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·28. August 2026

Ein Blick in die Daten: Wo findet Jan Thielmann endlich seine Rolle?

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Ein Blick in die Daten: Wo findet Jan Thielmann endlich seine Rolle?

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Erik Stalleicken

28 August, 2026

Ob als Mittelstürmer, hängende Spitze, Rechtsaußen, rechter Schienenspieler oder auch als Rechtsverteidiger – Jan Thielmann kam seit seinem Profidebüt im Dezember 2019 auf zahlreichen Positionen zum Einsatz, konnte sich dennoch nie endgültig fest spielen. Zuletzt rückte Thielmann auf die Zehn. Ein spannendes Experiment, das aber durchaus Fragen aufwirft. Wann findet Jan Thielmann endlich seine Rolle beim 1. FC Köln?

Der mittlerweile 24-Jährige betonte bereits in der Vergangenheit mehrfach, dass er dort spielen werde, wo der Trainer ihn am meisten brauche. So kam es in der Vorbereitung zur nächsten Variante.

Linton Maina und Jan Thielmann

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Das Experiment des Zehners ist nun der nächste Versuch von vielen, um die richtige Position für Thielmann zu finden und seine Stärken bestmöglich ins System zu integrieren. Ein Blick auf Thielmanns Karrieredaten in der Bundesliga zeigt zunächst ziemlich deutlich, was den 24-Jährigen auszeichnet. Mit 1,3 Schüssen und 2,39 erfolgreichen Dribblings pro 90 Minuten sucht er regelmäßig selbst den Weg in Richtung Tor. Dazu kommen 6,83 geführte Offensivduelle, von denen er 2,44 gewinnt. Das Eigengewächs lebt damit zu einem großen Teil von seiner Dynamik und der Fähigkeit, selbst Aktionen zu initiieren. Er wartet nicht ausschließlich auf Zuspiele in gefährlichen Räumen, sondern versucht, diese Situationen mit Ball am Fuß selbst herzustellen.

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Kreativ genug für die Zehn?

Gleichzeitig ist aber auch seine Arbeit gegen das Spielgerät ein wichtiger Bestandteil seines Spiels. 5,73 Defensivduelle und 5,54 Balleroberungen in der gegnerischen Hälfte pro 90 Minuten zeigen eine hohe Aktivität gegen den Ball, die nicht nur aus seinen vereinzelten Spielen als Rechtsverteidiger stammt. Das ergibt ein Profil, das zunächst deutlich stärker nach einem dynamischen Offensivspieler als nach einem klassischen Spielmacher klingt. Gerade die Kombination aus Dribbling, Direktheit und Arbeit gegen den Ball macht eine offensive Außenposition naheliegend.



Auch die vergangene Saison verändert dieses Bild nicht grundlegend, zeigt aber mit Blick auf seine mögliche neue Rolle eine interessante Entwicklung. Thielmann führte mit 3,92 Offensivduellen pro 90 Minuten deutlich weniger als im Schnitt seiner Bundesliga-Karriere. Auch seine erfolgreichen Dribblings gingen von 2,39 auf 1,13 pro 90 Minuten zurück. Er suchte das direkte Duell also wesentlich seltener. Seine Torgefahr nahm dagegen nicht im gleichen Maße ab: Mit 1,29 Schüssen und 0,11 xG pro 90 Minuten lagen beide Werte fast exakt auf seinem Karriere-Niveau. Gleichzeitig steigerte Thielmann seine genauen Pässe ins letzte Drittel von 2,78 auf 3,39, was eine kleine Entwicklung im kreativen und gestaltenden Bereich andeutet. Der ehemalige Junioren-Nationalspieler scheint seine Aktionen damit zuletzt etwas regelmäßiger über Kombinationen und das Zusammenspiel mit seinen Mitspielern zu suchen, ohne seine eigene Abschlussgefahr einzubüßen.

Gleichzeitig ging sein Wert für Pässe in den Strafraum pro 90 Minuten von durchschnittlich 2,44 auf 1,93 in der abgelaufenen Saison zurück. Thielmann beteiligt sich so zwar häufiger am Spiel im letzten Drittel, bringt den Ball dadurch aber nicht häufiger direkt in den gefährlichsten Raum. Werte, die das Profil eines Zehners nicht gerade nahelegen. Dazu blieb seine Arbeit gegen den Ball auf einem hohen Niveau. 61,1 Prozent seiner Defensivduelle konnte Thielmann gewinnen. Dazu kommen 5,86 Balleroberungen in der gegnerischen Hälfte. Sein Spiel ist also zuletzt nicht nur vom direkten Eins-gegen-eins geprägt. Grundsätzlich bleibt er aber ein dynamischer und aktiver Offensivspieler.

