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·13. Mai 2026
Englands Kapitän Harry Kane im Interview über WM-Ziele, NFL & Trainer Tuchel

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Harry Kane geht als Kapitän mit großen Ambitionen in die WM 2026 und spricht offen über Englands Titelchance, die Lehren aus dem bitteren Elfmetermoment von Katar und die besondere Bühne in Nordamerika. Der Bayern-Stürmer blickt dabei nicht nur auf den Sport, sondern auch auf seine NFL-Leidenschaft und die Arbeit mit Thomas Tuchel. Bei der WM 2026 Gruppe L spielt England gegen Kroatien, Ghana und Panama.

Englands Stürmer Harry Kane (R) heute in der EM 2024 Quali. Fußball heute EM Qualifikation 2024 – Wer spielt heute am 9.9.? Spielplan & Tabellen (Foto: JUSTIN TALLIS / POOL / AFP)
Für den englischen Ausnahmestürmer bleibt das Viertelfinale gegen Frankreich bei der WM 2022 ein Einschnitt. Im Al-Bayt-Stadion vergab Kane in der 84. Minute einen Elfmeter zum möglichen Ausgleich, England verlor am Ende 1:2. Rückblickend beschreibt der 32-Jährige diesen Abend als prägend: „Das war persönlich ein wirklich schwerer Moment in meiner Karriere“, sagte Kane gegenüber FIFA. „Ich musste mental extrem stark sein, um das zu verarbeiten – und das war ich. Am Ende hatte ich fast das Gefühl, dass es mich zu einem besseren Spieler gemacht hat.“
Seitdem hat Kane seinen Status als einer der besten Mittelstürmer seiner Generation noch einmal untermauert. Drei Monate nach der WM übertraf er Wayne Rooneys Rekord und ist inzwischen mit 78 Toren Englands erfolgreichster Nationalspieler. Auch beim FC Bayern München liefert er weiter in atemberaubendem Tempo ab: In dieser Saison erzielte er für den FCB mehr als 50 Treffer und verteidigte mit dem Team von Vincent Kompany die Meisterschaft. Im Februar feierte er zudem seinen 500. Pflichtspieltreffer. Nur der große Traum vom Champions-League-Titel platzte im hochkarätigen Halbfinale gegen Paris Saint-Germain.

Harry Kane verlässt nach dem Ausscheiden im Halbfinale der UEFA Champions League 2025/26 enttäuscht das Spielfeld. Der FC-Bayern-Stürmer konnte mit seinem Team am 6. Mai 2026 in der Allianz Arena in München den Finaleinzug gegen Paris Saint-Germain nicht sichern. (Getty Images)
Nun richtet sich Kanes voller Fokus auf die WM in den USA, Kanada und Mexiko. Der englische Kapitän glaubt fest daran, dass die Three Lions dort den Titel holen können. In Gruppe L trifft England auf Kroatien, Ghana und Panama. Kane will die Erfahrung der vergangenen Turniere an jüngere Teamkollegen weitergeben und sie auf der größten Bühne des Fußballs befreien statt blockieren.
„Am Ende ist es das, wovon du als Kind geträumt hast. Ich glaube, manchmal kommt man hierher [zur WM] und hat Angst vor dem Moment oder vor dem Scheitern, aber das gehört zum Leben.“
Kane weiter: „Dafür leben wir. Deshalb stehen wir auf dem Platz, deshalb trainieren wir jeden Tag, um diese Chance zu haben und uns in diesem Moment zu zeigen.“
„Das ist leichter gesagt als getan, aber genau da können erfahrene Spieler wie ich den Jüngeren helfen: einfach frei aufspielen. Eine Karriere ist kurz, und du spielst nicht viele große Turniere. Warum sie also mit Angst verschwenden? Gehe raus und zeig dich.“
Er betont außerdem, wie sehr die Unterstützung aus der Heimat trägt und zugleich den Druck erhöht. England habe schon mehrfach ganz nah am Titel gestanden, was die Erwartungshaltung nun noch größer mache, so Kane. „Wenn man zweimal im EM-Finale steht und WM-Halbfinale spielt, erwarten die Leute, dass man das nächste Mal gewinnt. Das wissen wir und darauf müssen wir vorbereitet sein.“
Das aktuelle Interview mit dem Stürmer fasst seine Sicht auf das Turnier und die Aufgabe der Mannschaft zusammen: „Die WM ist für mich der Höhepunkt einer Profikarriere. Es wird meine dritte sein und die Vorfreude wird irgendwie immer größer, weil man weiß, was auf dem Spiel steht. Man weiß, wie groß das Turnier ist, wie besonders es ist, vor diesen Fans in diesen Stadien zu spielen. Ich freue mich einfach riesig darauf.“

