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·17. September 2026

„Das war unfassbar“: Baumann rechnet mit Nagelsmann ab

Artikelbild:„Das war unfassbar“: Baumann rechnet mit Nagelsmann ab

Sinsheim. Oliver Baumann hat knapp zwei Monate nach dem Ende der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 seinen Frust über die späte Ablösung als Nummer eins durch den damaligen Bundestrainer Julian Nagelsmann geäußert. Der 36-jährige Torwart der TSG Hoffenheim sprach nach dem 0:2 seiner Mannschaft zum Europa-League-Auftakt bei OFI Kreta bei „Nitro“ offen über die Umstände, die ihn im Sommer härter getroffen hätten als die jetzige Nichtnominierung durch Nagelsmanns Nachfolger Jürgen Klopp.

SINSHEIM, DEUTSCHLAND – 12. September 2026: Angelo Stiller vom VfB Stuttgart geht im Bundesliga-Spiel gegen die TSG Hoffenheim verletzt zu Boden und wird von Oliver Baumann untersucht. (Foto: Alex Grimm/Getty Images)


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Der Sommer-Schmerz sitzt tiefer

„Im Sommer tat deutlich mehr weh, wie das gelaufen ist. Das war unfassbar – auch nicht nur aus einer Richtung tatsächlich“, sagte Baumann. Was er mit der Formulierung „nicht nur aus einer Richtung“ genau meinte, ließ er offen. Es liegt nahe, dass er sowohl die sportliche Entscheidung als auch die Kommunikation rund um seinen Austausch kritisiert.

Baumann war unter Nagelsmann über die gesamte WM-Qualifikation hinweg die Nummer eins. Unmittelbar vor dem Turnier in den USA, Mexiko und Kanada holte Nagelsmann dann Manuel Neuer zurück. Neuer stand in allen vier WM-Partien bis zum Ausscheiden im Sechzehntelfinale gegen Paraguay im Tor und erklärte im Anschluss – nach 2024 zum zweiten Mal – seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft.

Besonders bitter für Baumann: Seine letzte starke Leistung im DFB-Trikot zeigte er wenige Tage vor Turnierbeginn in der Generalprobe gegen Gastgeber USA in Chicago (2:1). Nagelsmann hatte sich da aber bereits fest auf Neuer festgelegt.

Torhüter Oliver Baumann feiert den Treffer von Deniz Undav zum 1:0 für Deutschland im Freundschaftsspiel gegen Finnland am 31. Mai 2026 in der MEWA Arena in Mainz. (Alex Grimm / Getty Images Europe via Getty Images)

Klopps Neuanfang ohne Baumann

Der neue Bundestrainer Jürgen Klopp berief für seine ersten vier Nations-League-Spiele zwei 22-Mann-Kader – ohne Oliver Baumann. Stattdessen setzt Klopp auf Marc-André ter Stegen (34) als „momentane“ Nummer eins sowie auf Alexander Nübel (29), Finn Dahmen (28), Noah Atubolu (24) und Jonas Urbig (23).

Baumann reagierte professionell, aber deutlich: „Die Entscheidung muss ich akzeptieren. Die gefällt mir nicht, das ist klar. Sie schlagen einen anderen Weg ein, das muss ich akzeptieren und respektieren.“ Der Hoffenheim-Kapitän wusste bereits vor dem Bundesliga-Spiel gegen Stuttgart von Klopps Entscheidung und zeigte dort dennoch eine überzeugende Leistung.

Europa-League-Fehlstart als Rahmen

Die Aussprache fand nach einem ohnehin frustrierenden Abend statt. Hoffenheim verlor sein Europa-League-Eröffnungsspiel bei OFI Kreta mit 0:2, obwohl die TSG das Spiel dominierte und sich nach Baumanns Analyse „gefühlt alle paar Minuten“ Chancen erarbeitete. „Es ist ein Effizienz-Thema“, sagte der Torwart nüchtern. Sein Team habe das Spiel diktiert, sich aber nicht belohnt, während der Gegner aus jedem abgewehrten Ball neue Energie zog.

Baumann betonte, dass ihn der DFB-Rückschlag auf dem Platz nicht hemme. Er habe das Thema Nationalmannschaft vorerst abgehakt und richte den Fokus voll auf den Verein. 13 Länderspiele stehen in seiner Bilanz – alle unter Julian Nagelsmann bestritten.

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