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·22. Februar 2026
Grundsatzdebatte beim FC Bayern entfacht: Eberl widerspricht Kimmich

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·22. Februar 2026

Bis zur 60. Minute war es ein souveräner Auftritt des FC Bayern gegen Eintracht Frankfurt. 3:0-Führung, Spielkontrolle, Dominanz. Doch eine einzige Szene kurz vor Schluss reichte, um eine Grundsatzdebatte auszulösen, die weit über dieses Spiel hinausgeht.
Beim Stand von 3:1 gerieten die Münchner durch aggressives Frankfurter Pressing unter Druck. Jonas Urbig blieb zunächst cool, umkurvte im eigenen Strafraum zwei Gegenspieler und spielte dann zu Joshua Kimmich. Der Mittelfeldchef suchte die Lösung nach vorne, rutschte jedoch weg und spielte schließlich quer durch den eigenen Sechzehner in Richtung Minjae Kim. Arnaud Kalimuendo spritzte dazwischen – 2:3, plötzlich wurde es unnötig spannend.
Für Sportvorstand Max Eberl war die Szene ein Paradebeispiel für übertriebenen Idealismus. „Das hätten wir uns sparen können“, resümierte er deutlich. Seine Forderung: In solchen Momenten müsse man auch mal „löschen“. Also den Ball kompromisslos nach vorne schlagen, statt auf Biegen und Brechen die spielerische Lösung zu suchen. „Ich weiß, man will viel spielerisch lösen, aber das ist dann ein Stück weit zu viel“, sagte der ehemalige Verteidiger – und gestand augenzwinkernd, dass das früher „eher mein Spiel“ gewesen sei.

Foto: IMAGO
Joshua Kimmich sah die Sache differenzierter. Ja, grundsätzlich könne es Sinn ergeben, den Ball einfach zu klären. „Generell ja“, sagte er – nur um sofort einzuschränken. „Auf der anderen Seite ist es unsere Spielweise, dass wir spielen wollen, dass wir auch, wenn wir Druck haben, versuchen, die spielerische Lösung zu finden.“
Für Kimmich geht es um mehr als nur eine einzelne Szene. Würde Bayern regelmäßig auf lange Befreiungsschläge setzen, hätte das strategische Folgen. „Dann werden die Gegner mehr und mehr pressen“, erklärte er. Wenn der Rekordmeister signalisiere, dass er unter Druck keine Lösungen finde, werde es einfacher, ihn zu bespielen. „Dementsprechend sollten wir schon diese DNA beibehalten.“
Bemerkenswert: Minjae Kim nahm Eberl überraschend aus der Schusslinie. „Mit dem Tor hat Minjae nichts zu tun“, stellte er klar. Der gesamte Spielzug sei „Harakiri“ gewesen – implizit rückte damit vor allem Kimmich in den Fokus.
Auch die Frage, ob Kimmich mit Manuel Neuer im Tor anders entschieden hätte, wollte Eberl nicht weiter vertiefen. Kimmich selbst stärkte Jonas Urbig den Rücken. „Ich finde, dass es Jonas sehr gut macht“, sagte er und verwies auf dessen Qualitäten im Spielaufbau, inklusive gezielter langer Bälle wie zuletzt gegen PSV.
Die Szene gegen Frankfurt war letztlich folgenlos – doch sie legt einen Spannungsbogen offen. Zwischen spielerischer Überzeugung und pragmatischer Ergebnissicherung. Zwischen DNA und Risikomanagement. Eine Diskussion, die beim FC Bayern wohl noch häufiger geführt werden dürfte.









































