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·24. März 2026

„Es fühlt sich einfach schrecklich an, weil wir mehr verdient gehabt hätten“

Artikelbild:„Es fühlt sich einfach schrecklich an, weil wir mehr verdient gehabt hätten“

Der FC St. Pauli verliert gegen den SC Freiburg und somit reißt die starke Heimserie. Blessin, Wahl, Oppie und Vasilj nennen mögliche Gründe für die Niederlage, die Statistiken untermauern diese.(Titelfoto: Stefan Groenveld)

Am Sonntagabend musste der FC St. Pauli gegen den SC Freiburg eine 1:2-Niederlage einstecken. Die St. Paulianer waren in der ersten Hälfte gut im Spiel und gingen durch Danel Sinani nach einer Ecke in Führung, der den Ball aus wenigen Metern reinhaute. Nach der Halbzeit wurden die Freiburger deutlich besser und übernahmen das Spielgeschehen. In der 65. Minute glichen die Gäste durch Igor Matanović aus, der 13 Minuten später den Doppelpack schnürte und damit das Spiel drehte.


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Trainerstimmen

Schuster: „Mit den Reaktionen in der Halbzeit konnten wir dann den Druck auch erhöhen“

Der Trainer der Freiburger, Julian Schuster, verspätete sich ein wenig und kam erst zum zweiten Teil der Pressekonferenz. Er erklärte, dass sie lange überlegt hätten, wie die Mannschaft reinstarten sollte. Man sei nur „kurz gut reingekommen“ in die Partie, sagte der Cheftrainer über die erste Halbzeit und ergänzte: „Wir haben dann schon einige Momente zugelassen. St. Pauli ist immer gefährlicher geworden und ist dann zu Recht in Führung gegangen.“ Seine Mannschaft kam dann aber gut aus der Halbzeitpause raus, womit auch Schuster sehr zufrieden war: „Mit den Reaktionen in der Halbzeit konnten wir dann den Druck auch erhöhen und ich finde, man hat es dann auch gemerkt, dass die Wahrscheinlichkeit steigt, dass dann eben so ein Tor in Folge dann auch kommt.“ Ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen, beschrieb er, dass die Tatsache, dass seine Mannschaft gegen St. Pauli zurückkommen konnte, die Haltung der Freiburg-Spieler zeige. Außerdem richtete er noch ein paar nette Worte an Blessin und St. Pauli im generellen, die ich hier einfach mal so reinstelle:

„Ich hoffe und wünsche mir sehr, dass ich nächstes Jahr hier wieder ein Auswärtsspiel spielen darf. Weil ich einfach dieses Stadion, diese Fans, diese Mannschaft und euch so sympathisch und auch toll finde. Nicht nur das, sondern eben auch wegen der Qualität, die ich sehe in den Spielen, bin ich davon überzeugt, dass ihr das schafft.“

Blessin: „schon frustrierend, wenn entscheidene Zweikämpfe gegen uns gewertet werden„

Der Cheftrainer des FC St. Pauli war zufrieden mit dem Spielbeginn seines Teams: „Wir haben eine unglaublich gute erste Halbzeit gespielt und auch das 1:0 gemacht. Wir waren griffig in den Zweikämpfen, in den Räumen, waren da gut drin.“ Bezogen auf die zweite Hälfte erklärte er, dass es „kleine Nuancen“ gewesen seien, die das Spiel dann entscheiden. Über die Schiedsrichterleistung wollte Blessin eigentlich nicht wirklich sprechen, sagte dann aber: „Auf der einen Seite können wir die Gegentore besser verteidigen (…) Es ist schon frustrierend, wenn so entscheidende Zweikämpfe gegen uns gewertet werden und es in der Summe dann halt dazu führt, dass wir dann so blöde Gegentore geben.“ Dazu ergänzte er, dass durch solche Entscheidungen „so ein Spiel kippen kann und gekippt ist.“ Dennoch zog er sein Team keineswegs aus der Verantwortung raus und betonte dabei, dass sie einige Situationen extra in der Halbzeit besprochen hätten, die auf dem Feld trotzdem nicht umgesetzt wurden. Besonders nach den ersten 45 Minuten ist das Ergebnis natürlich hart, so Blessin: „De facto ist es so, dass wir mit null Punkten dastehen und es fühlt sich einfach schrecklich an, weil wir mehr verdient gehabt hätten.“ Jetzt geht es erstmal in die Länderspielpause und damit in eine längere Vorbereitungszeit für St. Pauli. Blessin: „Wir wollen die Zeit auch nutzen, um den Akku aufzuladen und dann natürlich versuchen, die Punkte auch auswärts zu holen.“

Kernstatistiken

Starke erste Halbzeit – was war dann los?

