Fussballnationalmannschaft.net
·21. Mai 2026
DFB Kader & WM-Nominierung: Die wichtigsten Nagelsmann-Aussagen zu seinem Weltmeister-Kader

In partnership with
Yahoo sportsFussballnationalmannschaft.net
·21. Mai 2026

Julian Nagelsmann hat am Donnerstag am DFB-Campus in Frankfurt am Main seinen 26-köpfigen WM-Kader für die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada vorgestellt. Auf der knapp einstündigen Pressekonferenz erklärte der Bundestrainer die Gründe für seine Personalentscheidungen, sprach über die Hierarchie im Team und formulierte ein klares Ziel: Deutschland soll Weltmeister werden.

Bundestrainer Julian Nagelsmann spricht bei der Pressekonferenz zur Bekanntgabe des deutschen WM-Kaders 2026 am 21. Mai 2026 in Frankfurt am Main. (Copyright AFP/Hannes P. Albert)
Für die Nominierung von Manuel Neuer nahm sich Nagelsmann besonders viel Zeit. Seine zentrale Aufgabe sei es gewesen, die drei besten Torhüter des Landes für das Turnier auszuwählen. Neben Alex Nübel und Oliver Baumann fiel die Entscheidung deshalb auch auf Neuer. Der Bundestrainer machte deutlich, welche Bedeutung der Routinier für die Mannschaft hat: Jeder wisse, welche Aura Neuer ausstrahle, welche Qualitäten er mitbringe und was er dem Team gebe. Außerdem löse er beim Gegner etwas aus. Deshalb plane der DFB mit ihm als Nummer eins.
Auch auf die Situation von Baumann ging Nagelsmann ein. Schon im März habe man dem Keeper erklärt, dass es nach dem Treffen mit Neuer im Zuge der Verletzung von Marc-André ter Stegen Gespräche über die Torwartfrage gegeben habe. Aus Sicht des Verbandes sei es Pflicht gewesen, alle Optionen zu prüfen, zumal Neuer ein extrem verdienter Spieler sei. Für Baumann sei die Nachricht ein harter Schlag gewesen, weil er damit nicht mehr als festes erste Wahl galt. Trotzdem habe er in einer schwierigen Phase stark reagiert, viele Fragen aushalten müssen und trotz des großen medialen Drucks sehr gute Leistungen gezeigt.

WM 2026 Kader: Welche Vereine stellen wie viele Nationalspieler bei der WM 2026?
Bei der Zielsetzung ließ Nagelsmann keinen Zweifel zu. Die Mannschaft stehe vor einer großen Herausforderung, der man sich mit maximaler Überzeugung stellen wolle. Er selbst sei „mega heiß“, die Spieler ebenfalls und auch das Trainerteam. Der wichtigste Punkt sei der Glaube an den Titel. „Wir wollen Weltmeister werden“, sagte er. Dafür brauche es aber extrem viel. Jeder nominierte Akteur müsse das täglich zeigen und alles dafür tun. Deutschland müsse Taten sprechen lassen und in Handeln kommen.
Warum genau diese 26 Spieler? Für Nagelsmann bildet der Kader das beste Team für Deutschland. Die Auswahl sei in der Lage, ein starkes Turnier zu spielen und als Gruppe gut zu funktionieren. Gerade der Teamspirit sei in den vergangenen Jahren immer ein entscheidender Faktor gewesen, weil die Mannschaften den WM-Titel gewonnen hätten, in denen die Verbindung zwischen den Spielern besonders eng war. Auch das habe bei der Zusammenstellung eine zentrale Rolle gespielt.
Die Absagen bezeichnete der Bundestrainer als besonders schmerzhaft. Viele Akteure hätten sehr gute Leistungen gezeigt und müssten nun zu Hause bleiben. Aus Trainersicht seien das „ganz, ganz fiese Gespräche“. Gleichzeitig hätten alle am Telefon sehr positiv reagiert, was dem gesamten Stab ein gutes Gefühl gebe. Nagelsmann machte zudem klar, wie intensiv diese Aufgabe war: Eine Nominierung fühle sich schwerer an als das Turnier selbst. Man diskutiere stundenlang, seine „Rübe“ sei am Vorabend „mehr als Matsche“ gewesen. Die Aufgabe sei super intensiv, extrem hart und manchmal auch fies und unfair.
Zu Jamal Musiala äußerte sich Nagelsmann mit viel Zuversicht. Der Offensivspieler sei immer besser in Fahrt gekommen und nähere sich immer mehr dem Niveau vor seiner schweren Verletzung an. Für die beiden Testspiele habe er noch genug Zeit, um weiter Rhythmus zu sammeln. Selbst bei nur 95 Prozent gehöre Musiala aber immer noch zu den außergewöhnlichsten Spielern dieses Planeten. Der Bundestrainer zeigte sich deshalb froh, dass er dem Team helfen werde und weiterhin einer sei, der besondere Momente kreieren könne.
Auch Leroy Sané nahm Nagelsmann in den Blick. Er sehe den Bayern-Profi in einer Herausforderer-Rolle. Sané sei ein Spieler, bei dem man oft eher wahrnehme, was er nicht bringe, weil er manchmal eine gewisse Ausstrahlung habe. Innerhalb der Mannschaft genieße er jedoch hohe Anerkennung und habe eine sehr enge Bindung zu vielen Mitspielern. Im engen Raum habe er weiterhin etwas Besonderes. Nagelsmann betonte zudem seinen guten Draht zu Sané und traue sich zu, den Angreifer so zu kitzeln, dass am Ende der WM deutlich mehr positive als negative Stimmen zu hören seien.

