlitt.

Wie Como das Spiel gewann

Die Namen, die man sich merken muss, sind Nico Paz und Martin Baturina. Baturina, im Sommer aus Zagreb gekommen, traf nach 15 Minuten zum ersten Champions-League-Tor der Vereinsgeschichte und bereitete das zweite vor: Anastasios Douvikas, 38. Minute, 2:0 zur Pause. Nach dem Wiederanpfiff spielte Paz einen Steilpass, Assane Diao lief in die Tiefe und schoss ins lange Eck – 3:0 nach 54 Minuten. Und in der 90. Minute, als Leipzig längst aufgegeben hatte, vollendete der eingewechselte Máximo Perrone einen Konter, wieder nach Paz.


OneFootball Videos


Es war genau das Spiel, das Como in der Vorsaison in der Serie A gespielt hatte: Ballbesitz, Dribblings, neun Kontertore – ein Team, so RB-Fans, das man sich „zum Champions-League-Auftakt nicht wünschen“ kann. Die BBC hatte Paz vor der Saison als Spieler zum Beobachten genannt, Fàbregas als Trainer, der Angebote ausgeschlagen hat, um dieses Projekt zu Ende zu bringen. Am Donnerstag sah man beides.

Was Leipzig versuchte

Martín Demichelis hatte nach dem 1:3 in Bremen eine Reaktion gefordert und umgestellt: 4-2-3-1, Nkunku auf der Zehn, Startelf-Debüts für Castello Lukeba, Andrija Maksimović und Marc Guiu, Bakayoko draußen. Die Sportschau sah in der ersten Halbzeit durchaus Leipziger Chancen, die an Torwart Butez oder „der eigenen Abschlussschwäche“ scheiterten. Was fehlte, war Zugriff: Como kam „überfallartig ins letzte Drittel“, Leipzig hatte keine Antwort auf das Tempo.

Der eine gute Moment gehörte Maksimović. In der 58. Minute, direkt nach dem 0:3, nahm der Serbe einen Pass von Nkunku an der Strafraumkante und schlenzte den Ball aus 17 Metern ins Tor – ein Treffer, den bundesliga.com „prächtig“ nannte. Demichelis wechselte dreifach, Assan Ouédraogo feierte sein Saisondebüt, Leipzig übernahm den Ball. Como zog sich zurück und ließ nichts mehr zu. Baku verzog in der 81. Minute, Ouédraogo ebenfalls. RB „schien die Niederlage frühzeitig zu akzeptieren“, so die Sportschau. Dann kam Perrone.

Die Analyse, die schon vor dem Spiel geschrieben war

Das Fanportal RB-Fans hatte in seinem Vorbericht zwei Dinge hervorgehoben: Comos klaren Plan und Leipzigs Ausgangslage nach Bremen. Der Spielbericht danach fasste zusammen, was die Umstellungen bewirkt hatten: wenig, „weil die strukturellen Probleme dadurch nicht wirklich adressiert wurden“. Die Geschichte aus dem Weserstadion habe sich „nahtlos“ fortgesetzt. Und: „Vielleicht ist das der Punkt, der am meisten zu denken gibt.“

Es war das Spiel, das die Bild-Berichte über „kaum Kredit“ für Demichelis auslöste, Marcel Schäfers Statement erzwang und den HSV am Sonntag zum Endspiel machte. Das Endspiel ging 5:0 aus. Die Frage, ob Leipzig in der Champions League bestehen kann, hat es nicht beantwortet.

Was das für die Ligaphase heißt

Leipzig hatte in der Saison 2024/25 die Ligaphase ohne K.-o.-Runde beendet – das Szenario, das der Klub laut Sport1 „unbedingt vermeiden“ will. Nach einem Spieltag stehen null Punkte und ein Torverhältnis von 1:4. Das nächste Spiel ist am 13. Oktober, zu Hause gegen PSV Eindhoven. Bis dahin liegt eine Länderspielpause, in der Demichelis Zeit hat, das zu adressieren, was Como offengelegt hat: eine Defensive, die bei Tempo auseinanderfällt, und eine Offensive, die gegen tief stehende Gegner keine Lösungen findet.

Como dagegen hat seit Donnerstag das, was Fàbregas versprochen hatte: ein Champions-League-Tor, einen Champions-League-Sieg und einen Gegner, der vier Tage später noch über den Abend spricht. Für den kleinsten Klub des Wettbewerbs ist das kein Auftakt. Es ist eine Ankunft.

90PLUS Redaktion

Impressum des Publishers ansehen