Zwei Statistiken aus der Partie des FC St. Pauli gegen den SC Freiburg sind besonders interessant. Zum einen sind das die Ballkontakte im gegnerischen Strafraum. 22 zu 22 ist zwar auch an sich nennenswert nach einer 1:2-Niederlage, aber viel wichtiger finde ich, dass es nach 30 Minuten 10 zu 2 bei den Ballkontakten im gegnerischen Strafraum stand. Das bestätigt noch einmal, was auch Blessin schon sagte: Die erste Hälfte war einfach unfassbar stark vom FCSP. Was auch immer dann in der zweiten passierte, bestätigt auch die nächste Statistik nochmal. Diese bezieht sich auf die Zweikampfquoten. In der ersten Halbzeit gewann der FC St. Pauli zwei Drittel der geführten Bodenzweikämpfe. Dies Verhältnis drehte sich in der zweiten Hälfte, da gewann Freiburg zwei Drittel. Was der Grund dafür sein mag, konnte der Cheftrainer des FCSP nach dem Spiel noch nicht genau erklären und sagte nur, dass sein Team „nicht mehr so gut im Spiel, nicht mehr so präsent waren.“ Dadurch habe man „den Gegner immer immer näher ans Tor rankommen lassen.“

Expected Goals

Freiburg – schwach bei Defensiv-Standards

Wie auch schon im Vorbericht erwähnt, hat der SC Freiburg ein Problem mit der Verteidigung von Standards. Der SCF fing sich sechs Tore nach Ecken ein, nun ist durch Sinani ein siebtes hinzugekommen, was Ligahöchstwert ist. Daher wurde im Training des FCSP ebenfalls auf ruhende Bälle geschaut, dazu sagte  Alex Blessin vor dem Spiel: „Wenn es so (wie im Training, A.d.R.) am Sonntag läuft, dann wäre das schön. Wir wollen das als Dosenöffner nutzen“. Der Plan ist wenigstens aufgegangen, über den Rest schauen wir mal kurz hinweg. Die einzige xG-Kategorie, in der St. Pauli führend ist, sind die Standardsituationen. Aus den drei Eckbällen in der ersten Hälfte resultierte immerhin ein Tor. Auch bei der Ecke in der 6. Minute kam Rasmussen zu einem Abschluss (0,13xG und 0,32xGOT). Eine weitere Standardsituation gab es in der 90.+8 durch einen Einwurf, bei dem Danel Sinani noch einmal aufs Tor zielte (hier allerdings nur 0,04xG und 0,16xGOT).

Spielerstimmen

„Niederlagen sind immer scheiße, aber vor allem hier zu Hause“

Hauke Wahl erklärte in seinem Statement nach dem Spiel: „In der ersten Hälfte hatten wir viele, viele Möglichkeiten und hätten dem Gegner viel mehr weh tun können und haben leider verpasst, das zu machen. Ich glaube, dass wir schon auch hätten höher führen können.“ Nikola Vasilj ergänzte dann zu der zweiten Halbzeit: „The pressure was getting bigger and bigger, they had their moments, scored two goals and then after that it was just difficult to come back for us“. Dabei betonte er besonders, dass sie zwei, drei Mal nicht wach genug waren und das dann eben die entscheidenden Momente gewesen seien. Auch Teamkollege Louis Oppie ist der Meinung, „dass man gegen so eine Mannschaft (…) einfach Mal bestehen muss.“ Darüber hinaus sagte er: „Niederlagen sind immer scheiße, aber vor allem hier zu Hause.“

Eine Besonderheit an diesem Spieltag war der Busempfang vor dem Millerntor. Oppie: „Sowas ist immer schön zu sehen, dass die Fans vor allem in so einer Situation hinter einem stehen. Nach so einer Ankunft hätten wir gerne zusammen mit denen noch den Sieg gefeiert, aber es ist trotzdem unglaublich gewesen.“ Wahl schloss sich mit ähnlichen Worten an: „Natürlich, der Busempfang war unfassbar, hat einem schon sehr viel Kraft gegeben, Energie. Man hat in die Gesichter gesehen und hat einfach pure Leidenschaft gesehen und das war für uns auch ein Auftrag, das aufs Feld zu bringen und ich finde das haben wir ab der ersten Minute geschafft. Jetzt ist es so, aber ich glaube nicht, dass uns das umhaut.“

Artikelbild:„Es fühlt sich einfach schrecklich an, weil wir mehr verdient gehabt hätten“

Hauke Wahl erklärte nach Abpfiff: „Wir haben keinen Bock auf Relegation!“ Verständlich, schließlich ist er im Trikot von Holstein Kiel zweimal in der Aufstiegsrelegation gescheitert. // (c) Stefan Groenveld

„Wir haben keinen Bock auf Relegation“

Noch sieben Spieltage, noch vier Heimspiele. Da ist auf jeden Fall noch was drin. Aktuell steht der FC St. Pauli auf Rang 16, dem Relegationsplatz. Ist dieser erstrebenswert? Die Aussage nach dem Spiel war ganz klar: „We don’t want to play play-offs, I think that is simple enough for us. And I think we have a good chance still to get to the places above“, erklärte der Keeper des FC St. Pauli, Nikola Vasilj. „Wir haben keinen Bock auf Relegation!“ fügte Hauke Wahl noch hinzu. Auch das die starke Heimserie jetzt gerissen ist, sei kein Weltuntergang, denn es gäbe noch genügend Möglichkeiten, Punkte zu holen. Die Mannschaft hat es weiterhin selber in der Hand und nur die eigene Leistung kann beeinflusst werden. Mit der Länderspielpause geht es jetzt in eine längere Vorbereitung für das kommende Ligaspiel. Dann ist man beim 1. FC Union Berlin zu Gast, wo sich erneut die Chance ergibt, zu beweisen, dass der FC St. Pauli in die erste Liga gehört. Bis dahin wünschen wir den Nationalspielern natürlich erstmal alles Gute, viel Glück und dass sie ohne Verletzungen zurück ans Millerntor kommen können.

// Nike

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