Miasanrot
·6. Mai 2026
„Ihr werdet staunen!“ Uli Hoeneß kündigt Umbruch beim FC Bayern an

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·6. Mai 2026

Uli Hoeneß hat mal wieder ein großes Interview gegeben. Unter anderem kündigte er große Veränderungen im Aufsichtsrat des FC Bayern an.
Uli Hoeneß hat sich mal wieder ausführlich zu allen Themen rund um den FC Bayern München geäußert. Das aktuelle Mitglied des Aufsichtsrats der AG hat dabei wieder genug Zündstoff für mehrere Tage geliefert.
Während seine Aussagen zu Konrad Laimer, Thomas Müller, Julian Nagelsmann oder Sebastian Hoeneß viral gegangen sind, ging ein spannendes Detail seines Interviews mit DAZN aber fast schon unter.
Denn der 74-Jährige kündigte an, dass sich der Aufsichtsrat deutlich verändern wird – und das schon sehr bald: „Ihr werdet staunen, was in den kommenden Monaten passiert – besonders im Aufsichtsrat. Wir sind dabei, ein paar Dinge zu verändern und es geht eindeutig in die richtige Richtung.“
„Sobald alles steht und jüngere Leute, sagen wir so um die 40, die Zügel in die Hand nehmen, dann können wir uns hoffentlich entspannt zurücklehnen und die Show genießen“, so Hoeneß weiter. Viel mehr Details gab er nicht heraus.
Mit dem Zusatz „besonders im Aufsichtsrat“ lässt er jedoch Raum für Spekulationen, was die aktuelle sportliche Leitung anbelangt. „Zunächst einmal müssen Sie wissen, dass Vorstandsverträge nicht über ein Jahr vor Auslaufen verlängert werden können“, wich der ehemalige Top-Manager der konkreten Frage aus, ob eine Verlängerung von Sportvorstand Max Eberl nur noch Formsache sei.
Über seine Zukunft habe man „bei der letzten Vorstandssitzung vor knapp zwei Wochen erstmals gesprochen“, erklärte Hoeneß weiter. Er wolle „den Gesprächen, die ab Juli geführt werden können, aber nicht vorgreifen“.
Hoeneß selbst ist offenkundig immer noch auf der Suche nach den Menschen, denen er sein Erbe beim FC Bayern anvertraut. „Der Aufsichtsrat – solange wir gesund sind – wird sicher nicht bis wir 80 oder 85 sind bleiben, auch wenn Edmund Stoiber tatsächlich bis 80 geblieben sind“, sagte er: „Aber ich kann mir durchaus vorstellen, es noch die nächsten drei oder vier Jahre zu machen.“
Einen festen Zeitplan habe Hoeneß dabei nicht, es gehe eher ums Gefühl. Der einstige Profifußballer betonte in der Vergangenheit oft, dass er dann abdanken würde, wenn er das Gefühl habe, nicht mehr gebraucht zu werden. Mit einem aus seiner Sicht falsch dargestellten Vorwurf wollte er aber aufräumen: „Wissen Sie, in 98 Prozent der Fälle greife ich nicht aus eigener Initiative ein, sondern ich werde darum gebeten.“
So habe unter anderem Kathleen Krüger zuletzt angerufen, um seinen Rat zu bekommen. Krüger steht kurz vor einem Wechsel zum Hamburger SV und soll dort als Sportvorständin übernehmen. Miasanrot hat die wichtigsten restlichen Aussagen von Uli Hoeneß zusammengefasst.
… Bayerns Transferpolitik: „Ich bin nicht derjenige, der sich selbst oder Karl-Heinz auf die Schulter klopft. Aber natürlich haben wir beide Aspekte immer im Blick gehabt. Es war wichtig, sportlichen Erfolg anzustreben, aber auf Basis einer soliden Finanzwirtschaft. Wir beide, genau wie Herbert Hainer, wussten, dass es ein schwieriges Jahr werden würde. Hätten wir plötzlich mit einem Verlust von 40 oder 50 Millionen dagestanden, hätte jeder gefragt: Was läuft schief bei Bayern München? Das ist ein Faktor, den ein Trainer – und vielleicht noch mehr der Sportdirektor – bedenken muss.
