Gideon Mensah oder Borna Sosa? Die Antwort liegt nicht im direkten Duell, sie liegt in der Marschroute | OneFootball

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·4. September 2026

Gideon Mensah oder Borna Sosa? Die Antwort liegt nicht im direkten Duell, sie liegt in der Marschroute

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Gideon Mensah oder Borna Sosa? Die Antwort liegt nicht im direkten Duell, sie liegt in der Marschroute

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Erik Stalleicken

4 September, 2026

Der 1. FC Köln trifft am Freitagabend auf den VfB Stuttgart. Die Domstädter gehen gegen den Champions-League-Teilnehmer als Außenseiter in die Partie. Für FC-Neuzugang Borna Sosa eine ungewohnte Ausgangslage. Rund drei Jahre nach seinem Abgang steht für Sosa nun die Rückkehr an alte Wirkungstätte an – Dieses Mal im Trikot des 1. FC Köln: Findet Borna Sosa zurück zu alter Stärke?

Als der damalige Stuttgarter im Februar 2021 mit seinem Team in Müngersdorf gastierte, ging der im Vorjahr aufgestiegene VfB nicht als Favorit in die Partie. Als die Schwaben in der 49. Minute einen Freistoß an der Seitenlinie, rund 40 Meter vom Kölner Tor entfernt zugesprochen bekamen, stand Sosa bereit, um die Kugel in den Strafraum zu bugsieren. Der Standardspezialist flankte scharf Richtung Elfmeterpunkt. Dort schraubte sich Sasa Kalajdzic hoch und köpfte zur 1:0 Führung ein. Eine Torproduktion, die sich bei den Stuttgartern etablierte und beide Beteiligten in die beste Form ihrer Karriere brachte, ehe beide den Verein verließen. Während es Kalajdzic zu den Wolves zog, landete Sosa über die Stationen Ajax und FC Turin schließlich bei Crystal Palace.

Borna Sosa im Training beim 1. FC Köln

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Das anstehende Spiel ist also definitiv ein besonderes für den Linksverteidiger. Ausgerechnet in dem Stadion, in dem er zur Höchstform auflief, könnte er nun sein Debüt für seinen neuen Klub geben. Die Saison 2020/21 zeigt eindrucksvoll, was den heute 28-Jährigen in Stuttgart so stark machte. Besonders offensiv sticht Sosa positiv heraus. Sosa kam auf 7,41 Flanken pro 90 Minuten – ein enorm hoher Wert, der zeigt, wie häufig er aus seiner Position heraus den Weg in gefährliche Räume suchte und anschließend den Strafraum, meist Sasa Kalajdzic mit seinen Hereingaben bediente. 2,51 erfolgreiche Dribblings und 2,22 progressive Läufe pro 90 Minuten zeigen zudem, dass er auch selbst mit dem Ball Raum gewinnen und das Spiel antreiben konnte. Auch seine 4,31 Pässe ins letzte Drittel pro 90 Minuten passen ins Bild eines offensiv denkenden Außenverteidigers. Sosa beendete die Saison mit zehn Assists in 26 Partien. Der DFB prüfte kurz vor der EM 2021 sogar eine Blitzeinbürgerung des damaligen Stuttgarters. Eine Nominierung blieb aufgrund von FIFA-Regularien jedoch aus. Auch in den folgenden Spielzeiten konnte Sosa mit starken Leistungen überzeugen und wurde kroatischer Nationalspieler.



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Plötzlich ungefährlich

Doch mit dem Abgang vom VfB veränderte sich das Bild. Nach einer verkorksten Debütsaison bei Ajax Amsterdam wurde der Linksverteidiger in der Saison 2024/25 an den FC Turin verliehen. Dort kam er auf nur noch 3,48 Flanken pro 90 Minuten. Ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu seiner Zeit im Schwabenland. Noch deutlicher wird der Verlust der offensiven Aktivität bei den Aktionen, mit denen er selbst Raum gewinnen konnte. Seine progressiven Läufe gingen auf 0,85 pro 90 Minuten zurück, die erfolgreichen Dribblings auf 0,64. Gleichzeitig stieg die Zahl seiner Defensivduelle von 4,06 auf 5,89 pro 90 Minuten. Was auf den ersten Blick nach einem deutlichen Leistungsabsturz aussieht, lässt sich aber auch anders interpretieren. Sosa wurde bei seinen Folgestationen stärker in den Defensivverbund eingebunden und konnte seine offensiven Qualitäten kaum noch ausspielen.

Beim 1. FC Köln trifft er nun mit Gideon Mensah auf einen Konkurrenten, der seine Position weitaus defensiver interpretiert als der Kroate und einen Gegensatz zu seiner Version in Stuttgart darstellt. In der abgelaufenen Ligue-1-Saison kam Mensah auf 6,82 Defensivduelle pro 90 Minuten, von denen er 4 gewann. Seine Aufgabe liegt also deutlich stärker darin, die linke Seite abzusichern und Zweikämpfe zu führen. Gleichzeitig würde es dem Ghanaer nicht gerecht werden, ihn auf seine Defensivarbeit zu reduzieren. Denn mit 6,68 erfolgreichen Pässen ins letzte Drittel pro 90 Minuten konnte er auch im Offensivspiel der AJ Auxerre seine Akzente setzen. Nichtsdestotrotz ist Sosa der klar offensiver denkende Außenverteidiger.

Verschiedene Profile als Chance?

Dem FC stehen damit auf der linken Seite zwei unterschiedliche Spielertypen zur Verfügung. Sosa hat während seiner Zeit in Stuttgart unter Beweis gestellt, welche Gefahr er mit seinem linken Fuß erzeugen kann. Mit Thijs Dallinga und Ragnar Ache stehen zwei Stürmer im Kader die aufgrund ihres Kopfballspiels von der Flankenqualität des Kroaten enorm profitieren könnten. Richtig eingesetzt könnte sich der Kroate also zu einer Geheimwaffe entwickeln. Aktuell hat Mensah aufgrund der Eingespieltheit aber noch die Nase im direkten Vergleich vorn. Der ghanaische Nationalspieler hat gegen Hoffenheim bereits gezeigt, dass er die Kölner Defensive durch seine Zweikampfstärke stabilisieren kann.

Für René Wagner könnte genau dieser Unterschied interessant werden. Denn der FC hat nun die Möglichkeit je nach Spielsituation und Gegner zu reagieren. Brauchen die Kölner ein Tor, kann Sosa mit seinen Flanken für Gefahr im letzten Drittel sorgen. Muss dagegen eine Führung verteidigt werden, ist das zweikampfstarke Profil von Mensah gefragt. Der Vergleich zwischen den beiden Spielern ist also weniger eine Frage nach dem besseren Spieler als nach der passenden Option für die jeweilige Situation. Vielleicht bekommt der Deadline-Day-Neuzugang bereits im Duell gegen den VfB Stuttgart die Chance, seine Qualitäten in der Bundesliga erneut unter Beweis zu stellen und seiner alten Liebe wehzutun.

Wer fällt gegen den VfB Stuttgart aus?

Neben Timo Hübers sowie Sebastian Sebulonsen und Luca Waldschmidt muss René Wagner wohl auch auf Said El Mala und Thijs Dallinga verzichten.

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