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·3. Oktober 2026
„Dann gibt es irgendwann einen anderen Spieler, der die Chance hat, es besser zu machen“ – René Wagner über Skhiri, El Mala, Moore und van den Berg

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·3. Oktober 2026


Redaktion
3 Oktober, 2026
Wer spielt, wer nicht? Wo muss sich der FC noch verbessern? Und wie lange hält René Wagner an Spielern fest, wenn die erhoffte Entwicklung ausbleibt. Im zweiten Teil des großen Exklusiv-Interviews mit come-on-fc.com wieder Trainer bei den sportlichen Themen und einigen Personalien konkret.
René Wagner beobachtet seine Mannschaft
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Das Interview führten Matthias Wilhelm und Simon Bartsch für come-on-fc.com
In Teil 1 des Interviews mit René Wagner sprach der Coach mit come-on-fc.com über harte Entscheidungen und emotionale Momente.
René Wagner: Ganz, ganz oft. Das können Teilbereiche des Spiels sein, aber auch Trainingsinhalte und wie wir uns miteinander verhalten. Um in einem Umfeld langfristig Erfolg zu haben, müssen die Kultur und die Erwartungshaltung an jedem einzelnen Tag klar sein. Im Spiel wird es aber immer Phasen geben, in denen der Zufall übernimmt, in denen Sachen nicht wie geplant laufen, in denen das Ergebnis etwas verändert, in denen wir uns anpassen müssen und das Spiel anders aussieht, als man es sich gewünscht hat. Nach fünf Spielen kann ich da nur Teilbereiche, Teilphasen und Momente in Spielen nennen. Letzte Saison war das Leverkusen-Spiel fast schon so etwas wie eine Benchmark, wo ich sagen würde: So wollen wir spielen, da sind wir zu Hause.
René Wagner: Als Trainer musst du immer auf Nuancen reagieren. Du holst einen Spieler, mit dem du dich lange beschäftigt hast. Dann lernst du den Menschen kennen, arbeitest zusammen und plötzlich fallen Dir neue Dinge auf. Darauf gehen wir bei jedem Spieler in der täglichen Arbeit ein. Dabei achten wir darauf, dass niemand überfordert und in Phasen oder Situationen gebracht wird, in die er nicht gehört. Wir haben zum Beispiel auf der rechten Seite Alessio Castro-Montes und Sebastian Sebulonsen. Und natürlich muss sich die taktische Rolle leicht verändern, je nachdem, wer spielt. Wir haben einen sehr vielfältigen Kader – und viele Spieler, die uns viel Freude bereiten werden, wenn sie nur annähernd ihr Potenzial ausschöpfen werden.
René Wagner: Wir stellen an jedem Spieltag die Mannschaft aufs Feld, von der wir glauben, dass es die besten elf Spieler sind, die wir in dem Moment zur Verfügung haben. Ich persönlich bin ein Freund davon, einer Mannschaft eine gewisse Sicherheit zu geben. Trotzdem werde ich niemals versuchen, Spieler durchzuschleppen, nur um an meiner Stammelf festzuhalten. Jeder Spieler, der gerade nicht zu der Startelf gehört, muss das Gefühl haben, dass er in die Anfangsformation reinbrechen kann. Im Idealfall ist klar, dass jene elf Akteure am Wochenende spielen, die in dem Moment die elf besten Spieler sind und die beste Leistung zeigen. Und die Spieler 12 bis 16 sind gleichzeitig so knapp dran, dass sie von der Bank kommen, Gas geben und Impact haben. Viel Rotation ist eher etwas für Teams, die international spielen. Wenn ein Profi nach drei guten Spielen ein schlechteres gemacht hat, möchte ich ihm auch nicht direkt das Gefühl geben, er sei jetzt raus.
René Wagner: Ellyes ist ein Spieler, mit dem ich schon in meiner Zeit als Co-Trainer eng zusammengearbeitet habe. Alle im Verein haben sich gefreut, als er wieder hier war. Er arbeitet extrem hart. Er ist mir vor kurzem abends noch im Geißbockheim entgegengekommen, weil er gerade von einem Lauf zurückkam. Er ist ein Vollprofi und wir wussten, dass er unserer Mannschaft Stabilität, Halt und Struktur geben wird. Er bringt einfach eine Qualität mit, die unbestritten wichtig für uns sein wird. Auch in Frankfurt hat er sich so eingebracht: Denn egal, was passiert, er bringt immer seine Leistung.

