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·3. März 2026
"Das macht mich sauer": Koschinat fordert mehr Stabilität

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Erstmals in der Amtszeit von Uwe Koschinat hat Rot-Weiss Essen zwei Spiele verloren, auch generell zeigte der Trend in den letzten Wochen nach unten. Aus Sicht des 54-Jährigen liegt das jedoch nicht an der fehlenden Entwicklung, sondern an mangelnder Stabilität. Vor dem richtungsweisenden Spiel gegen Waldhof Mannheim (Mittwoch, 19 Uhr) machte Koschinat nun eine klare Ansage.
Er ist für seine reflektierte und selbstkritische Art bekannt, RWE-Coach Uwe Koschinat. Und genau so blickte er am Dienstag bei der Spieltags-Pressekonferenz auf die aktuelle Entwicklung bei Rot-Weiss Essen. Als er den Klub im Dezember 2024 übernommen hatte, sei die Situation "für zwei Parteien sehr, sehr richtungsweisend" gewesen. RWE stand auf einem Abstiegsplatz, und wenig habe darauf hingedeutet, "dass sich die Situation in einer hohen Geschwindigkeit verbessert". Auch für ihn persönlich sei klar gewesen, "dass mir dieser Step unbedingt gelingen sollte". So kam es auch, am Ende hielt RWE souverän die Klasse und war im Kalenderjahr 2025 sogar die erfolgreichste Mannschaft. Die schnelle Anerkennung habe ihn "emotional schon sehr mitgenommen", es sei "was Großes" gewesen und habe ihn "sehr stolz gemacht".
Gleichzeitig wisse er, "wie schnell es in die andere Richtung geht". Mit dem starken Jahr 2025 sei die Erwartungshaltung stark gestiegen. Manche sagten ihm: "'Hey Trainer, es ist doch so, so viel besser geworden'", andere meinten, "'in der Mannschaft steckt mehr'" oder er treffe "gerade nicht immer die richtigen Entscheidungen". Entscheidend sei für ihn jedoch die Zusammenarbeit, die aus seiner Sicht "wirklich außergewöhnlich gut" sei. Allerdings müsse man sich ankreiden lassen, "dass die Kontinuität des verhinderten Abstiegs in der Leistung nicht mehr so hoch ist, wie sie mal war". Das nehme er an: "Das lasse ich mir auch ankreiden."
Inhaltlich sieht Koschinat vor allem ein Problem: "Eine viel zu hohe Anzahl an Gegentoren fällt durch das Zentrum." Es sei "fast die einzige defensive Baustelle, die wir wirklich haben". Zu oft werde sein Team "sehr schnell im Zentrum überspielt", der Gegner komme "zu sehr klaren, einfachen Torgelegenheiten durch die Mitte". Deshalb brauche es "wieder eine ganz andere Verteidigungsmentalität, auch ein ganz anderes Bewusstsein auf dem Platz".
Konkret fordert er: "Der erste Faktor ist ganz klar, dass wir uns gegenseitig auf der letzten Linie und in der Position vor der Abwehr deutlich besser sichern müssen." Es dürfe "kein Faktor für den Gegner werden, aus einem Ballgewinn mit maximal zwei Pässen hinter unsere Abwehrlinie zu kommen". Zudem müsse man "viel, viel schneller in Situationen reagieren, in denen sich ein Ballbesitzwechsel anbahnt". Genau das sei in der 3. Liga entscheidend, "das müssen wir wieder zu unserer Domäne machen".
Dabei verweist Koschinat auf die Zeit nach seinem Amtsantritt. Die größte Veränderung sei damals die zentrale Stabilität gewesen. Man habe "nahezu keine Gegentore aus Ballbesitzwechseln durchs Zentrum bekommen". Zudem habe man Angriffe "deutlich stärker als in der Vorzeit über die Außenpositionen nach vorne getragen". Wenn nun von fehlender Entwicklung die Rede sei, entgegnet er: "Nein, was mir aktuell fehlt, ist Stabilität." Seine Mannschaften stünden für "defensive Organisation", "unfassbar schnelles Umschalten". Das sei der Spiegel seiner Arbeit. Dass man genau darüber wieder sprechen müsse, "macht mich sauer". Trotzdem betont er: Es gehe nicht um ihn, sondern allein um den sportlichen Erfolg von Rot-Weiss Essen.
Nach zwei Niederlagen in Folge ist RWE auf Platz sieben abgerutscht und liegt bereits vier Zähler hinter Rang 3. Um den Anschluss nicht zu verlieren, müssen gegen einen "sehr, sehr mutigen" und "spieldominanten Gegner" aus Mannheim am Mittwochabend drei Punkte her. Ansonsten könnte es auch für Koschinat eng werden. Personell kann der 54-Jährige fast aus dem Vollen schöpfen, nur Jakob Golz und Jannik Mause fallen weiterhin aus. Dennoch werde er "auf gar keinen Fall eine komplett veränderte Startelf ins Rennen schicken".


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