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·19. September 2026
HSV verlängert mit Polzin – und 24 Stunden später passiert das

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·19. September 2026

Manchmal reicht ein einziger Nachmittag, um wochenlangen Frust wegzuspülen. Hamburg hat gegen Köln nicht nur seinen ersten Saisonsieg eingefahren, sondern gleich die komplette Elbe leergeschrien. Und das nur einen Tag, nachdem der Klub die Vertragsverlängerung mit Trainer Merlin Polzin verkündet hatte. Zufall? Klar. Trotzdem eine ziemlich hübsche Geschichte. 📖
Zur Erinnerung, wie schlimm es wirklich war: Drei Spiele, drei Niederlagen, 0:12 Tore, kein einziger eigener Treffer. Darüber habe ich an dieser Stelle vor zwei Tagen noch geschrieben, als die Vertragsverlängerung mitten in dieser Krise verkündet wurde.
Gegen Köln war nach 44 Minuten plötzlich Schluss mit der Ladehemmung. Nicolas Capaldo köpfte nach einer Ecke zur Führung ein, sein erstes Bundesligator für den HSV. Kurz nach der Pause legte Joker Yussuf Poulsen nach, ehe Ragnar Ache in der 90. Minute für Köln verkürzte. Am Ende stand ein 2:1.
Völlig souverän war das allerdings nicht. Köln hatte über weite Strecken mehr vom Spiel und setzte den HSV immer wieder unter Druck. Vor allem Daniel Heuer Fernandes musste mehrfach eingreifen und hielt seine Mannschaft im Spiel. Der HSV verteidigte den Vorsprung aber mit viel Einsatz über die Zeit. Nach drei Spielen ohne eigenen Treffer und zwölf Gegentoren war das Ergebnis vor allem eines: ein dringend benötigter Befreiungsschlag.
Polzin hatte im Vergleich zum 0:5-Debakel in Leipzig gleich dreifach gewechselt. Warmed Omari, Fábio Vieira und Terem Moffi rückten in die Startelf, Shafiq Nandja, Patson Daka und Yussuf Poulsen mussten zunächst auf die Bank. Am grundsätzlichen 3-4-2-1 änderte sich nichts.
Klingt im Nachhinein ziemlich passend. Denn ausgerechnet Poulsen, der zunächst draußen saß, kam später ins Spiel und erzielte wenige Minuten nach seiner Einwechslung das 2:0.
Und auch Nicolas Capaldo zeigte, warum der HSV den inzwischen 28-jährigen Argentinier im Sommer 2025 aus Salzburg geholt hatte. Der vielseitige Mittelfeldspieler stand gegen Köln in der Dreierkette und sorgte dort mit seinem Kopfball für das so lange ersehnte erste Saisontor der Hamburger.
Ich hatte hier vor zwei Tagen noch geschrieben, dass die Sache mit dem neuen Vertrag ein bisschen wie eine Wette gegen sich selbst klingt. Schließlich verlängerte der HSV mit Polzin mitten in einer Krise, in der nach drei Spieltagen null Punkte und 0:12 Tore zu Buche standen.
Sportvorständin Kathleen Krüger hatte trotzdem schon vor dem Köln-Spiel betont, dass der Klub an der gemeinsamen Zukunft festhalten wolle. „Wir werden gemeinsam in die Zukunft gehen“, sagte sie vor dem Leipzig-Spiel. Am Freitag machte der HSV die Verlängerung mit Polzin und seinem Trainerteam dann offiziell.
Polzin selbst hatte vor dem Köln-Spiel betont, der absolute Fokus müsse jetzt auf dem liegen, was auf dem Rasen passiert. Über seinen neuen Vertrag wollte er sich nicht in den Vordergrund stellen.
Und genau das funktionierte zumindest für diesen einen Nachmittag. Der HSV machte weniger über spektakulären Fußball als über defensive Stabilität, Standards und Effizienz auf sich aufmerksam. Das reichte gegen Köln für die ersten drei Punkte der Saison.
Ob das schon die Wende ist? Ganz sicher nicht. Drei Punkte gegen Köln machen aus dem Fehlstart noch keine Trendumkehr. Dafür war der Saisonbeginn mit drei Niederlagen und 0:12 Toren schlicht zu deutlich.
Aber ein Befreiungsschlag ist es allemal. Der HSV hat endlich getroffen, endlich gewonnen und endlich ein bisschen Ruhe bekommen. Und das ausgerechnet einen Tag nach der Entscheidung, langfristig an Polzin festzuhalten.
Jetzt geht es zunächst in die Länderspielpause. Danach wartet am 10. Oktober auswärts die TSG Hoffenheim. Dann wird sich erstmals zeigen, ob aus diesem 2:1 tatsächlich der Beginn eines Turnarounds wird – oder ob Hamburg einfach einen verdammt gut getimten Nachmittag erwischt hat.







































