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Philipp Overhoff·18. September 2026
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Philipp Overhoff·18. September 2026
Satte elf Spieler nominierte Jürgen Klopp am Donnerstag zum ersten Mal für die deutsche Nationalmannschaft. Einige Namen sorgten dabei kaum für Verwunderung. Dass Toptalent Finn Jeltsch, SGE-Sturmtank Younes Ebnoutalib oder Rechtsverteidiger Philipp Treu den Sprung in den XXL-Kader schaffen würden, konnte man vorher zumindest erahnen.
Andere Berufungen ließen selbst absolute Fußballnerds aufhorchen. Neben Hoffenheims Bambasé Conte oder Elversbergs Felix Keidel gilt das auch für Max Rosenfelder.
Der Innenverteidiger des SC Freiburg erlebt mit dieser DFB-Nominierung zweifelsohne den absoluten Höhepunkt seiner Karriere. Gleichzeitig reist kein anderer Debütant mit derart wenig Spielpraxis an. Schließlich absolvierte der 23-Jährige in den ersten drei Partien dieser Bundesliga-Saison nur 21 von 270 möglichen Minuten. Ein ähnliches Bild zeichnete auch die vergangene Spielzeit. Hartnäckige Verletzungsprobleme begrenzten Rosenfelder auf lediglich zwölf Ligaeinsätze und 489 Spielminuten.
Mittlerweile ist das Freiburger Eigengewächs wieder fit. Die erste Wahl ist er trotzdem nicht. In der eingespielten Breisgauer Defensive stehen Philipp Lienhart und Matthias Ginter vor ihm. Lediglich gegen Motherwell FC in der Conference-League-Quali durfte Rosenfelder zweimal von Beginn an ran.
Und genau deshalb drängt sich eine Frage auf: Hat der Youngster womöglich einem eigentlich besseren Vereinskollegen das DFB-Ticket weggeschnappt? Schon seit Monaten sammelt Ginter nämlich Argumente am Fließband. Der Weltmeister von 2014 spielte eine starke Vorsaison, hatte großen Anteil am Freiburger Einzug ins Europa-League-Finale und steuerte in der Bundesliga drei Tore sowie fünf Vorlagen bei. Auch der Start in die aktuelle Saison hätte kaum besser laufen können. Freiburg steht mit der Maximalausbeute von neun Punkten an der Tabellenspitze und musste erst ein Gegentor schlucken. Schon wieder hat Ginter zudem drei Assists gesammelt.
Wer das reine Leistungsprinzip anlegt, müsste folglich eher beim Routinier landen als bei seinem Mannschaftskameraden.
Ganz so einfach ist die Sache allerdings nicht. So bringt Rosenfelder ein Profil mit, das es im deutschen Fußball äußerst sehr selten gibt. Der 1,86m-Mann ist nicht nur Innenverteidiger, sondern kann auch als Rechtsverteidiger spielen. Soweit, so normal. Auch Ginter lief in der Vergangenheit schon auf der defensiven Außenbahn auf. Rosenfelder aber verfügt zeitgleich über ein fast schon absurdes Tempo. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von fast 36 km/h gehört er zu den schnellsten deutschen Fußballern überhaupt.
Und dann ist da noch Klopps XXL-Kader. Mit 44 Kickern bietet dieser genügend Platz, um neue Gesichter kennenzulernen und ein paar unbeschriebene Blätter zu bemalen. Max Rosenfelder ist genau so ein Fall. Dass ausgerechnet der so formstarke Matthias Ginter dafür auf seine Rückkehr ins DFB-Team warten muss, ist zwar unglücklich, unverständlich aber ist diese Entscheidung nicht.
📸 Daniela Porcelli - 2026 Getty Images
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