Wo findet Thielmann sein Zuhause?

Thielmanns Zahlen lassen sich definitiv auch nicht wie die eines eines klassischen Zehners lesen. Zwar kann er sich stärker ins Kombinationsspiel und ins letzte Drittel einbringen, die Dribblings, Offensivduelle und Abschlüsse zeigen aber, dass seine größten Stärken weiterhin in der eigenen Dynamik liegen. Für einen zentralen Spielmacher, der vor allem zwischen den Linien als kreativer Taktgeber gefragt ist, fehlt ihm statistisch ein klares, kreatives Alleinstellungsmerkmal. Als Stürmer würde wiederum seine Fähigkeit, aus dem Lauf und über direkte Aktionen zu kommen, stärker eingeschränkt werden.

Eine dauerhaft tiefere Rolle als Rechtsverteidiger würde hingegen einen zentralen Teil seiner offensiven Qualitäten verschenken. Zusätzlich wirkte der 24-Jährige selbst in Liga zwei mehrfach überfordert auf der rechten Defensivposition. Am schlüssigsten erscheint deshalb weiterhin eine offensive Rolle auf der rechten Seite, in der Thielmann genügend Freiheit für eigene Aktionen bekommt, gleichzeitig aber situativ einrücken und seine Arbeit gegen den Ball einbringen kann. Die Zehn scheint damit aktuell nicht wirklich mehr als eine interessante zusätzliche Option zu sein. Denn nach den Daten ist diese Position nicht zwingend die, auf der sein Gesamtprofil am besten zur Geltung kommt.

Nicht die perfekte Position, sondern die perfekte Rolle

Die Generalprobe gegen Paderborn liefert trotzdem einen interessanten Fingerzeig. Thielmann agierte dort zentral hinter der Spitze und fühlte sich in dieser Rolle nach eigener Aussage wohl. Das reicht natürlich nicht aus, um aus dem Vorbereitungstest eine neue Stammposition abzuleiten. Es zeigt gleichzeitig aber, dass Wagner seinem Offensivspieler mehr als nur eine klassische Rolle auf der rechten Seite zutraut. Vielleicht liegt die Lösung für Thielmann am Ende ohnehin weniger in einer starren Positionsbezeichnung als in der richtigen Aufgabenverteilung: genügend Freiheit für seine Dynamik, Möglichkeiten für eigene Vorwärtsaktionen und gleichzeitig die Verantwortung, gegen den Ball aktiv zu bleiben.

Die Daten sprechen dabei weiterhin eher für eine offensive Ausgangsposition auf der rechten Seite als für einen dauerhaften Wechsel ins Zentrum. Für Wagner könnte die Herausforderung deshalb darin liegen, nicht die eine perfekte Position für Thielmann zu finden, sondern die Rolle, in der seine unterschiedlichen Stärken am besten zusammenkommen. Genau das, was in den vergangenen Jahren seit Steffen Baumgart bis dato keinem weiteren Trainer gelungen ist.

Auf welcher Position spielt Jan Thielmann?

Jan Thielmann ist eigentlich auf dem rechten Offensivflügel zu Hause. In der jüngeren Vergangenheit wurde der 24-Jährige aber auch immer wieder als rechter Verteidiger ausprobiert. Das Experiment scheiterte und wurde in der vergangenen Spielzeit ad acta gelegt.

Wie lange hat Jan Thielmann in Köln Vertrag?

Der gebürtige Föhrener steht beim FC noch bis Sommer 2028 unter Vertrag. Der Marktwert wird von transfermarkt.de auf fünf Millionen Euro eingeschätzt.

Wie viel Ablöse hat der FC für Skhiri bezahlt?

Laut verschiedener Quellen hat der FC eine Ablöse in Höhe von ungefähr 1,5 Millionen Euro an Eintracht Frankfurt bezahlt. Sein Marktwert liegt jedoch bei rund 5 Millionen Euro.

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