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·24. März 2026

Pauli-Trainer outet sich: "Schwule gelten als Außerirdische"

Artikelbild:Pauli-Trainer outet sich: "Schwule gelten als Außerirdische"

Christian Dobrick (29) ist der erste Trainer aus dem Stab eines Bundesligavereins, der sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekennt. St. Paulis Präsident sicherte Unterstützung zu.

Mit Christian Dobrick (29) hat sich erstmals ein Trainer aus dem Stab eines Bundesligavereins öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt. "Im Profifußball gelten Schwule noch immer als Außerirdische", sagte der U19-Trainer des FC St. Pauli in Interviews bei RTL und im stern. Dabei sei er "mit Sicherheit kein Einzelfall".


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Zum Coming-out habe ihn auch eine Begegnung mit Jürgen Klopp bewogen, sagt Dobrick: "Du kannst als Trainer sein, wer du willst, aber du musst für etwas stehen. Du musst du selbst sein", habe der frühere Bundesliga- und Liverpool-Coach bei einem Treffen mit Salzburger Nachwuchstrainern gesagt.

Dobrick, der seit Sommer 2025 im Nachwuchsbereich von St. Pauli arbeitet und zuvor für RB Salzburg, die TSG Hoffenheim und Holstein Kiel tätig war, spricht von Homophobie, die über "Jahrzehnte ins Fußballvokabular eingesickert" sei: "Beklagt sich ein Spieler über zu große Härte, wird er schnell Schwuchtel genannt. Diese Schimpfworte sind schwer rauszukriegen und damit auch das Zerrbild von Schwulen, das dahintersteht."

Dobrick betont, dass es ihn viel Kraft gekostet habe, sein Schwulsein im Arbeitsumfeld zu verbergen. Oftmals habe er "Wortakrobatik" und einen "rhetorischen Eiertanz" aufführen müssen, um sein Leben als schwuler Mann zu kaschieren. Nun folgte das öffentliche Coming-out. "Spring ins kalte Wasser und schwimm!", rät er Spielern und Trainern, die ihre Homosexualität bislang geheim halten. St. Paulis Präsident Oke Göttlich habe Dobrick "persönlich seine Unterstützung" zugesichert, teilte der Klub am Dienstag mit.

"Was den Profibereich betrifft, vermute ich, dass es dort deutlich weniger Schwule gibt als im Bevölkerungsdurchschnitt", sagt Dobrick: "Weil der Druck in der Branche so groß ist, ein hetero-normatives Leben zu führen. Es kommen weniger schwule Fußballer ganz oben an, weil sie ihre Energie verschwenden müssen für Probleme, die nichts mit dem Sport zu tun haben."

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