REAL TOTAL
·18. Februar 2026
Der Tag danach: So reagieren Prestianni, Benfica und die UEFA

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·18. Februar 2026

Am Morgen nach dem Rassismus-Vorfall gibt es bisher weder Entschuldigungen noch Konsequenzen – Fotos: getty images, Social Media
Der Tag danach. Er bringt nicht wirklich etwas Positives. Denn nach dem offensichtlichen Rassismus-Skandal, bei dem Gianluca Prestianni mehrfach Vinícius Júnior rassistisch beleidigt haben soll, hat sich mittlerweile auch der vermeintliche Täter zu Wort gemeldet. Und ist sich „natürlich“ keiner Schuld bewusst. So schreibt er in einer Instagram-Story: „Ich möchte klarstellen, dass ich zu keinem Zeitpunkt rassistische Beleidigungen gegenüber Vinícius Júnior geäußert habe, der leider falsch verstanden hat, was er zu hören glaubte. Ich war niemals rassistisch gegenüber irgendjemandem und bedauere die Drohungen, die ich von Spielern von Real Madrid erhalten habe.“
instagram.com/gianlucaa_11
Also kein „fünf Mal ‚Affe‘“, so wie es Kylian Mbappé gehört haben will und entsprechend deutlich wurde nach Abpfiff? Prestianni fährt die Missverstanden-Schiene, so heißt es auch, dass er auf Nachfrage des Schiedsrichters erklärt haben soll, er habe eher „Hermano“ (abgekürzt oft „Mano“), also Bruder, statt „Mono“ (Affe), zu Vinícius gesagt. Und das mehrfach hinter vorgehaltener Hand und hinter dem hochgezogenen Trikot. Sehr fragwürdig, aber für den 20-jährigen Argentinier vermutlich die einzige Möglichkeit, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen.
Und nachdem auch José Mourinho sich schon unglücklich äußerte und eher Vinícius Júniors angeblich provozierenden Jubel verdeutlichte, scheint auch Benfica selbst als Klub kein Fehlverhalten anzuprangern – zumindest nicht von einem der eigenen Spieler. Denn auf X hat der portugiesische Rekordmeister ein Video geteilt, das Vinícius nach dem Tor und direkt vor der Spielunterbrechung zeigt. Dabei ist zwar unter anderem zu sehen, wie Prestianni sich Vinícius mit hochgezogenem Trikot näherte, nicht aber die Szenen direkt nach Vinícius‘ Torjubel. Schon da kam Prestianni zu Vinícius und sagte ihm etwas hinter hochgehaltener Hand, Mbappé stand da ganz dicht dabei. Und trotzdem schreibt Benfica zu dem Video: „Wie die Bilder zeigen, konnten die Spieler von Real Madrid angesichts der Entfernung unmöglich gehört haben, was sie angeblich gehört haben.“ Dabei ignorieren sie einerseits nicht nur die vorherige Szene mit Mbappé in der Nähe, sondern auch, dass in der gezeigten Szene, Eduardo Camavinga gerade an Vinícius dran war, um ihn weg zu ziehen. Und auch Mbappé hatte hier aus nur wenigen Metern bereits die Szenerie aufmerksam beobachtet.
Verdrehen Prestianni und Benfica also die Tatsachen? Da es ohnehin keine Tonaufnahmen aus den beiden Szenen mit Prestianni gibt, können sie versuchen, den Fall unter den Teppich zu kehren. Und darauf hoffen, dass die UEFA aufgrund der mangelnden Beweise – abgesehen von Zeugenaussagen wie der von Mbappé – sich nicht traut, eine Sperre zu verhängen. So oder so ist der europäische Verband jetzt am Zug und das nicht nur aufgrund des vom Schiedsrichter mit der Unterbrechung aktivierten Rassismus-Protokolls, sondern auch aufgrund der weltweiten Aufregung rund um Prestianni. Und die UEFA hat sich auch schon geäußert, wenn auch noch ohne konkrete Lösungen: „Die offiziellen Berichte zu den gestern Abend ausgetragenen Spielen werden derzeit geprüft. In den Fällen, in denen Vorfälle gemeldet wurden, werden Verfahren eingeleitet, und sollten diese zu Disziplinarmaßnahmen führen, werden diese auf der Disziplinar-Website der UEFA bekannt gegeben. Zum jetzigen Zeitpunkt liegen uns keine weiteren Informationen vor und wir können keine weiteren Kommentare zu dieser Angelegenheit abgeben.“
Anders gesagt: Es ist durchaus möglich, dass Gianluca Prestianni auch beim Rückspiel im Estadio Santiago Bernabéu (25. Februar, 21 Uhr) auf dem Platz steht. Und das könnte dann fast noch mehr Strafe sein für ihn, als die UEFA es verhängen könnte. Und trotzdem: Die UEFA ist am Zug, um auf ihre vielen Worte mit den „No To Racism“-Kampagnen jetzt auch Taten folgen zu lassen.
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