FC Bayern München
·16. September 2026
Herbert Hainer: „Vielfalt ist keine Bedrohung, sondern eine Bereicherung“

In partnership with
Yahoo sportsFC Bayern München
·16. September 2026

Insgesamt funkelten sechs Trophäen der Saison 2025/26 im imposanten Kuppelsaal der Bayerischen Staatskanzlei neben dem Rednerpult, auf dem das Wappen des Freistaats Stolz ausstrahlte. „Wir freuen uns immer, hier eingeladen zu werden“, eröffnete Herbert Hainer seine Rede beim Empfang des Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder für die einmal mehr überaus erfolgreiche Männer- wie Frauenmannschaft des FC Bayern: Der Freistaat lege Wert auf Traditionen – genauso wie der doppelte deutsche Double- und Supercupsieger, so der FCB-Präsident: „Wenn wir bei Ihnen sind, bedeutet das für uns: Wir haben wieder ordentlich was gewonnen.“
Jahr für Jahr würden sich die Mannschaften hier ins Goldene Buch eintragen, Männer wie Frauen, führte Hainer im Beisein von Ehrenpräsident Uli Hoeneß, dem Vorstandsvorsitzenden Jan-Christian Dreesen, Sportvorstand Max Eberl, Vorstand Rouven Kasper, Sportdirektor Christoph Freund, Bianca Rech, Direktorin Frauenfußball, sowie der Vizepräsidenten Professor Dr. Dieter Mayer und Walter Mennekes aus: „Diese Unterschriften füllen viele Seiten – und jedes einzelne Autogramm ist ein Zeichen, dass der FC Bayern wieder ein Stück Geschichte geschrieben hat.“ Der Präsident folgerte daraus mit einem Schmunzeln: „Lieber Herr Ministerpräsident, im Laufe der Jahre sind Sie zu einem der treuesten Autogrammjäger des FC Bayern geworden. Bitte bleiben Sie hartnäckig – und halten Sie auch für das kommende Jahr ein paar Seiten für uns frei! Lassen Sie uns gemeinsam weiter bayerische Erfolgsgeschichte schreiben!“
Söder erläuterte, der FC Bayern sei zu einem „FC Feelgood“ geworden. Nach dem „Betriebsunfall“, als Leverkusen einmal Meister wurde, habe der Verein zurück zum Erfolg gefunden – und mehr noch: Das „Mia san Mia“ sei unter dem neuen Cheftrainer Vincent Kompany „neu belebt“ worden – „der FC Bayern steht dafür, sich immer wieder neu zu erfinden“. Sein Fazit, ehe Manuel Neuer und Glódís Viggósdóttir Trikots überreichten und die beiden Teams gemeinsam für Fotos zusammenrückten: „Ein Jahr ohne diese Ehrung des FC Bayern ist für mich ein verlorenes Jahr.“
Er könne heute hier nicht in der Staatskanzlei sprechen, ohne den Blick über den Spielfeldrand hinaus zu lenken, sagte Hainer in seiner Rede, bei der er immer wieder Beifall erhielt: „In manchen Teilen von Deutschland hat man den Eindruck, es sei fast schon ein Volkssport, gegen demokratische Institutionen, politische Verantwortung und unsere gemeinsamen gesellschaftlichen Werte zu hetzen. Da, und das sage ich mit Nachdruck, spielen wir als FC Bayern nicht mit!“ Der Sport könne und dürfe politische Verantwortung nicht ersetzen, so der Präsident - „aber er kann zeigen, wie Zusammenhalt funktioniert: Menschen mit unterschiedlichen Herkünften, Religionen, Sprachen und Lebensgeschichten arbeiten auf gemeinsame Ziele hin. Sie vermitteln, dass Teamgeist nicht davon abhängt, wo man geboren wurde, woran man glaubt oder wen man liebt.“
Es sei ihm auch einmal wichtig, ausdrücklich zu betonen, „wie froh wir als FC Bayern über das Zusammenspiel mit der bayerischen Politik sind“, sagte Hainer. Als Teil der Münchner Delegation werde man beispielsweise zusammen am 26. September nach Baden-Baden reisen, „um beim Deutschen Olympischen Sportbund die Bewerbung unserer Heimatstadt für Olympische und Paralympische Spiele zu unterstützen - weil es hier nicht nur um ein paar Wochen Sport in München geht: Olympische und Paralympische Spiele begeistern Menschen für Bewegung, sorgen für Begegnung, fördern Inklusion und Respekt und geben einer ganzen Gesellschaft Energie. Wir wollen gemeinsam zeigen, dass München nicht nur eine Weltstadt mit Herz ist – sondern eine Weltsportstadt mit Herz.“
Gerade in diesen Zeiten brauche man verbindende Kräfte: „Wir müssen gemeinsam nach vorne schauen – und gemeinsam anpacken. Ich halte nichts davon, immer nur zu protestieren – man muss sich unterstützen“, machte Hainer deutlich. Mit Blick auf den Sport habe die Bayerische Staatsregierung „starke, vorwärtsgewandte Entscheidungen getroffen: Wir begrüßen ausdrücklich die Wiedereinführung der dritten Sportstunde ab der ersten Klasse. Auch wir als FC Bayern sind mit unserem Bewegungsförderprogramm ,ZAM AKTIV‘ an über 100 Schulen tätig. Wer Schulsport und Sportvereine stärkt, investiert in Gesundheit, Teamfähigkeit - und in die Zukunft unseres Zusammenlebens.“
Kürzlich sei das Frauen-Team in der Gedenkstätte Dachau gewesen, berichtete Hainer zum Ende seiner Rede: „So ein Besuch macht deutlich, wohin Ausgrenzung, Entmenschlichung und das Schweigen der Mehrheit führen können. Ich schaue in die Gesichter unserer beiden Mannschaften hier. Ich sehe Spielerinnen und Spieler mit verschiedenen Wurzeln, Erfahrungen und Lebenswegen. Ich sehe die unwiderstehliche Kraft von Vielfalt. Diese Vielfalt ist keine Bedrohung – sie ist eine Bereicherung.“ Daher sage der FC Bayern ganz klar: „Wenn Menschen ausgegrenzt werden, ist Schweigen keine Lösung. Wenn Diskriminierung salonfähig wird, muss man widersprechen. Wenn Antisemitismus, Rassismus oder Menschenfeindlichkeit als Meinung verharmlost werden, müssen wir Haltung zeigen. Deutschland ist vielfältig – genau darin liegt seine Stärke.“
Hainer schloss seine Rede mit einem Dank an die Spielerinnen und Spieler: „Ihr alle macht die Menschen in Bayern unglaublich stolz. Lasst uns nicht aufhören, gemeinsam Geschichte zu schreiben. Geschichte, die seitenweise Bücher füllt. Geschichte, die über das Spielfeld hinaus wirkt. In der heutigen Zeit sind Vorbilder wie Ihr wichtiger denn je. Danke, dass Ihr einzigartige Botschafterinnen und Botschafter der Vielfalt, der Gemeinschaft – und von Bayern seid!“ Die Teams um die Trainer Vincent Kompany und José Barcala spendeten einmal mehr langen Beifall.
Zahlreiche Spielerinnen und Spieler des FC Bayern wurden für den Ballon d‘Or nominiert:







































