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·22. Februar 2026

"Habe langsam keinen Bock mehr": Hansa tobt nach Handelfmeter

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Mit einem Sieg im Verfolgerduell gegen 1860 München hätte Hansa Rostock die Löwen auf sieben Punkte distanzieren können, verlor die Partie aber mit 0:1 und muss im Aufstiegsrennen etwas abreißen lassen. Das Tor resultierte aus einem umstrittenen Elfmeter, der für großen Ärger beim FCH sorgte.

"Mir fehlen langsam die Worte"

Er war nach Spielende mächtig sauer, Ahmet Gürleyen, als er zum Interview mit "MagentaSport" kam. "Das ist nicht das erste Spiel, das wir so gestalten. Diesmal ist noch ein anderer Mann dafür verantwortlich, dass wir verlieren", schimpfte der 26-Jährige. Gemeint war Schiedsrichter Luca Jürgensen. Was war passiert? Nach 48 Minuten bekam Gürleyen im Strafraum einen Schuss von Philipp beim Wegdrehen an den angelegten Ellenbogen, was der Unparteiische als strafwürdiges Handspiel einstufte und mit einem Elfmeter ahndete. Jacobsen nutzte diesen zum Siegtreffer für die Löwen.


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"Mir fehlen langsam die Worte", setzte Gürleyen zu einer Wutrede an. "Jede Woche gibt es eine andere Scheiße. Ich habe langsam keinen Bock mehr." Bereits in den letzten Wochen musste Hansa einige Fehlentscheidungen hinnehmen, zuletzt etwa in Hoffenheim. Insgesamt gab es nach Einschätzung von liga3-online.de-Experte Babak Rafati in dieser Saison bislang neun falsche Pfiffe gegen die Rostocker, was im Liga-Vergleich den vierten Platz bedeutet.

Kritik an Kommunikation: "Katastrophe"

"Wir reißen uns jede Woche den Arsch auf, kommen so gut ins Spiel rein, während von Sechzig in der ersten Halbzeit gar nichts kam. Und dann kommt so eine billige Entscheidung." Warum Jürgensen in dieser Situation auf Elfmeter entschied, habe dieser nicht erklärt. "Er hat mich für eine Sekunde angeschaut und dann auf den Punkt gezeigt." Gürleyen verwies darauf, dass er in der Drehung gewesen sei. "Er schießt mich aus einem Meter an. Ich kann meinen Arm nicht verschwinden lassen."

Auch nach der Partie sei der Unparteiische nicht zu einem Gespräch bereit gewesen: "Er ist einfach weggegangen", berichtete Gürleyen. "Das ist eine Katastrophe. Wenn du etwas entscheidest, dann steh' dazu und erkläre es vernünftig", richtete sich Gürleyen an den 29-jährigen Schiedsrichter und wetterte noch weiter gegen ihn: "Ich weiß nicht, ob er schon einmal Fußball gespielt hat. Ich glaube aber nicht."

Kauczinski gibt sich fair

Trainer Daniel Brinkmann konnte die Elfmeter-Entscheidung ebenfalls nicht nachvollziehen: "Ich weiß nicht, was Gürleyen mit seiner Hand machen soll. Er geht ja sogar noch vom Ball weg. Aber man findet immer eine Begründung, warum es Hand war oder nicht." Die Entscheidung sei "mega bitter" und "äußerst tragisch" für die Kogge gewesen, zumal direkt zuvor ein "ganz klares Foul" an Mejdr nicht gepfiffen worden sei. Haugen hatte sich beim Rostocker Verteidiger aufgestützt, ehe der Ball dann bei Philipp landete. Während Jacobsen den Elfmeter "gepfiffen hätte", gab Löwen-Coach Markus Kauczinski ehrlich zu: "Ich will so etwas gegen mich nicht gepfiffen bekommen."

Ärgerlich war der Elfmeter auch deshalb, "weil wir über 90 Minuten extrem viel investiert haben" und 1860 nur aufs Verteidigen und Kontern aus gewesen sei, wie Rostocks Trainer analysierte. "Dann spielst du gegen eine Wand." Bei allem Ärger über den Strafstoß hielt Brinkmann aber auch fest, "dass wir unser Spiel besser machen müssen. Wir haben kein Tor geschossen". Viele große Chancen hatte Hansa zwar nicht, "doch aus diesen wenigen Momenten müssen wir Tore machen". Dass das trotz einer "engagierten Mannschaftsleistung" nicht gelungen war, bezeichnete der FCH-Coach angesichts des Aufwands als "schade", denn aufgrund der Spielanteile "hätten wir einen Punkt absolut verdient gehabt".

Rückstand angewachsen: "Ist mir egal"

Durch das vierte sieglose Spiel in Folge und die erste Drittliga-Niederlage gegen 1860 überhaupt liegt Hansa als Siebter nun bereits sechs Punkte hinter dem Relegationsplatz. "Dann ist das so, das ist mir egal", gab sich Brinkmann trotzig. "Wir schauen auf uns und das, was wir beeinflussen können. Dann werden wir am Ende noch in der Verlosung dabei sein, da bin ich mir ziemlich sicher." Auch jetzt sei die Kogge noch immer im Rennen, "da kann mir auch keiner was anderes erzählen. Wir machen weiter".

Dennoch ist sich der 40-Jährige der Tatsache bewusst, "dass der Abstand nicht mehr größer werden darf". Es gelte, den Anschluss zu halten. Brinkmanns Appell: "Lass uns klar in der Birne sein, vor gar nichts Angst haben und mutig sein!" Mit dem Heimspiel gegen Rot-Weiss Essen steht für die Kogge am nächsten Samstag direkt das nächste Verfolgerduell an. Kehrt das Spielglück dann zurück? Sicher ist hingegen, dass Sportchef Amir Shapourzadeh auf der Tribüne Platz nehmen muss. Der 43-Jährige war nach Spielende auf das Feld gerannt und hatte sich zu vehement bei Jürgensen über den Elfmeter beschwert, was die die rote Karte zur Folge hatte.

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