René Wagner gibt im Training Anweisungen
René Wagner: Ellyes ist auf jeden Fall jemand, der Vertrauen braucht. Dadurch kann er vielleicht noch den einen oder anderen Prozentpunkt mehr rausholen. Wenn das am Ende der Hebel ist, um ihn dazu zu befähigen, Tore zu machen und zu assistieren, dann bin ich froh, dass wir den Hebel haben. Ich hätte mir für ihn aber genauso gewünscht, wenn es auch in Frankfurt so gelaufen wäre.
René Wagner: Wenn es darauf diese eine Antwort gäbe, müssten wir nicht darüber sprechen. Es ist ein Thema, mit dem wir nicht zufrieden sind, ganz klar. Wir arbeiten daran, der Mannschaft jede Woche im Training und in der Analyse Sicherheit zu geben, sodass sich die Abläufe verbessern und das Vertrauen zurückkommt.
René Wagner: Das ist absolut erfreulich. Bei den Daten, die wir bei Offensivstandards betrachten, sind wir in den Top 5 und tatsächlich auf einem guten Weg. Da fließen nicht nur die Tore ein. Es geht um Chancen, erwartbare Tore und Abschlüsse. Wir hätten schon einige Treffer nach Ecken erzielen können.
René Wagner: Innenverteidiger sind wie der Torhüter oft das letzte Glied in einer Fehlerkette. Sie sind natürlich diejenigen, die noch eingreifen können und dann vermeintlich den Fehler mit der größten Folge begehen. Beide Spieler stehen am Anfang ihrer Bundesliga-Karriere – und wir sind eine Mannschaft, die am Anfang ihrer Entwicklung steht. Wir erklären den Spielern, woran es lag und bewerten nicht blauäugig. Wir wollen, dass sie sich entwickeln. Und natürlich gibt es irgendwann eine Grenze, wo wir sagen: Wenn der Spieler sich nicht entwickelt, dann gibt es irgendwann einen anderen Spieler, der die Chance hat, es besser zu machen.
René Wagner: Wenn ich den Spieler nicht kennen würde und nicht wissen würde, was er in dem Moment gemeint hat, dann hätte ich ihn am nächsten Tag wahrscheinlich an die Wand genagelt (lacht). Das musste ich zum Glück nicht. Linton wollte damit ausdrücken, dass die Mannschaft es in diesen Phasen nicht geschafft hat, sich selbst wieder zusammenzurotten und zum Plan zurückzufinden. Es gibt solche Phasen in jedem Spiel und Fußball ist leider nicht Schach. Wenn eine neu formierte Mannschaft gemeinsam auf dem Platz steht, ist das normal. Meine Aufgabe ist es dann, den Jungs zu helfen. Es ist aber nicht so einfach, in unserem geilen Stadion einen Spieler an der gegenüberliegenden Seitenlinie zu erreichen und mit irgendwelchen Handbewegungen Anweisungen zu geben.
René Wagner: Aus Trainersicht ist es immer schöner, alle Spieler da zu haben. Wir freuen uns aber genauso, dass wir Spieler bei der Nationalmannschaft haben. Es ist ein Zeichen von Qualität. Paul und Isak sind zwei Spieler für die Zentrale. Mit Ellyes ist ein weiterer dazugekommen, der seine Position sicher hat, wenn er fit ist. Tom Krauß macht es bisher ebenfalls gut. Er liefert derzeit keinen Grund, ihn nicht aufzustellen.
René Wagner: Ich muss sagen, bei Reigan tat mir die Entscheidung richtig weh. Nicht, weil die Entscheidung so brutal schwer war. Sondern weil ich weiß, wie sich für ihn aktuell die Welt verändert. Er kommt hier nach Deutschland, er ist neu in der Mannschaft, er ist neu in einer Top-5-Liga. Er gibt jeden Tag Gas, kennt seine Themen, an denen er arbeiten muss. Gegen Stuttgart hat er gespielt, dann streiche ich ihn aus dem Kader. Das war bitter für ihn. Aber auch Reigan wird seine Spiele bekommen. Für Luca ist es natürlich auch nicht einfach und wir kennen seine Qualität. Er ist natürlich ein Spieler, der den Anspruch hat, immer im Kader zu stehen. Wenn man dann gegen einen Anspruch entscheiden muss, ist logischerweise das Gegenüber nicht glücklich.
René Wagner: Wir haben aktuell vier Innenverteidiger – davon spielen zwei. Joel war zuletzt derjenige, der die Position auf der Bank bekommen hat. Jetzt liegt es an Rav selbst: Er kennt die Gründe, warum er im Moment nicht zum Zug kommt, genauso kennt er aber auch die Mittel und Wege, wie er zurück in die Mannschaft finden kann.
René Wagner: Said ist ein junger Spieler mit einer brutalen Qualität. Er ist aber auch ein junger Spieler, der noch ganz viel lernen muss. Es ist sehr schwer für jemanden, der so eine kristallklare Unterschiedsfähigkeit hat, weil sich die Gegner inzwischen teilweise mit zwei Spielern dagegenstellen, um ihn zu verteidigen. Im Vergleich zur vergangenen Saison ist die Situation jetzt eine andere für ihn, er ist im zweiten Jahr, und damit verbunden sind neue Themen, an denen er arbeitet und mit denen er umgehen muss. Wir unterstützen ihn dabei, damit er hier beim FC sein Potentialmaximum erreichen wird.
René Wagner: Wir haben einfach offen und ehrlich darüber gesprochen, was wir hier von ihm erwarten. Natürlich waren wir auch sehr früh an ihm dran. Es hilft sicher, wenn man einen jungen Spieler früh überzeugt, dass er bei der Mannschaft den Unterschied machen kann. Wir haben ihm die Perspektive aufgezeigt, dass er hier Spielzeit sammeln kann, wenn er performt. Was letztlich den Ausschlag gegeben hat, kann ich nicht sagen, mit Sicherheit hat es auch geholfen, dass in seiner Muttersprache mit ihm sprechen konnte.
René Wagner: Auch da war es ein direkter, ehrlicher und klarer Umgang miteinander. Er weiß, was wir von ihm erwarten – und welche Schritte er hier gehen kann. Aus meiner Sicht schätzt er den offenen Austausch sehr und fordert ihn ein. Deshalb fühlt er sich wohl hier. Und er weiß natürlich auch, dass er hier Fußball spielt, wenn er seine Leistung bringt. Das ist das, was er am liebsten macht.







































