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·28. Februar 2026

Druck auf VfL-Führung wächst: Knapp 700 Fans unterschreiben Protest-Petition

Artikelbild:Druck auf VfL-Führung wächst: Knapp 700 Fans unterschreiben Protest-Petition

Beim VfL Wolfsburg wächst in der sportlichen Krise der öffentliche Druck. Eine von Fans initiierte Petition, die inzwischen von fast 700 Unterstützern unterzeichnet wurde, fordert vom Aufsichtsrat der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH kurzfristige personelle und kommunikative Konsequenzen. Anlass ist die akute Abstiegsgefahr und das aus Sicht der Unterzeichner zögerliche Handeln der Vereinsführung.

Die Petition trägt den Titel: “Neustart JETZT – Sofortige sportliche Kurskorrektur beim VfL Wolfsburg vor dem HSV-Spiel” und ist ► hier einzusehen.


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Klare Forderungen mit fester Deadline

Konkret verlangt die Petition drei Sofortmaßnahmen, die noch vor dem Heimspiel gegen den Hamburger SV am 7. März 2026 umgesetzt werden sollen. Gefordert werden die Ablösung von Geschäftsführer Sport Peter Christiansen, die Einsetzung einer handlungsfähigen sportlichen Leitung sowie die Verpflichtung eines erfahrenen Cheftrainers für die verbleibenden elf Saisonspiele. Ergänzt wird der Forderungskatalog durch den Wunsch nach transparenter Kommunikation gegenüber den Fans.

Der genannte Termin wird von den Initiatoren bewusst als letzte realistische Frist gesetzt. Ein neuer Trainer, so die Argumentation, benötige mindestens eine volle Trainingswoche mit der Mannschaft. Ein weiteres Abwarten nach zusätzlichen Spielen lehnen die Unterzeichner ausdrücklich ab.

Sportliche Lage liefert den Hintergrund

Ausgangspunkt der Petition ist die angespannte sportliche Situation. Nach 23 Spieltagen steht der VfL auf einem Abstiegsplatz, obwohl der Kader wirtschaftlich deutlich höher bewertet wird als der vieler Konkurrenten. Besonders hervorgehoben werden 23 Punkte, die nach eigener Führung verspielt wurden, eine sechs Spiele andauernde Sieglos-Serie sowie schwache Ergebnisse gegen direkte Abstiegskonkurrenten.

Diese Zahlen sind belegbar und bilden den sachlichen Kern der Kritik. Darüber hinaus enthält die Petition jedoch auch wertende Einschätzungen, etwa zur Qualität der Wintertransfers oder zur Besetzung der Innenverteidigung. Solche Bewertungen spiegeln in erster Linie die Wahrnehmung der Fans wider und sind nicht unumstritten.

Sinkende Stimmung auf den Rängen

Neben den sportlichen Ergebnissen thematisieren die Unterzeichner auch die Atmosphäre rund um den Verein. Der Zuschauerschnitt sei rückläufig, Heimspiele gegen namhafte Gegner könnten zunehmend von Gästefans dominiert werden. Die früher beschworene Geschlossenheit in Krisenzeiten, so heißt es, sei einer allgemeinen Resignation gewichen.

Auch hier handelt es sich weniger um messbare Fakten als um ein Stimmungsbild. Als solches besitzt es dennoch journalistische Relevanz, weil es Hinweise auf das Verhältnis zwischen Verein und Teilen seiner Anhängerschaft liefert.

Differenzierung statt persönlicher Angriffe

Auffällig ist der Ton der Petition im Umgang mit einzelnen Personen. Trainer Daniel Bauer wird ausdrücklich nicht persönlich angegriffen. Die Initiatoren betonen, dass er eine Aufgabe übernommen habe, die seinen Erfahrungshorizont überschritten habe. Die Verantwortung sehen sie vielmehr bei den strukturell Verantwortlichen im Verein.

Diese Differenzierung hebt die Petition von reinen Protestschreiben ab, ändert jedoch nichts daran, dass sie klar aus einer Fanperspektive argumentiert und andere Sichtweisen – etwa die der Vereinsführung oder des Aufsichtsrats – ausblendet.

Ein Stimmungsbarometer, kein Masterplan

Die Petition ist vor allem eines: ein Indikator für wachsende Unzufriedenheit in einer kritischen Saisonphase. Sie bündelt reale sportliche Probleme, überspitzt sie jedoch stellenweise emotional. Als unmittelbares Steuerungsinstrument für Vereinsentscheidungen ist ihre Wirkung begrenzt, als Warnsignal an die Verantwortlichen jedoch nicht zu ignorieren.

Ob und wie der Aufsichtsrat auf die Forderungen reagiert, bleibt offen. Klar ist jedoch: Die Petition zeigt, dass ein Teil der Fans nicht länger bereit ist, die Entwicklung kommentarlos hinzunehmen – und dass die kommenden Wochen sportlich wie strukturell richtungsweisend für den VfL Wolfsburg sein dürften.

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