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·18. September 2026

Eine „super Situation“ beim 1. FC Köln – Wirklich? Ganz offensichtlich nicht für alle

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Matthias Wilhelm

18 September, 2026

Trainer René Wagner kann beim 1. FC Köln aktuell auf den gesamten Kader zurückgreifen. Lediglich der langzeitverletzte Timo Hübers arbeitet individuell im Reha-Bereich. Der 38-Jährige spricht von einer „super Situation“. Nach teilweise akutem Personalmangel während der Vorsaison haben die FC-Verantwortlichen im Sommer gehandelt und einen deutlich breiteren Kader zusammengestellt. Während Wagner bei Personalentscheidungen wöchentlich die Qual der Wahl hat, fallen Profis wie Rav Van den Berg derzeit hinten rüber.

Auf der einen Seite gibt es für einen Trainer wohl keine bessere Ausgangslage, auf der anderen Seite muss Wagner jede Woche Spieler enttäuschen, die den Sprung nicht geschafft haben. Die Kaderplätze beim FC sind umkämpft. Das kann sowohl motivieren als auch frustrieren. Einige Spieler leiden unter der aktuellen Situation besonders.

René Wagner und Evangelos Sbonias

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Nach diversen kleineren Verletzungen und Erkrankungen während der Vorbereitung ist der Kölner Kader seit knapp zwei Wochen vollständig beisammen. Die absolute Luxussituation für René Wagner. Da die Spieltagskader begrenzt sind, mussten auch gegen Hamburg einige Spieler in Köln bleiben. Nachdem in der vergangenen Woche Luca Waldschmidt auf der Tribüne sitzen musste, hat es diese Woche Paul Okon-Engstler erwischt. Der Australier war bisher in jeder Partie zum Einsatz gekommen. Bereits zum zweiten Mal nicht berücksichtigt wurden Rav Van den Berg, Reigan Heskey und Imad Rondic, obwohl die Situation für alle drei eine andere ist.



Schwerer Stand

Besonders bei Van den Berg dürften die Erwartungen bei der Verpflichtung ganz andere gewesen sein. Der Niederländer kam im Sommer 2025 aus England an den Rhein. Richtig angekommen ist er nie. Stattdessen hatte der Innenverteidiger immer wieder mit Verletzungen und Leistungsschwankungen zu kämpfen. Nach der Rückkehr von Sebastian Sebulonsen hat er seinen Kaderplatz nun erst einmal verloren und muss sich mit der Rolle als Innenverteidiger Nummer vier arrangieren. Reigan Heskey, der im Sommer von Manchester City in die Domstadt wechselte, fuhr auch nicht mit nach Hamburg. Der Engländer soll erneut bei der U21 in der Regionalliga zum Einsatz kommen. Obwohl man in Köln große Stücke auf den jungen Außenbahnspieler hält, soll er zunächst langsam an die Profiabteilung herangeführt werden.

Einen Rückschlag gab es auch für Okon-Engstler. Nach seinem Einsatz für Australien bei der Weltmeisterschaft in Nordamerika schloss sich der Sechser den Geißböcken an. Eine gewisse Eingewöhnungszeit an das neue Land, die neue Liga und den neuen Club wurde ihm von den FC-Verantwortlichen zugesichert. Umso überraschender war es, dass er in den ersten drei Pflichtspielen sofort in der Anfangsformation stand. Der 21-Jährige erledigte seinen Job solide, ohne dabei zu glänzen. Die Anpassungsschwierigkeiten an die Bundesliga waren dabei teils deutlich sichtbar. Nach der Partie in Hamburg geht es für ihn zunächst zur australischen Nationalmannschaft, wobei er mit den „Socceroos“ gleich zweimal gegen Brasilien antritt. Die Pause dürfte eine angenehme Abwechslung für ihn sein, bevor sich der Neuzugang anschließend wieder voll auf den FC konzentrieren kann.

In der letzten Woche fehlte Luca Waldschmidt im Aufgebot gegen Werder Bremen. Eine Woche später ist er schon wieder mit von der Partie. Sein Beispiel zeigt, dass es schnell gehen kann. Allerdings ist zumindest das Thema Trainingssteuerung aktuell keins, immerhin stehen einige freie Tage und drei Wochen Länderspielpause an. Eine Ausbootung ist sicherlich ein Fingerzeig.

Warten auf die Chance

Beispiele, bei denen sich die Situation eines Spielers in kürzester Zeit veränderte, gibt es genug. Während Wagner aktuell die Verfügbarkeit seines gesamten Kaders genießt, hat gerade die Vorsaison gezeigt, dass sich das schnell wieder ändern kann. Im Frühjahr 2026 hatte der FC speziell auf der Innenverteidigerposition zwischenzeitlich kaum Kandidaten. Aufgrund diverser Ausfälle musste Ex-Coach Lukas Kwasniok kreativ werden und Spieler wie Eric Martel oder Sebulonsen im Abwehrzentrum auflaufen lassen. Sollten sich erneut Ausfälle häufen, könnten Spieler wie Okon-Engstler oder Van den Berg kurzfristig wieder gefragt sein. Ein solches schnelles Comeback hat ein anderer bereits erlebt: Imad Rondic wurde zunächst aussortiert, später wieder integriert und stand nur wenige Tage später in der Bundesliga auf dem Rasen. Gegen Hamburg wurde der Bosnier wie schon gegen Bremen nicht berücksichtigt. Er weiß spätestens jetzt jedoch, dass es schnell gehen kann.

In der großen Trainingsgruppe könnte für die Aussortierten sogar eine Chance liegen. Alle sind da und jeder will spielen. Die Konkurrenz und die Intensität sind hoch. Jede Einheit kann über Startelf, Auswechselbank oder Tribünenplatz entscheiden. Für Wagner ergeben sich dadurch ganz neue Möglichkeiten. Anstatt zu probieren, am Wochenende irgendwie elf Spieler auf den Platz zu stellen, kann der Übungsleiter das Training deutlich anstrengender gestalten. Ohne seine Spieler kaputtzumachen, dürfte die Belastungssteuerung dabei etwas in den Hintergrund rücken. Egal ob Stamm- oder Ergänzungsspieler – für jeden gilt es, Gas zu geben und um seinen Platz zu kämpfen. Es gibt keine Ausreden.

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