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·12. Februar 2026

FIFA verdient mit, wenn Spekulanten WM-Tickets zu Mondpreisen verkaufen

Artikelbild:FIFA verdient mit, wenn Spekulanten WM-Tickets zu Mondpreisen verkaufen

Auf der offiziellen FIFA-Weiterverkaufsplattform kosten Finale-Tickets der WM 2026 bis zu 143.750 Dollar – das 41-Fache des Nennwerts. Der Verband kassiert bei jedem Verkauf mit.

Die FIFA hat ein Monster erschaffen, das sie nicht mehr kontrollieren kann. Oder will. Auf der offiziellen Weiterverkaufsplattform des Weltverbandes kostet ein Finale-Ticket der WM 2026 bis zu 143.750 US-Dollar. Das ist kein Tippfehler. Das ist das 41-Fache des ursprünglichen Nennwerts von 3.450 Dollar. Wer das für normal hält, hat den Bezug zur Realität verloren.


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Die FIFA präsentiert sich gerne als Hüterin des Weltfußballs, als Organisation, die den Sport zu den Menschen bringt. Die Wahrheit sieht anders aus. Der Verband hat eine Plattform geschaffen, auf der Spekulanten ungehindert Kasse machen können. Gegen eine Gebühr von 15 Prozent vermittelt die FIFA diese Geschäfte. Sie verdient also mit, wenn Tickets zu Mondpreisen den Besitzer wechseln. Das ist kein Versehen, das ist ein Geschäftsmodell.

Guillaume Aupretre von der französischen Fanvereinigung „Irresistibles Francais" bringt es auf den Punkt: Viele Leute kaufen, um weiterzuverkaufen. Die leidenschaftlichen Fans werden mit unverschämten Angeboten konfrontiert. Das überrascht niemanden mehr, der die Entwicklung im Profifußball verfolgt. Aber es bleibt ein Skandal.

Die günstigste verfügbare Final-Karte liegt bei 9.775 Dollar. Für das Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika werden bis zu 5.234 Dollar verlangt – Tickets, die in der Hauptverkaufsphase noch 895 Dollar kosteten. Nur bei wenigen Partien wie dem Gruppenspiel Österreich gegen Jordanien liegen die Preise unter dem Nennwert. Das zeigt: Der Markt funktioniert nach seinen eigenen Regeln. Und diese Regeln begünstigen nicht die Fans.

Mehr als eine halbe Milliarde Anfragen hat die FIFA nach eigenen Angaben registriert. Die Nachfrage ist gigantisch, das Angebot begrenzt. Unter diesen Bedingungen explodieren Preise auf freien Märkten. Das ist ökonomische Logik. Aber die FIFA hätte Instrumente, um gegenzusteuern. Preisobergrenzen auf der eigenen Plattform wären ein Anfang. Personalisierte Tickets ohne Weiterverkaufsoption ein anderer. Doch der Verband entscheidet sich für das Gegenteil: Er kassiert mit.

Die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko wird das größte Fußballturnier der Geschichte. 48 Mannschaften, 104 Spiele, drei Gastgeberländer. Die FIFA wird Milliarden verdienen. Dass sie dabei auch noch an der Verzweiflung jener Fans mitverdient, die bereit sind, absurde Summen zu zahlen, passt ins Bild. Der Weltverband hat sich längst von seiner Basis entfernt. Die Ticketpreise auf der eigenen Plattform sind der Beweis.

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