come-on-fc.com
·14. September 2026
Der 1. FC Köln muss sich noch finden – Dabei werden wichtige Punkte schon längst verteilt: Ein Kommentar zum Duell gegen Werder Bremen

In partnership with
Yahoo sportscome-on-fc.com
·14. September 2026


Simon Bartsch
14 September, 2026
Die Ratlosigkeit nach den zwei unterschiedlichen Halbzeiten im Heimspiel gegen Werder Bremen kommunizierten die Akteure deutlich. Die Mannschaft sei noch in der Findungsphase, heißt es. Dass diese noch nicht abgeschlossen ist, liegt sicherlich auch an den spät zur Mannschaft gestoßenen Zugängen und der fehlenden Teilnahmean der Vorbereitung. Doch wieviel Zeit zur Findung kann sich der FC noch erlauben?
René Wagner vom 1. FC Köln
Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.



René Wagner ist keine Person der lauten Worte – wenn, dann zumindest sehr selten. Der Trainer kann dann und wann schon mal anders, auch aus der Haut fahren. Aber in aller Regel schlägt er die ruhigen Töne an. Auch deswegen wollten die FC-Verantwortlichen mit dem Coach weiter arbeiten, als die Kritik von Außen im Sommer doch nicht überhörbar war. Die Punkteausbeute alleine sprach zumindest nicht für den Coach. Wagner gilt als guter Kommunikator, der eine gute Verbindung in der Mannschaft voraussetzt. Es muss im Team stimmen, damit Erfolge eingefahren werden. Von „sozialem Leim“ sprach Wagner im Sommer, dass er alle abholen wolle. Nichts anderes bestätigten die Spieler auch seitdem und die ein oder andere Personalie wird in der Entscheidungsfindung sicherlich auch mit dem sozialen Gefüge im Team zusammen gehangen haben. Nach vier Punkten aus drei Spielen, insgesamt höchst unterschiedlichen Leistungen, ist sicherlich nicht der Zeitpunkt, das in Frage zu stellen.
Mehr zum Thema:>> Hat Linton Maina die Konkurrenz gebraucht?>> So begründet René Wagner die Kaderstreichungen
Am Samstagabend wurde das Thema Kommunikation eins, wenn auch auf anderer Ebene. So sprach etwa Linton Maina davon, dass man nicht so richtig wusste, was zu tun gewesen sei, obwohl Wagner immer wieder betont, den Akteuren den richtigen Plan mit an die Hand zu geben. De facto wirken die Kölner auf dem Platz dann ab und an planlos, mitunter ratlos. Es kann also tatsächlich irgendwo ein Kommunikationsproblem zwischen Sender und Empfänger geben. Möglicherweise sind die gesendeten Infos zu komplex, möglicherweise die empfangenen nicht einfach umzusetzen. Wagner erklärte am Samstag, dass es ja schon einige neue Spieler gäbe und man sich noch finden müsse. Nur darf dann durchaus die Frage erlaubt sein, ob der dritte Spieltag wirklich noch der richtige Zeitpunkt einer Findungsphase ist. Es wäre sicherlich vermessen, jetzt schon ein perfektes Ineinandergreifen der Zahnrädchen zu fordern. Selbst Vincent Kompany sagte erst in der vergangenen Woche inhaltlich, dass die Bayern noch an der Abstimmung arbeiten müssten.
Dennoch hatte man die gesamte Vorbereitung, vor allem im Trainingslager in Kitzbühel, das Gefühl, dass viel Provisorium beim FC mitschwang. Wagner und sein Team taten viel für das Gemeinsame, den sozialen Leim. Doch fehlte zu diesem Zeitpunkt noch ein Großteil der Mannschaft. Mit Ellyes Skhiri, Mikey Moore, aber auch Thijs Dallinga sind erst kurz vor Toreschluss Spieler dazugekommen, die durchaus für eine Startelf vorgesehen sind. Wichtige Bausteine des Kaders wurden also erst spät gefunden. Gerade Skhiri soll zudem eine Führungsrolle übernehmen – und ist dafür kurz vor Saisonstart geholt worden. Auch dort fehlen offenbar noch ein paar Prozent. Der Transfermarkt ist kein Wunschkonzert. Manchmal müssen die Sportchefs warten, um die gewünschte Qualität überhaupt bekommen zu können. Es macht keinen Sinn, im Juli den Plan B zu ziehen, nur damit dieser mit ins Trainingslager genommen wird, um den „sozialen Leim“ anzudicken.
Insofern ist es verständlich, dass sich der FC noch in einer Findungsphase befindet. Es ist dann vielleicht auch verständlich, dass die geforderte Fitness noch nicht bei 100 Prozent liegt, Krämpfe, muskuläre Probleme könnten so erklärbar sein. Dass die Mannschaft eigentlich auf einem guten Weg ist, hat die erste Hälfte gegen Bremen gezeigt. Genauso wie die zweite gezeigt hat, dass der Weg noch ein weiter ist. Nur sind nun die ersten Begegnungen schon gespielt und die Punkte lassen sich nicht mehr korrigieren. Das 1:1 gegen Bremen steht, also gegen einen Gegner, den viele Experten eher im unteren Tabellendrittel ansiedeln, gegen den man im Heimspiel drei Zähler hätte einfahren können, vielleicht müssen. Überspitzt gesagt hat man den Eindruck, dass die letzte Vorbereitungsphase für den ein oder anderen Spieler unter Wettbewerbsbedingungen stattfindet. Das ist ohne Frage ungünstig, aber auch unumgänglich, also jetzt nicht mehr abzuwenden.
Thomas Kessler und Co. scheinen sich im Sommer für die nötige Qualität und gegen eine komplett gemeinsame Vorbereitung entschieden zu haben. Ein spektakulärer Deadline Day kann den Kader stärken, er kann aber nicht die fehlenden Wochen einer gemeinsamen Vorbereitung ersetzen. Der Findungsprozess ist also auch eine Folge des Transfersommers. Nun muss Wagner schnell den richtigen Ton treffen und aus vielen Einzelteilen eine funktionierende Einheit formen. Dass dafür eine klare Kommunikation nötig und Wagner genau für diese Stärke verpflichtet wurde, klingt nach einer gewissen Logik.







