Jamal Musiala (FC Bayern München) reagiert im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen RB Leipzig in der Allianz Arena in München am 11. Februar 2026. Alex Grimm / Getty Images
Auf einen klassischen Stoßstürmer verzichtet der Kader. Nagelsmann begründete das mit mehreren Alternativen im Zentrum und im Strafraum. Leon Goretzka bringe Kopfballstärke mit, Kai Havertz und Nick Woltemade hätten Größe und könnten in der Luft Wirkung entfalten, während Spieler wie Lenny Karl mit ihrer Wuseligkeit, Assists oder Präsenz im Strafraum für Gefahr sorgen könnten. Bei Tim Kleindienst sei die lange Verletzung das Thema, er sei fast ein Jahr raus gewesen. Der Bundestrainer hätte ihn sehr gern dabei gehabt. Niclas Füllkrug sei wegen der Quote nicht berücksichtigt worden, Deniz Undav treffe extrem viel, Nick habe in der WM-Quali oft getroffen und werde wieder treffen, und Kai sei ein „outstanding Spieler“.
Maximilian Beier überzeugte Nagelsmann vor allem durch Variabilität und Mentalität. Der Trainer sei grundsätzlich ein großer Freund von Spielern, die mehrere Positionen abdecken können, und genau das bringe Beier mit. Besonders wichtig sei ihm die Arbeitsweise im Umschaltspiel. Wer kontert, brauche vorne einen Akteur, der sich „die Lunge aus dem Leib rennt“, die Innenverteidiger attackiert und permanent Tempo macht. Beier laufe immer an die 13 Kilometer, verfüge über eine extrem hohe Highspeed-Range, spiele dauerhaft auf dem Gaspedal und sei topfit. Dazu komme eine ordentliche Quote und viel von jener deutschen Arbeiter-Mentalität, die Nagelsmann auf dem Platz sehen will. „Der marschiert, der macht, der gibt Gas“, sagte er über den Angreifer.

Maximilian Beier von Borussia Dortmund gestikuliert emotional während des Bundesliga-Spiels gegen den FC Bayern München im Signal Iduna Park am 28. Februar 2026 in Dortmund. Pau Barrena / Getty Images
Said El Mala wird laut Nagelsmann seine Zukunft noch bekommen. Der Bundestrainer hob hervor, dass der Kölner eine starke Rückrunde gespielt und gut gescored habe. Gleichzeitig passe der Offensivspieler sehr gut zur Spielidee des 1. FC Köln, weil er dort nah am eigenen Tor agiere und viel Konterraum erhalte. Für die WM-Mannschaft habe man jedoch prüfen müssen, ob er bereits so weit sei, in einer anderen Angriffshöhe innerhalb der eigenen Spielidee zu funktionieren. Im Konterprofil habe man sich schließlich für Beier entschieden. Es sei eine Abwägung gewesen.
Bei der Hierarchie im Team verwies Nagelsmann auf einen bereits gewachsenen Stamm. Joshua Kimmich sei eine zentrale Figur, Florian Wirtz ebenso, dazu komme Jamal Musiala und auch Kai Havertz. Gleichzeitig brauche es eine Kaderstruktur, in der sich jeder Spieler sehr gut ersetzen lasse.
Live







































