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·20. September 2026
Der FC bestimmt das Spiel – der HSV die entscheidenden Momente

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Simon Bartsch
20 September, 2026
Vier Punkte stehen nach den ersten vier Spieltagen auf dem Konto der Geißböcke. Gerade gegen den HSV und Bremen wäre eigentlich mehr drin gewesen. Doch in beiden Fällen verloren die Kölner an unterschiedlichen Stellen die Kontrolle. Daran muss der FC nun ansetzen.
Marvin Schwäbe vom 1. FC Köln gegen den HSV (Foto: Selim Sudheimer / Getty Images)
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Die Enttäuschung war den Kölner Spielern ins Gesicht geschrieben. Abgekämpft verließen die Geißböcke den Rasen des Volksparkstadions. Abgekämpft und frustriert. Die Zahlen waren eindeutig. 70:30 Prozent Ballbesitz, 18:12 Torschüsse, 18:8 Dribblings, 550: 270 Pässe – selbst im xGoals-Wert lagen die Kölner am Samstagnachmittag vor dem HSV. Es gab tatsächlich nur sehr wenige Statistiken, die am Ende für die Nordlichter sprachen – doch es waren die entscheidenden. So wie die Statistik auf der Anzeigetafel, das 2:1 für die Mannschaft von Merlin Polzin. Der FC hatte viel für Punkte getan, aber wenig erreicht – keine. „Das tut brutal weh. Wir haben ein gutes Spiel gemacht und hatten die Möglichkeit zu gewinnen“, sagte René Wagner. Ob das Spiel der Kölner wirklich so gut war, steht auf einem anderen Blatt – doch der FC wurde zunächst zumindest seiner Favoritenrolle gerecht, übernahm die Kontrolle und hätte schon früh treffen können.
Mehr zum Thema>> Die Stimmen zum Spiel des 1. FC Köln beim HSV>> Der Spielbericht der bitteren 1:2-Niederlage des 1. FC Köln
Treffen müssen hätte Thijs Dallinga als er eine ziemlich perfekte Flanke komplett frei stehend auf Hamburgs Keeper Daniel Heuer Fernandes brachte. Der Torhüter parierte stark, doch war die Herausforderung nicht so groß, wie sie vielleicht auf den ersten Blick schien. Der Ball kam viel zu zentral, dafür aber mit zu wenig Druck. Zuvor hatten Mikey Moore und Said El Mala ebenfalls gute Möglichkeiten mit ähnlichem Ergebnis. „Wenn du in der ersten Halbzeit so dominant bist, dann musst du eigentlich auch ein Tor machen. Wenn du das machst, ändert sich auch das Spiel und die komplette Statik“, sagte Thomas Kessler. Die Statik veränderte sich aber nicht, weil der HSV den direkten Gegenzug und seine erste große Möglichkeit nutzte. Nach einer Ecke stieg Nicolas Capaldo am Höchsten und nickte erstaunlich ungestört ein. „Jeder, der die erste Hälfte gesehen hat, hat wohl nicht daran geglaubt, dass wir ohne Punkte nach Hause fahren. Dass wir dann kurz vor der Halbzeit dann so das Gegentor bekommen, das ist natürlich extrem bitter“, sagte Marvin Schwäbe. „Es ist ein Moment, der absolut bescheiden ist.“
Bescheiden für den FC, für den HSV war es genau der richtige. Und zur Freude des Sparschweins darf eine Floskel in diesem Moment einfach nicht fehlen: Der HSV erzielte den Treffer zum psychologisch günstigsten, der FC kassierte ihn zum psychologisch ungünstigsten Zeitpunkt. Tatsächlich gibt es über diese Weisheit zahlreiche Studien. Die meisten besagen im Großen und Ganzen, dass grundsätzlich jeder Gegentreffer zu einem ungünstigen Zeitpunkt fällt. Aber kurz vor oder kurz nach dem Seitenwechsel seien sie schon besonders bitter. Besonders bitter war für die Kölner aber nicht nur der Gegentreffer vor dem Halbzeitpfiff und auch nicht der zweite kurz nach dem Wiederanpfiff – besonders bitter war, dass der FC auch unmittelbar vor dem 0:2 eine besonders dicke Chance liegen ließ. Dieses Mal jagte Moore die Kugel aus elf Metern übers Tor – im Gegenzug machte es der eingewechselte Yussuf Poulsen besser: 2:0 – Stecker gezogen.
Unabhängig von günstig oder ungünstig waren beide Gegentore einfach nur schlecht. Denn der FC erholte sich nicht mehr, kam zu spät zum Anschlusstreffer, die Niederlage war besiegelt. „Unser Tor ist einfach zu spät gefallen. Wenn es eher fällt, dann haben wir ein anderes Spiel. Wir konnten uns nicht belohnen“, sagte der Kölner Coach. Möglicherweise liegt darin ein Arbeitsauftrag, von dem Thomas Kessler nach dem 1:2 sprach. Der FC wird nur in seltenen Fällen ein Spiel über weite Strecken kontrollieren – das muss er auch nicht. Er muss auch nicht jede Chance nutzen. Aber die Kölner müssen lernen, aus ihren guten Phasen mehr mitzunehmen und schlechte Phasen zu überstehen. Eine gute Phase ist keine Garantie für einen Treffer. Problematisch wird es allerdings, wenn auf der anderen Seite der Kontrollverlust teuer wird.
Marvin Schwäbe sprach später von einer „wellenförmigen Performance“. Wellen gehören zum Fußball dazu, sie werden nicht abzustellen sein – gerade nach einem Umbruch fallen sie wohl auch mehr ins Gewicht. Entscheidend wird sein, was an ihren höchsten und niedrigsten Punkten passiert. Denn da entscheiden sich die Begegnungen.















