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·4. März 2026

Der deutsche Fußball stellt sich neu auf: Das ändert sich ab 2026/27

Artikelbild:Der deutsche Fußball stellt sich neu auf: Das ändert sich ab 2026/27

Die DFL-Mitgliederversammlung vom gestrigen Dienstag hat einige Neuerungen auf den Weg gebracht und die getroffenen Beschlüsse werden den deutschen Fußball nachhaltig verändern. Wir werfen einen Blick auf die wichtigsten Entscheidungen und bevorstehenden Neuerungen für die Vereine aus der Bundesliga und 2. Bundesliga sowie den gesamten deutschen Fußball und seine Neuausrichtung ab kommenden Sommer.

DFL benennt sich um

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) wird sich ab Sommer in Bundesliga umbenennen. Ab der kommenden Spielzeit wird sie nicht mehr als DFL e.V., sondern als Bundesliga e.V. auftreten.Auch die DFL GmbH wird dann Bundesliga GmbH heißen. Damit passt sie sich dem Wettbewerb an, um den es letztlich geht. Eine etwaige Änderung der Bundesliga Logos würde dies aber nicht mit sich bringen. "Wie bereits von 2000 bis 2017 wird die Wort-Bild-Marke Bundesliga künftig wieder Dachmarke für den Ligaverband und die Liga-Organisation", heißt es in einer offiziellen Mitteilung. Nachdem sich bereits zuvor Präsidium und Aufsichtsrat der DFL einstimmig für diese Änderung ausgesprochen hatten, zog die Mitgliederversammlung der Vereine nach und machte die Umbenennung fix.


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Die Bundesliga soll noch besser aufgestellt werden | picture alliance/GettyImages

Hauptgründe für die Umbenennung seien demnach offenbar die nun strukturelle Einheit des deutschen Fußballs, eine einheitliche Benennung des Wettbewerbs mit Ligaverband und Liga-Organisation und zudem solle sich dieser Schritt auch in der globalen Vermarktung auszahlen.

DFL-Versammlung beschließt Kostendeckel

Die DFL-Mitgliederversammlung beschloss außerdem, eine Kaderkostenregel einzuführen. Demnach darf der Lizenzspieleretat der 36 Profivereine der beiden höchsten Spielklassen in Deutschland in Zukunft die Marke von 70 Prozent der relevanten Einnahmen nicht mehr übersteigen, um Extremfälle in puncto Finanzen auszuschließen und "im Sinne eines vitalen Wettbewerbs temporär Spielräume für höhere Kaderinvestitionen von finanziell gesunden Klubs ermöglicht werden, die nicht an den internationalen Wettbewerben teilnehmen".Dafür sprachen sich offenbar alle beteiligten Vereine einstimmig aus. Auch diese Neuerung solle demnach bereits zur kommenden Spielzeit 2026/27 eingeführt werden, allerdings würden etwaige Verstöße noch mit einer milden Hand sanktioniert werden, um dem Prozess innerhalb der Vereine noch etwas Anlaufzeit zu ermöglichen. Ziel dieses bedeutenden Schrittes sei demnach "die finanzielle Stabilität der Klubs, Muttervereine und damit des gesamten Ligaverbands langfristig und nachhaltig zu sichern", wie es in der Mitteilung heißt.

"Mit der neuen Monitoringordnung und der Einführung der Kaderkostenregel geht die DFL einen wichtigen und für alle Klubs sinnvollen Schritt zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit und Finanzstabilität in den Lizenzligen."DFL-Geschäftsführer Marc Lenz

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Es wird eine Kostendeckelung in den Bundesligen eingeführt | picture alliance/GettyImages

In diesem Zuge wolle man die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Vereine im internationalen Vergleich aber keinesfalls schwächen. "Deutsche Profiklubs wirtschaften im internationalen Vergleich sehr rational. Dass es bislang nur selten zu Problemen mit den hohen Anforderungen der finanziellen Lizenzierungskriterien kam, unterstreicht den Erfolg des Systems und die Professionalität in den Bundesligen", so Liga-Boss Hans-Joachim Watzke. Er ergänzte aber: "Es ist zugleich notwendig, die Finanzregularien weiter zu schärfen."

DFL-Geschäftsführer Marc Lenz sieht eine gewinnbringende Entwicklung in dem Beschluss: "Mit der neuen Monitoringordnung und der Einführung der Kaderkostenregel geht die DFL einen wichtigen und für alle Klubs sinnvollen Schritt zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit und Finanzstabilität in den Lizenzligen", so Lenz. Und weiter: "Es handelt sich um eine der umfassendsten Weiterentwicklungen der nationalen Finanzregularien in der Geschichte des deutschen Profifußballs."

