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·22. Januar 2026

Ermittlungen gegen Lucas Hernandez werfen Fragen auf

Artikelbild:Ermittlungen gegen Lucas Hernandez werfen Fragen auf

Die französische Justiz ermittelt gegen den PSG-Profi und Ex-Bayern-Spieler. Eine kolumbianische Familie wirft ihm Schwarzarbeit und Ausbeutung vor.

Die französische Justiz ermittelt gegen Lucas Hernandez wegen des Verdachts auf Menschenhandel und Schwarzarbeit. Das allein ist schon ein Satz, der im Profifußball seinesgleichen sucht. Ein Weltmeister, ein Champions-League-Sieger, ein Spieler, für den der FC Bayern einst 80 Millionen Euro nach Madrid überwies – und jetzt das.


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Eine kolumbianische Familie hat Anzeige erstattet. Der Vorwurf: Sie habe ein Jahr lang ohne jegliche Arbeitsverträge, ohne dokumentierte Rechte im Haushalt des Fußballers gearbeitet. Die Anwältin der Familie spricht von 70 bis 80 Wochenstunden, von Barzahlung, von fehlenden Urlaubsansprüchen. Sie nennt es eine Form moderner Sklaverei.

Hernandez und seine Ehefrau weisen die Vorwürfe zurück. Sie fühlen sich manipuliert, sprechen von einem Vertrauensbruch. Sie hätten der Familie geholfen, sie unterstützt, ihnen geglaubt, als diese versicherten, ihre Situation zu legalisieren. Niemals habe man in böser Absicht oder gegen das Gesetz gehandelt.

Was bleibt, ist ein Ermittlungsverfahren. Keine Verurteilung, keine bewiesene Schuld. Aber eben auch keine Entlastung. Die Ermittlungsbrigade von Saint-Germain-en-Laye arbeitet den Fall auf. Paris Saint-Germain schweigt. Muss schweigen. Jeder Profi ist ein Vermögen wert.

Lucas Hernandez kein unbeschriebenes Blatt

Für den deutschen Fußball ist dieser Fall ein Nachhall. Hernandez war vier Jahre lang Spieler des FC Bayern, er gewann das Triple 2020, er war Teil einer Mannschaft, die sich als Aushängeschild des europäischen Klubfußballs verstand. Dass ein solcher Spieler nun mit derart schwerwiegenden Vorwürfen konfrontiert wird, wirft Fragen auf. Nicht über die sportliche Vergangenheit, aber über die Mechanismen einer Branche, die ihre Stars oft genug von jeder kritischen Betrachtung abschirmt.

Hernandez ist kein unbeschriebenes Blatt. Er ist wegen häuslicher Gewalt vorbestraft. Wer seine Vorgeschichten kennt, darf sich nicht wundern, wenn neue Vorwürfe besonders genau geprüft werden. Natürlich, die Unschuldsvermutung gilt. Sie muss gelten. Aber sie bedeutet nicht, dass man schweigen muss. Ein Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandels gegen einen aktiven Nationalspieler ist ein Vorgang, der öffentliche Aufmerksamkeit verdient. Nicht als Vorverurteilung, sondern als Dokumentation dessen, was im Schatten des Glamours möglich sein könnte.

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