Ein Lichtblick in der Abwehr, ein Loch im Angriff: Die DFB-Elf nach dem 0:1 gegen Griechenland in der Einzelkritik | OneFootball

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·27. September 2026

Ein Lichtblick in der Abwehr, ein Loch im Angriff: Die DFB-Elf nach dem 0:1 gegen Griechenland in der Einzelkritik

Artikelbild:Ein Lichtblick in der Abwehr, ein Loch im Angriff: Die DFB-Elf nach dem 0:1 gegen Griechenland in der Einzelkritik

Augsburg. Hinten stabil, vorne harmlos, und am Ende entscheidet ein abgefälschter Schuss: Die deutsche Nationalmannschaft hat Jürgen Klopps Heimpremiere 0:1 gegen Griechenland verloren – im elften Duell die erste Niederlage überhaupt. Dimitrios Kourbelis traf in der 74. Minute, Joshua Kimmich lenkte den Ball unhaltbar ins eigene Netz. Deutschland ist in der Gruppe A2 nur noch Dritter.

Klopp hatte gegenüber dem 1:1 in Amsterdam fünf Positionen verändert. Das Urteil der Einzelkritiken fällt entsprechend gemischt aus: Die Defensive funktionierte über weite Strecken, das Zusammenspiel in der Offensive kaum. Die Sportschau fasste es in einem Satz zusammen – das Zusammenspiel mit Ebnoutalib, Adeyemi und Conté „funktionierte nicht“.


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Tor

Alexander Nübel – Note 3

Sein erstes Spiel unter Klopp, und lange ein undankbares. Die Griechen verteidigten tief und kamen kaum zu Abschlüssen; wenn Nübel gefordert war, war er da. Die Sportschau lobte seine Ruhe und Souveränität bei Flanken und Ecken, bei Rückpässen wirkte er mit dem Ball am Fuß nicht immer ganz sicher. Beim abgefälschten 0:1 ohne jede Chance.

Abwehr

Josha Vagnoman – Note 5

Bekam den Vorzug vor Philipp Treu und konnte ihn nicht rechtfertigen. Nach vorn kam wenig, das Angriffsspiel über die rechte Seite blieb blass. Vor dem Gegentor agierte er viel zu zögerlich, der Ball kam über seine Seite in den Strafraum.

Jonathan Tah – Note 3

Der Abwehrchef hielt die Defensive zusammen und dirigierte lautstark. Das Aufbauspiel lief fast immer über ihn. Nicht ganz fehlerfrei, aber einer der Stabilisatoren eines Abends, an dem hinten lange wenig anbrannte.

Yann Aurel Bisseck – Note 2,5

Der Lichtblick. Körperlich robust, bissig, abgeklärt, mit gutem Stellungsspiel – die Sportschau nannte ihn den einzigen Deutschen mit starkem Auftritt. Sah nach einem Foul früh Gelb (17.) und köpfte in der 77. Minute nach einer Ecke knapp neben das Tor. Der Inter-Verteidiger hat sich für weitere Einsätze empfohlen.

Nathaniel Brown – Note 4

Arbeitete weiter am Zusammenspiel mit Adeyemi und stieß immer wieder in die Halbräume vor. In diesen Momenten wirkte er allerdings mitunter zu zaghaft.

Mittelfeld

Joshua Kimmich – Note 4,5

Der unglücklichste Abend des Kapitäns seit Langem. Auf der Sechs dirigierte er das Spiel, ließ sich oft zwischen die Innenverteidiger fallen und leitete mit guten Pässen in die Spitze einige der besten deutschen Szenen ein, darunter eine Großchance von Adeyemi. Dann ein leichtfertiger Ballverlust in der 67. Minute, der beinahe zum Gegentor führte – und sieben Minuten später die Abfälschung zum 0:1. Die Bewertungen reichen von 3 bis 5; höchst unglücklich trifft es.

Felix Nmecha – Note 4,5

Viel Ballbesitz, einige Schussversuche, aber nicht annähernd so prägend wie in Amsterdam, als er das erste Tor der Ära Klopp erzielte. Vor dem Gegentor nicht energisch genug.

Bambasé Conté – Note 3,5

Vier Tage nach seiner Streichung aus dem Spieltagskader stand er in der Startelf und gab sein Debüt. Schon nach zwei Minuten der erste Abschluss, in der ersten Halbzeit eine Passquote von 95 Prozent. Kurz nach der Pause zeigte er genau das, wofür Klopp ihn gelobt hatte: Balleroberung, sofortiger Abschluss – knapp an Torwart Tzolakis vorbei, die bis dahin beste deutsche Chance. Ansonsten eher unauffällig. Nach 65 Minuten raus.

Angriff

Karim Adeyemi – Note 4

Hatte nach einem Kimmich-Zuspiel eine Großchance, nutzte sie aber nicht. Ansonsten zu selten im Spiel. In der 76. Minute für Gnabry ausgewechselt.

Younes Ebnoutalib – Note 4,5

Sein Startelfdebüt, vier Tage nach dem ersten Länderspiel – und ein schwieriges. Ebnoutalib lief viel, bekam aber kaum Bälle; wenn doch, prallte er im direkten Duell ein ums andere Mal ab. Meist hatte er mehr als zwei Griechen um sich. Die Sportschau hielt fest, dass er auch „ein wenig allein gestellt“ war und gute Flanken fehlten. Seine physische Präsenz gefiel, perspektivisch bleibt er ein Kandidat.

Kevin Schade – Note 4

Wie die gesamte Offensive ohne Durchschlagskraft. In der 65. Minute für Burkardt ausgewechselt.

Einwechselspieler

Florian Wirtz (ab 65.) – Note 4

Kam für Conté und sollte für Kreativität sorgen. Blieb blass, kurz vor Schluss schoss er weit drüber.

Jonathan Burkardt (ab 65.) – Note 4

Bildete fortan eine Doppelspitze mit seinem Frankfurter Kollegen Ebnoutalib. Gefahr brachte er nicht.

Serge Gnabry (ab 76.) – ohne Bewertung

Hatte in der 79. Minute die beste Chance zum Ausgleich, scheiterte aber an Tzolakis.

Anton Stach (ab 84.) – ohne Bewertung

Das Fazit

Klopp wollte in seiner ersten Länderspielphase Kandidaten unter Wettkampfdruck sehen, und das hat er. Bisseck hat sich empfohlen, Tah seine Rolle bestätigt, Conté ein ordentliches Debüt gegeben. Was fehlte, war die Offensive: Ohne Musiala und Havertz fand das Team gegen tief stehende Griechen kaum Lösungen. Am Donnerstag gegen Serbien in München ist der zweite Kader dran – mit der Aufgabe, aus Platz drei wieder einen Viertelfinalplatz zu machen.

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