Dan Burn und Harry Kane von der englischen Nationalmannschaft scherzen mit Cheftrainer Thomas Tuchel im St George’s Park in Burton upon Trent am 3. September 2025. Foto: Carl Recine / Getty Images Europe
Abseits des Fußballs verrät Kane seine Begeisterung für American Football. Ausgelöst wurde sie im Alter von 16 oder 17 Jahren durch eine Dokumentation über Tom Brady. Seitdem verfolgt er die NFL regelmäßig und wurde wegen Brady Fan der New England Patriots. „Ich war ungefähr 16 oder 17, als ich eine Doku über Tom Brady gesehen habe. Er hat mich als Sportler wirklich beeindruckt. Von da an habe ich mich immer mehr mit der NFL beschäftigt. Wegen Tom bin ich New-England-Patriots-Fan geworden. Ich habe mich einfach in diesen Sport verliebt.“
Besonders freut sich Kane darauf, während der WM in NFL-Stadien aufzulaufen. Boston gegen Ghana und das New-England-Stadion nennt er dabei ausdrücklich als Highlight. „Es wird großartig sein, in einigen dieser Stadien zu spielen. Wir gehen nach Boston [gegen Ghana] und spielen auch im New-England-Stadion – darauf freue ich mich besonders. Ich war noch nie dort, das wird etwas Besonderes für mich.“
Auch einen möglichen Ausflug in die NFL schließt er nicht aus. Als Kicker könne er sich das gegen Ende seiner Laufbahn vorstellen, sagt Kane, betont aber zugleich den nötigen Aufwand auf höchstem Niveau: „Man weiß nie! Vielleicht als Kicker. Ich habe es schon ein paarmal versucht, aber wir werden sehen. Gegen Ende der Karriere könnte ich mir das durchaus vorstellen. Ich weiß aber auch, dass man auf hohem Niveau enorm viel Einsatz braucht. Mal sehen.“
Zur Rolle als Anführer der Three Lions sagt Kane, dass ihn das Amt geprägt habe. Er sei damals noch jung gewesen, als er die Kapitänsbinde erhielt, und heute ein anderer, erfahrenerer Spielführer. Eine weitere WM als Kapitän werde etwas Besonderes, das er nie vergessen werde. Gleichzeitig lobt er Thomas Tuchel und dessen Schwerpunkt auf Teamgeist und Vertrauen. Vieles davon habe die Mannschaft bereits vor der Ankunft des neuen Chefs aufgebaut, Tuchel habe es seit seinem Amtsantritt aber noch einmal betont. „Das Gute ist, dass wir diesen Zusammenhalt über die Zeit aufgebaut haben, schon bevor der Trainer kam. Thomas hat das seit seinem Amtsantritt noch einmal klar in den Vordergrund gestellt. Natürlich gibt es Taktik und den fußballerischen Teil, aber wenn man acht Wochen mit seinen Teamkollegen zusammen ist, kommt es vor allem darauf an, wie man miteinander auskommt und welchen Zusammenhalt man hat. Das war eine der großen Prioritäten für dieses Turnier. Mit dieser Gruppe versteht wirklich jeder jeden, alle sind offen miteinander und wir alle wissen, wofür wir kämpfen.“
Auf die Frage nach einem Platz unter den englischen Legenden von 1966 bleibt Kane bodenständig. Es sei schwer, sich das überhaupt vorzustellen, sagt er. Erst wenn der Weg dorthin geschafft sei, könne man darüber reden. Der WM-Titel liege lange zurück, und jeder englische Fan sehne sich danach. „Wir alle hoffen, Teil dieser Geschichte zu werden und unsere Namen darin zu verewigen. Aber wir wissen auch, dass noch ein langer Weg vor uns liegt. Es wird viel Verzicht und harte Arbeit brauchen. Und genau dazu sind wir bereit.“
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