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Matti Peters·3. Januar 2026

Er legte schon Ronaldo an die Kette: Buli-Transfer mit Vorschusslorbeeren

Artikelbild:Er legte schon Ronaldo an die Kette: Buli-Transfer mit Vorschusslorbeeren

So ratlos hatte man Cristiano Ronaldo schon lange nicht mehr gesehen. Vielleicht das letzte Mal noch im Trikot von Manchester United. Im April 2025 stand der Superstar minutenlang vollkommen perplex auf dem Rasen, nachdem er mit Al Nassr im Halbfinale der AFC Champions League ausgeschieden war und führte Selbstgespräche.

Er ging scheinbar einige Spielsituationen noch einmal in Gedanken durch und geriet immer wieder ins Kopfschütteln. Die Pleite nagte sichtlich an ihm, der Frust war fast greifbar. 


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Warum erzählen wir euch das über ein halbes Jahr später noch einmal? Weil der Ursprung dieser durchaus bizarren Szene in einer bärenstarken Leistung eines Verteidigers lag, der schon bald in der Bundesliga für große Verzweiflung bei den Harry Kanes, den Serhou Guirassys und den Deniz Undavs sorgen könnte.

Borussia Mönchengladbach hat in 2026 nicht lange gefackelt und gestern den Transfer von Kōta Takai bekanntgegeben. Der Japaner schließt sich auf Leihbasis den Fohlen an und kommt mit ordentlich Vorschusslorbeeren. 

Gladbach hat mit dem Transfer einen jungen, talentierten Innenverteidiger an Land gezogen, der nicht nur mit beeindruckenden körperlichen Attributen, sondern auch mit bemerkenswerter Spielintelligenz aufwarten kann. Der 21-Jährige, der bis zu seinem Wechsel zu den Tottenham Hotspur in der J1 League bei Kawasaki Frontale spielte, hat sich in den letzten Jahren als einer der vielversprechendsten Defensivspieler Japans etabliert.

Sein wohl eindrucksvollstes Spiel für die Frontale war in der asiatischen Königsklasse gegen das Altstarensemble von Al Nassr. Takai reihte eine klärende Aktion an die nächste, gewann beinahe 85 Prozent seiner Zweikämpfe und glänzte immer wieder im Aufbauspiel. In den japanischen Medien hieß es hinterher, Takai habe "Ronaldo und Mané in seiner Tasche gehabt".

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📸 - - AFP or Licensors

Am Niederrhein will er nun den nächsten Schritt in seiner Karriere machen.

Mit seinen 1,92 Metern Körpergröße und einer athletischen Statur bringt Takai die perfekten körperlichen Voraussetzungen für einen modernen Innenverteidiger mit. Gegen den Ball überzeugt er vor allem durch seine proaktive und aggressive Spielweise. Er liebt es, im richtigen Moment dazwischen zu gehen, den Gegner zu stören und durch blitzschnelle, eingesprungene Grätschen den Ball zu gewinnen. Diese Art des Defensivspiels erfordert ein präzises Timing, das Takai in seinen bisherigen Einsätzen mehrfach unter Beweis gestellt hat. In Japan agierte er hauptsächlich in einer Viererkette, sticht aber vor allem durch große taktische Variabilität heraus. Ein Zeugnis, dass ihm sein ehemaliger Trainer bei Kawasaki Frontale, Shigetoshi Hasebe, auf einer Pressekonferenz im April ausstellte. 

Doch es sind nicht nur seine defensiven Qualitäten, die Takai zu einem so spannenden Spieler machen. Mit dem Ball am Fuß zeigt der Japaner ebenfalls vielversprechende Ansätze. Besonders bemerkenswert sind seine präzisen Diagonalbälle im Aufbauspiel. Hinzu kommt, dass Takai – ähnlich wie sein Landsmann und ehemaliger Gladbach-Profi Ko Itakura – gerne selbst ins Dribbling geht. Dabei reden wir jetzt nicht von einem Sololauf bis zum gegnerischen Strafraum, sondern vielmehr vom kontrollierten Ballvortrag in Pressingsituationen bzw. einer Konterbewegung gegen cleveres Anlaufverhalten von Stürmern. Vom Spielerprofil her ähnelt er durchaus Borussia Dortmunds Nico Schlotterbeck, nur dass er als Rechtsfuß auf der rechten Innenverteidigerposition zu Hause ist. 

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📸 Alex Davidson - 2024 Getty Images

Trotz dieser Qualitäten haben die Spurs einem Transfer - und laut 'RP online' auch einer Kaufoption im Sommer - zugestimmt. Das liegt vor allem an der Tatsache, dass Takai noch kein einziges Spiel für Tottenham gemacht hat. Eine Fußverletzung in der Saisonvorbereitung verhinderte das, dazu ist die Konkurrenzsituation in London brutal. Thomas Frank kann da mit Micky van de Ven, Cristian Romero, Radu Drăgușin und Kevin Danso gleich auf vier etablierte Innenverteidiger mit Erfahrung auf internationaler Bühne zählen. 

Bei Borussia Mönchengladbach bekommt Takai nun die Gelegenheit, sich in einem kompetitiven Umfeld weiterzuentwickeln und zu einem festen Bestandteil der Defensive zu werden. In der Vergangenheit hat der Klub immer wieder junge Spieler erfolgreich weiterentwickelt, und Takai könnte die nächste Erfolgsgeschichte in dieser Reihe werden. Trainer Eugen Polanski äußerte sich zu dem Transfer sehr positiv: "Vom Profil her ist er überragend gut. Aber er ist noch ein junger Spieler, kommt aus einer anderen Kultur. Er hat wegen Verletzungen lange nicht gespielt. Er hat Qualität, ist aber ein halbes Jahr lang nicht in Rhythmus gekommen. Wir müssen ihn jetzt richtig kennenlernen.“

Wenn Gladbachs Trainerteam noch Eindrücke aus erster Hand haben will, könnten sie ja mal bei Al Nassr und vor allem Cristiano Ronaldo nachfragen. 


📸 Yasser Bakhsh - 2025 Getty Images

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