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·23. September 2026

Heute 50 Millionen wert: Der FC ließ auch die zweite Chance bei Yann Bisseck verstreichen

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Heute 50 Millionen wert: Der FC ließ auch die zweite Chance bei Yann Bisseck verstreichen

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Simon Bartsch

23 September, 2026

Heute ist er rund 50 Millionen Euro wert, spielt für Inter Mailand und die Nationalmannschaft, der FC ließ den Abwehrspieler nicht mal für eine Millionen Euro ziehen. Und nun gibt es eine weitere Wende beim 1. FC Köln: Der FC verpasste offenbar auch seine zweite Chance bei Yann Aurel Bisseck.

Vier Leihen absolvierte Yann Bisseck, bevor er den FC auch fest verließ. Mittlerweile spielt der gebürtige Kölner für Mailand und die Nationalmannschaft. Und wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet, ließen die Kölner eine Chance verstreichen, den Spieler für kleines Geld zurückzuholen.

Yann Bisseck trainiert aktuell bei der DFB-Elf (Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images)

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Als der FC am Dienstagmittag die Vertragsverlängerung von Krystian Irmiev bekannt gegeben hat, mag vielleicht der ein oder andere FC-Anhänger sicherlich ein Lächeln im Gesicht gehabt haben. Die Geißböcke haben ein weiteres Talent an sich gebunden. Ein Talent, von dem man sich in Köln einiges erhofft. Das Lächeln, weil der Florian-Wirtz-Stachel bei vielen FC-Fans dann doch noch tief sitzt. Zumindest wird der Vergleich mit dem deutschen Nationalspieler in den Sozialen Medien dann doch wieder rausgekramt, wenn ein Hoffnungsträger des Nachwuchses das Geißbockheim verlässt. Oft wird in diesem Zusammenhang auch das Beispiel von Yann Aurel Bisseck genannt. Der Innenverteidiger ist laut dem Online-Portal transfermarkt.de mittlerweile 50 Millionen Euro wert, spielt für Inter Mailand und weilt gerade bei der Nationalmannschaft, in der Hoffnung in den anstehenden Begegnungen sein zweites Länderspiel für die DFB-Auswahl zu bestreiten. Wohlgemerkt ein Ex-FC-Profi, ein gebürtiger Kölner.


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Über vier Leihen die feste Verpflichtung in Dänemark

Auch Bisseck verließ die Kölner für deutlich weniger Geld. Im Vergleich zum heutigen Marktwert für so gut wie nichts. Der Vergleich zu der Causa Florian Wirtz ist allerdings nicht wirklich fair. Nach seinem Profi-Debüt für die Geißböcke 2017, der Abwehrspieler ist bis heute der jüngste Profi der Geißböcke, sollte Bisseck Spielpraxis bei anderen Vereinen über Leihen sammeln. Über Kiel, Roda Kerkrade in den Niederlanden und Guimaraes aus Portugal landete der heute 25-Jährige im Sommer 2021 in Aarhus. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte sich der Abwehrspieler nirgends ernsthaft durchsetzen. Auch, weil ihn Verletzungen den Spieler immer wieder zurückwarfen.

In Dänemark wollte es schon besser laufen. Allerdings nicht gut genug für den FC, aber ausreichend für den dänischen Club. Aarhus überwies dem FC damals etwas mehr als 700.000 Euro. Das kann man mit dem heutigen Wissen sicher kritisieren. Allerdings hatte es Bisseck bis dahin nicht geschafft, sich dauerhaft durchzusetzen. In Köln hat man anscheinend die erhoffte Entwicklung nicht gesehen, um den Spieler weiter zu binden, ihm Gehalt zu zahlen. Verständlich, wenn man die Perspektive einfach nicht sieht. Warum hätte man den Spieler unter diesen Gesichtspunkten nach vier Jahren als Leihspieler weiter verleihen sollen. In Dänemark funktionierte es dann für den Innenverteidiger, es folgte der Wechsel nach Mailand und für die Kölner immerhin weitere eine Millionen Euro.

Köln versucht seine Talente zu binden

Die Geschichte hat also doch eine andere Erzählweise als die von Florian Wirtz. Doch sie bekommt nun noch eine überraschende Wende. Denn der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet, dass der FC die Chance hatte, Bisseck für 1,2 Millionen Euro zurückzuholen. So besaß Köln im Vertrag mit Aarhus offenbar das sogenannte „Matching Right“. Eine Klausel im Vertrag, die dem FC einen Konter bei Angeboten anderer Vereine erlaubt hätte. Unterm Strich hätte der FC weniger für den Spieler ausgeben müssen, als er zuvor bekommen hatte. Damals hatte Christian Keller das Zepter in Köln übernommen. Er und sein Team ließen die Frist ablaufen, nutzten die Klausel nicht. Später wechselte Bisseck dann zu Inter Mailand. Die Entwicklung ist beeindruckend und ist nur allzu verständlich, dass sie aus Kölner Sicht auch schmerzt. Ändern kann man den Sachstand beim FC im Fall des 25-Jährigen nun ohnehin nicht mehr.

Die Frage ist nun vielmehr, wie man in Zukunft mit vergleichbaren Fällen umgehen wird. Es wäre naiv zu glauben, dass es zu ähnlichen Transfers oder Entwicklungen nicht mehr kommen kann. Eben weil die Entwicklung bei Bisseck in dieser Phase so nicht abzusehen gewesen ist. Es ist der Spagat zwischen Abwarten, Geduld aufbringen und die Entscheidung treffen, wann sich genau das vielleicht nicht mehr lohnt. Das Risiko einen kommenden Nationalspieler zu verlieren, bleibt. Es gibt aber auch zahlreiche Beispiele von Akteuren, bei denen der Abschied wohl die richtige Entscheidung gewesen ist. Der FC kann sich zurzeit jedenfalls nicht vorwerfen lassen, achtsam mit seinen Talenten umzugehen. Die Vertragsverlängerung von Irmiev ist die eine Seite, die Leihen von Spielern wie Elias Bakatukanda oder Julian Pauli die andere.

Köln versucht, seine Talente zu binden und ihnen andernorts die Spielpraxis zu ermöglichen, die am Geißbockheim möglicherweise fehlt. Eine Garantie gegen den nächsten Fall Bisseck ist auch das nicht. Aber vielleicht erhöht es die Chance, dass der FC beim nächsten Spätstarter noch die Hand auf der Entwicklung hat.

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