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·22. August 2026

Fragen und Antworten zu den Ausschreitungen beim Pokalderby

Artikelbild:Fragen und Antworten zu den Ausschreitungen beim Pokalderby

Sportlich hielt das Derby zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern, was es versprochen hatte, abseits davon kam es jedoch auch zu den befürchteten Ausschreitungen, die zu einer 36-minütigen Unterbrechung führten. liga3-online.de beantwortet die wichtigsten Fragen.

Partie "sehr nah" am Abbruch

Wie kam es zu den Ausschreitungen?


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Nachdem die Atmosphäre auf den Rängen schon während der Partie aufgeladen war, entluden sich die Emotionen innerhalb von wenigen Augenblicken nach einer von FCK-Kapitän Marlon Ritter ausgelösten Rudelbildung durch einen Bodycheck gegen Mannheims Goncalo Gregorio unmittelbar nach Ende der regulären Spielzeit. Erst flogen von der Haupttribüne Becher und weitere Gegenstände in Richtung der Lautrer Spieler, dann wurden als Reaktion darauf aus dem Gästeblock mehrere Raketen auf das Spielfeld sowie die Haupttribüne geschossen.

Das ließen sich wiederum die Waldhof-Fans auf der Otto-Siffling-Tribüne nicht gefallen, öffneten ein Fluchttor und stürmten vermummt auf den Platz. Sie wurden anschließend von der Polizei zurückgedrängt, die mit mehreren Hundertschaften, Pferden und Hunden auf den Rasen gekommen war. Dabei kam es auch zum Einsatz von Pfefferspray, was zu einer Auseinandersetzung zwischen den Anhängern und der Polizei führte. Zumindest eine Teilschuld an den Ausschreitungen sah Mannheims Sportdirektor Matthias Schober bei Ritter, da dieser während der Partie immer wieder provoziert habe.

Wie nah stand die Partie am Abbruch?

"Sehr nah", wie Schiedsrichter Robert Schröder nach der Partie bei "Sky" sagte. "Wenn Raketen auf das Spielfeld oder die Tribünen fliegen und Menschen verletzen können, hört der Spaß auf."

Warum wurde das Spiel dennoch fortgesetzt?

Wie Schröder schilderte, sei die Entscheidung zum Weiterspielen aufgrund der Tatsache gefallen, dass sich die Lage auf den Rängen während der Unterbrechung beruhigt habe. "Wir haben geschaut, ob die Lage es zulässt, nochmal weiterzumachen. Das war der Fall." Wäre es in der Verlängerung allerdings zu weiteren Ausschreitungen gekommen, wäre die Partie abgebrochen worden.

Über 100 Verletzte

Wie fällt die Bilanz der Polizei aus?

In einer ersten Bilanz ist von 35 leicht verletzten Polizisten die Rede. Darüber hinaus mussten insgesamt 85 Fans medizinisch betreut werden. Sie seien durch Rauchgase und den Einsatz von Pfefferspray verletzt worden, heißt es. Acht von ihnen wurden zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Darüber hinaus sind mehrere Fans vorläufig festgenommen worden. Die Polizei ermittelt nun wegen Beleidigungen, verschiedener Körperverletzungsdelikte, Sachbeschädigungen, Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte sowie Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz.

Zur beweissicheren Dokumentation wurden Videoaufnahmen im Zusammenhang mit dem Einsatz von Pyrotechnik und dem Zünden von Feuerwerkskörpern gefertigt. Eine Auswertung hinsichtlich der konkreten Anzahl der Straftaten und Ordnungswidrigkeiten steht noch aus. Nach der Partie hatten Fans der Roten Teufel zudem einen Brand gelegt, der durch die Feuerwehr gelöscht werden musste.

Ist es auch nach dem Spiel zu Ausschreitungen gekommen?

Nein, nach bei der Abreise der Fans blieb alles friedlich. "Die Fanlager sind in keinem Fall aufeinander getroffen", sagte ein Polizeisprecher dem "SWR". Demnach seien auch der Deutschen Bahn nach und vor dem Spiel keine Zwischenfälle mit Anhängern in Zügen bekannt.

Wie hat sich der Waldhof zu den Vorfällen geäußert?

In einer am Samstagvormittag verschickten Stellungnahme verurteilte der SVW die Ausschreitungen "auf Schärfste". Pyrotechnik, die gezielt in Richtung anderer Menschen eingesetzt wird, das Überwinden von Absperrungen und das Betreten des Innenraums sei "durch nichts zu rechtfertigen", so die klare Botschaft. Der Waldhof will die Ereignisse gemeinsam mit den zuständigen Stellen "umfassend aufarbeiten und seinen Beitrag dazu leisten, dass die Geschehnisse vollständig aufgeklärt werden". Sport-Geschäftsführer Gerhard Zuber hatte indes am Abend darauf verwiesen, dass es auch bei anderen Derbys immer wieder zu Ausschreitungen kommen würde. "Das Problem ist nicht nur bei uns. Wir müssen aber schauen, dass wir unsere Hausaufgaben machen."

Wie äußerte sich der FCK?

Auch der FCK verurteilte die Vorfälle "aufs Schärfste". Dass die Sicherheit von Menschen gefährdet wurde, sei nicht zu tolerieren. "Jegliche Formen von Gewalt haben absolut nichts im Stadion zu suchen und widerspricht den Werten und Normen, für die der FCK seit jeher steht. Dies gilt auch für den andere Personen gefährdenden Einsatz von Pyrotechnik."

DFB kündigt "umfassende Aufarbeitung" an

Wie reagiert der DFB?

In einem Statement kündigt der Verband eine "umfassende Aufarbeitung" der Vorfälle an. Weiter heißt es: "Der Deutsche Fußball-Bund wird die entsprechenden Berichte auswerten und den zuständigen Gremien zuleiten. Für sicherheitsgefährdendes Verhalten ist im Fußball kein Platz."

Welche Strafen drohen beiden Klubs?

Beide Vereine müssen mit empfindlichen Geldstrafen rechnen, zumal die Strafen für das Abschießen von Raketen im Vorfeld der Saison erhöht worden waren. Der Waldhof gilt nach zahlreichen Vorfällen in den letzten Jahren als Wiederholungstäter. So waren schon beim Heimspiel gegen Dynamo Dresden im Mai 2025 Pferde auf dem Platz, nachdem es zu Ausschreitungen gekommen. Darauf angesprochen, meinte Zuber: "Wir haben deswegen unsere Rasen gewechselt, damit die Pferde ein schönes Grün haben zum Grasen. Deswegen freut es uns, wenn die für Sicherheit sorgen können."

Wegen der Vielzahl an Vorfällen waren die Buwe bereits im vergangenen September vom DFB angezählt worden. So sollte der SVW "endlich veranlassen, alle zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen, um Zuschauerausschreitungen in Zukunft zu verhindern". Andernfalls seien auch härtere Strafen künftig nicht auszuschließen, hieß es. Gemäß der DFB-Satzung sind Strafen bis zu einer Million Euro, Teilausschlüsse, Geisterspiele oder gar Punktabzüge möglich.

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