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·17. April 2026
"Grenze überschritten": Wollitz schießt erneut gegen den VfL

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Nachdem Energie-Coach Claus-Dieter Wollitz bereits am letzten Sonntag unmittelbar nach dem Spiel beim VfL Osnabrück unter anderem fehlenden Stil seines Ex-Klubs bemängelt hatte, legte er bei der Spieltags-Pressekonferenz vor der Partie gegen Rot-Weiss Essen (Sonntag, 13:30 Uhr) nochmal nach.
Die obligatorische Fragerunde bei der Pressekonferenz am Freitag war noch nicht eröffnet, und eigentlich ging es erstmal nur um das Personal für Sonntag, da legte Wollitz bereits los: "Sie können mir Fragen stellen. Wenn ich sie beantworten möchte, dann beantworte ich sie, ansonsten werde ich mich bestmöglich zurückhalten." Dass der 60-Jährige derart verstimmt war, lag am Duell beim VfL Osnabrück am vergangenen Sonntag. Und das nicht aufgrund der 0:1-Niederlage und der Tatsache, dass Energie die "bessere Mannschaft" gewesen sei und daher ein Unentschieden verdient gehabt hätte, sondern wegen der Begleiterscheinungen rund um das Spiel.
Wollitz sprach davon, dass eine Grenze "klar überschritten" worden sei, wie Energie Cottbus begleitet wurde. "Respektloser kann man mit einem Klub nicht umgehen und seine Abneigung zeigen." Unter anderem kritisierte Wollitz, dass weder bei der Ankunft noch der Abfahrt ein Ordner beim Mannschaftsbus gewesen sei. Entsprechend sei die Mannschaft noch vor dem Stadion Beleidigungen von Osnabrücker Fans ausgesetzt gewesen. Näher ins Detail gehen wollte Wollitz aber nicht – zumindest vorerst: "Ich werde mich nach der Saison nochmal dazu äußern. Jetzt sind die fünf verbleibenden Spiele wichtiger."
Auch, dass Schiedsrichter Patrick Ittrich den Lausitzern einen Elfmeter verwehrte, brachte Wollitz auf die Palme – und wunderte sich darüber, dass dies im Nachgang nicht zum Thema gemacht worden sei. Wollitz selbst hatte die Thematik direkt nach dem Spiel allerdings auch nicht angesprochen. Womöglich deswegen, weil er im Interview bei "MagentaSport" das Gefühl hatte, "lächerlich gemacht" worden zu sein, als er gefragt wurde, ob seine Mannschaft nach der Niederlage nun eine Reaktion zeigen müsse. "Dann bin ich nicht mehr bereit, Fragen zu beantworten."
Auf der Pressekonferenz am Freitag tat der 60-Jährige das dann aber doch und sprach ganz offen davon, dass nun Druck da sei. "Da brauchen wir auch nicht drumherum reden." Gleichwohl habe seine Mannschaft gezeigt, dass sie damit umgehen könne. Für Wollitz ist klar: "Wenn wir dran bleiben wollen, brauchen wir einen Sieg." Bis auf einen Zähler würde Energie mit einem Sieg an RWE heranrücken, bei einer Niederlage würde der Rückstand dagegen auf sieben Zähler anwachsen, sodass zumindest der direkte Aufstieg nicht mehr realistisch wäre.
Daher brauche es eine "Top-Leistung", gepaart mit "Lust und Intensität". Wollitz zeigte sich aber "fest davon überzeugt", dass seine Mannschaft dies abrufen werde. Auch, "damit wir das Publikum auf unsere Seite holen und es heiß machen". Zu den Essenern wollte sich der Cottbuser Coach indes nicht näher äußern, schließlich müsse sein Team bei sich bleiben. Dennoch erkannte Wollitz aber an, dass die aktuelle Serie von sieben Siegen in Serie eine "außergewöhnliche Leistung" sei.
Eine gute Leistung erwartet Wollitz auch von Schiedsrichter Robert Hartmann. "Der Aufstieg sollte nicht durch Schiedsrichter entschieden werden", mahnte der 60-Jährige und vertrat die Auffassung, dass der Aufstieg für Energie durch die Begleitung der Schiedsrichter schwieriger zu erreichen sei als für andere Klubs. "Warum sollte Energie Cottbus einen Elfmeter bekommen? Warum soll dieser Verein am Ende der Welt an der Polen-Grenze aufsteigen?", stellte er polemisch als Frage in den Raum.
Gute Nachrichten gab es indes von personeller Seite, stehen doch alle Spieler zur Verfügung – auch die zuletzt angeschlagenen Jonas Hofmann (nach Muskelverletzung), Leon Guwara (nach Oberschenkelverletzung) und Tolga Cigerci (nach Muskelfaserriss). Über 17.000 Zuschauer werden am Sonntag erwartet – und der Mannschaft inklusive Wollitz einen ganz anderen Empfang bereiten als es zuletzt vom Publikum in Osnabrück der Fall gewesen war.
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