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·30. April 2026

Heidenheim-Rettung? Schmidt: „Viele sagen, ich sei verrückt“

Artikelbild:Heidenheim-Rettung? Schmidt: „Viele sagen, ich sei verrückt“

1,77 Prozent. Eins Komma sieben sieben. Höher ist sie nicht, die Wahrscheinlichkeit, dass der 1. FC Heidenheim das Fußball-Wunder doch noch irgendwie erzwingt und auf den Relegationsplatz springt. Sagt der Supercomputer der Datenspezialisten von Opta, der den Saisonendspurt Tausende Male simuliert hat. Aber die Künstliche Intelligenz hat ihre Rechnung ohne Frank Schmidt gemacht.

„Ich weiß, viele Leute sagen, der ist verrückt“, meinte der FCH-Trainer mit Blick auf die schier unlösbare Aufgabe am Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei den Spektakel-Kickern des FC Bayern, „aber ich fahre nicht hin, um nur mitzuspielen.“ Oder um sich als Tabellenletzter in das Schicksal Abstieg zu ergeben. Schmidt pfeift auf die KI – und macht seine ganz eigene Rechnung auf.


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Heidenheim braucht Topspiele

„Wir müssen fast neun Punkte holen“, sagte er über die letzten drei Partien in München, gegen Köln und gegen Mainz – und die ersten drei sollen bitteschön schon bei den Paris-müden Münchnern folgen. „Wir haben sie schon mal geschlagen“, betonte Schmidt – und das ist nur eine von mehreren Tatsachen, mit denen der ewige Heidenheimer jeglicher Wahrscheinlichkeit trotzen will.

Da ist der April 2024. Die Bayern stehen vor dem Viertelfinale in der Königsklasse gegen den FC Arsenal, Trainer Thomas Tuchel lässt rotieren – wie es jetzt in Erwartung des Rückspiels gegen PSG auch von dessen Nachfolger Vincent Kompany erwartet wird. Ein Doppelpack von Tim Kleindienst bringt nach 0:2-Rückstand ein 3:2 für Heidenheim. „Wir sollten uns alle ein Stück weit schämen“, sagt Münchens Sportvorstand Max Eberl.

Da sind außerdem die bisherigen Heidenheimer Auftritte in der Allianz Arena. „Da haben wir oft eine passable Leistung gebracht“, sagte Schmidt richtig. Im wilden Pokal-Viertelfinale 2019 beim 4:5 noch als Zweitligist. Seit dem Aufstieg zweimal bei einem 2:4. „Wenn wir das ganz Verrückte schaffen wollen“, betonte Schmidt, dann sollte seine Elf diesmal „schon was mitnehmen“.

Und anknüpfen an historische Vorbilder. Die gibt es durchaus, wie die Heidenheimer Zeitung unter der Überschrift „Wunder gibt es immer wieder“ vorrechnete. Den frühzeitig abgeschriebenen FCH in der Vorsaison etwa, Julian Nagelsmanns Hoffenheim 2016, Augsburg 2013, Frankfurt 1999.

Schmidt arbeitete deshalb nach dem 2:0 gegen St. Pauli, das die Punkte sechs bis acht in den jüngsten fünf Spielen brachte, darauf hin, „dass jeder den Glauben hat, dass man etwas holen kann“. Der FC Augsburg, sagte er trotzig, „hat es auch geschafft“.

Seine Profis hat Schmidt gepackt. „Das nächste Spiel wird nun ziemlich heiß“, sagte Torjäger Budu Siwsiwadse und versprach: „Wir werden bis zum Schluss kämpfen.“ Niklas Dorsch verwies auf den Mut seines Trainers und betonte: „Wir werden uns da nicht hinten reinstellen.“

Und wenn der Supercomputer recht hat? Wenn das international bestaunte Bundesliga-Märchen des Dorfvereins von der Ostalb endet? Dann erlebt Schmidt (Vertrag bis 2027) sein „mutmaßlich letztes Jahr als Trainer in Heidenheim“ in der 2. Liga. Rückkehr-Wahrscheinlichkeit? Mindestens 1,78 Prozent!

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