Talenteentwicklung im Fokus: DFL beschließt neue U21-Liga

Zur neuen Saison wird ebenfalls eine Talenteliga neu eingeführt. In einer offiziellen Mitteilung heißt es dazu: "Die Mitgliederversammlung der DFL hat heute ohne Gegenstimme beschlossen, zur Saison 2026/27 einen zusätzlichen U21-Wettbewerb für die Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga einzuführen."Bei dieser Neuerung handelt es sich um ein freiwilliges Zusatzangebot für alle Klubs der 1. und 2. Bundesliga, mit dem die Weiterentwicklung von Talenten durch reichlich Spielzeit vorangetrieben werden soll. "Ziel ist es, zentrale Entwicklungsschwerpunkte für den deutschen Profifußball zu identifizieren und entsprechende Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Als eine erste konkrete Maßnahme wird nun ein U21-Zusatzwettbewerb für den Übergangsbereich eingeführt", heißt es in der Mitteilung.

"Eine Top-Nachwuchsentwicklung ist ein wichtiger Faktor für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität der Bundesligen."DFL-Geschäftsführer Marc Lenz

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Talente deutscher Bundesligisten dürfen sich auf eine gewinnbringende Neuerung freuen | Jörg Schüler/GettyImages

Die DFL nannte in der Mitteilung zudem wie sich dieses neue U21-Angebot darstellen soll. In der Meldung heißt es wie folgt: "Der neue Wettbewerb ist als freiwilliges Zusatzangebot für alle Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga im Übergangsbereich konzipiert und ergänzt das bestehende Ligensystem, ohne dass zweite Mannschaften ausgegliedert werden. Die Teilnahme erfordert keine zusätzlichen Teams, sondern richtet sich an bereits vorhandene Spieler im Übergangsbereich der Altersklassen U17 bis U21. Pro Mannschaft dürfen zudem bis zu vier ältere Spieler eingesetzt werden, um sowohl junge Talente gezielt zu fördern als auch beispielsweise verletzten Spielern nach längeren Pausen die Rückkehr in den Spielbetrieb zu erleichtern." Ein bedeutender Schritt für die Vereine also, um den jeweiligen Nachwuchs näher an den Profifußball heran zu führen.

Auch zum Ablauf dieses neu geschaffenen Wettbewerbs gab die DFL detaillierte Infos bekannt: "Das Format sieht zwei eigenständige Serien im Liga-Modus vor, deren jeweils beste Mannschaften sich für ein Finalturnier qualifizieren. Durch flexible Kaderbenennung und variable Terminierung der Spiele im jeweiligen Zeitraum wird den Clubs ein hohes Maß an Flexibilität geboten. Zudem können die Spiele auf neutralen Plätzen ausgetragen werden, um finanzielle und zeitliche Belastungen möglichst gering zu halten. Die Partien finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, um den organisatorischen Aufwand zu minimieren. Für das Finalturnier im Sommer 2027 wird eine Austragung mit Zuschauern und medialer Vermarktung geprüft." Somit soll das Zusatzangebot die Vereine also nicht zusätzlich belasten, sondern den großen Mehrwert so einfach und unproblematisch ermöglichen und ins Zentrum der Neuerung stellen.

"Mit dem neuen U21-Zusatzwettbewerb schaffen wir kurzfristig eine zusätzliche Möglichkeit, Talenten mehr Einsatzzeit auf Wettbewerbsniveau zu bieten und ihre Ausbildungszeit gezielt zu verlängern."DFL-Geschäftsführer Marc Lenz

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Die deutsche Nachwuchsarbeit rückt stärker in den Fokus | Jörg Schüler/GettyImages

DFL-Geschäftsführer Marc Lenz zur neuen Talenteliga: "Eine Top-Nachwuchsentwicklung ist ein wichtiger Faktor für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität der Bundesligen. Allerdings sind die Ergebnisse im Nachwuchs- und Übergangsbereich in den vergangenen Jahren nicht ausreichend. Unzureichende Spielzeit für Talente ist einer der durch Experten und Kommissionen identifizierten Gründe. Mit dem neuen U21-Zusatzwettbewerb schaffen wir kurzfristig eine zusätzliche Möglichkeit, Talenten mehr Einsatzzeit auf Wettbewerbsniveau zu bieten und ihre Ausbildungszeit gezielt zu verlängern. Weitere Maßnahmen müssen und werden folgen.“ Eine hoffentlich gewinnbringende Neuerung für den gesamten deutschen Fußball.

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