… den letzten Transfersommer: Entscheidend war, dass es berücksichtigt wurde. Und wie wir, und insbesondere ich, nach meinem Auftritt bei Doppelpass ausgelacht wurden, als ich sagte, dass Jackson nicht bleiben würde und dass wir wahrscheinlich das beste Transferfenster haben würden, obwohl wir kaum Geld ausgegeben haben. (…) Heute kann man darüber nur noch lachen. Denn egal, wie es am Mittwoch ausgeht, man sollte sich anschauen, wie diese Saison gelaufen ist.“
… den Transfer von Michael Olise: „Max Eberl gehört die Anerkennung für die Verpflichtung von Michael Olise, das muss man sagen. Er hat im Wesentlichen diese Entscheidung auf eigene Initiative getroffen, weil wir den Spieler vorher nicht kannten. Wir haben gesagt, wir könnten uns dazu nicht wirklich äußern. Aber wenn du so überzeugt bist – und Christoph Freund war auch involviert, ebenso wie der Trainer, obwohl Vincent damals nach meinem Wissen nicht dabei war –, dann müssen wir das akzeptieren. Genau dafür ist das Management da: Damit sie Entscheidungen treffen können und dürfen.“
… den Aufwind unter Vincent Kompany: „Wir haben jetzt eine Mannschaft, die wirklich eine Einheit ist. Man spürt, dass sich die Spieler untereinander verstehen und füreinander einstehen. Wenn einer überspielt wird, ist sofort der Nächste da. Das war in den vergangenen Jahren so nicht der Fall. Wir haben zwar immer guten Fußball gespielt, aber dieses besondere Gefühl, diese Entwicklung, schreibe ich ganz klar unserem Trainer zu. Er hat es geschafft, aus 15, 16 oder 18 sehr guten Einzelspielern ein homogenes Team zu formen.“
… Kompanys seriöse Außendarstellung im Vergleich zu Tuchel: „Was mir besonders gut gefällt, ist, dass die Journalisten in München wieder arbeiten müssen. Denn bei dem einen oder anderen Trainer war es früher so – Tuchel lässt grüßen -, dass man nach einer Pressekonferenz immer eine schöne Geschichte hatte, die aber mit Fußball nichts zu tun hatte. Und jetzt, bei Vincent, müssen sie wieder über Fußball schreiben.“
… Sebastian Hoeneß: „Was er in diesem Verein geleistet hat, ist bemerkenswert. Er hat die Mannschaft erstens im Abstiegskampf übernommen, zweitens wurden ihm in den letzten Jahren immer wieder die besten Spieler verkauft. Und trotzdem schüttelt er sich, macht weiter und kommt immer wieder zurück. Also ganz ehrlich: Sebastian hat nach unserem Trainer von mir den größten Respekt.“
… Hoeneß als zukünftigen Bayern-Trainer: „Er kommt zumindest mal infrage, aber Kompany kann von mir aus noch fünf oder zehn Jahre hierbleiben.“
… Konrad Laimers Forderungen: „Wenn man liest, was angeblich über sein Gehalt und seine Forderungen berichtet wird, dann muss man das auch einordnen. Konny ist ein Spieler, den ich sehr schätze. Er ist für die Mannschaft extrem wichtig, genauso für die Außendarstellung des Vereins. Er arbeitet unheimlich viel für das Team. Aber er ist eben nicht Maradona. Und solche Spieler müssen akzeptieren, dass es Grenzen gibt.“
… das Angebot des FC Bayern an Laimer: „Was er verdient, können nur sehr wenige Vereine in Europa überhaupt anbieten. Ich weiß nicht, was Max und Christoph (Sportdirektor Freund, Anm. d. Red.) ihm konkret angeboten haben, aber es wird sicher nicht das gewesen sein, was seine Berater zu Beginn gefordert haben. Das hat nichts mit unserer grundsätzlichen Politik zu tun, sondern ist eine realistische Einschätzung seiner sportlichen und wirtschaftlichen Wertigkeit. Die ist hoch, aber eben kein Harry Kane.“
… Thomas Müller: „Thomas hat ja am Schluss mehr geredet als Fußball gespielt. Am Schluss war er nur noch der Pressesprecher und ich habe wirklich mit ihm gar kein Problem. Aber der hat es schon geschickt verstanden, sich persönlich super zu verkaufen, auch zu einem Zeitpunkt, wo er bei uns schon auf der Bank saß.“
… Müllers Zukunft: „Er hatte von mir ein Angebot, nachdem er aufgehört hat, irgendwann eine Funktion im Verein zu übernehmen. Ich hatte mir das allerdings etwas anders vorgestellt. Nicht direkt die Vancouver Whitecaps, sondern zunächst einmal ein halbes Jahr Pause – so etwas wie ein Sabbatical. Ich hatte mir gedacht, er geht zum Beispiel sechs Wochen zur NBA, sechs Wochen in die MLS, sechs Wochen in die NFL oder auch zu Vereinen wie Manchester United, die marketingseitig hervorragend aufgestellt sind. Wenn er all diese Eindrücke gesammelt hätte, hätten wir gemeinsam die passende Position für ihn im Verein gesucht.“
… eine Rückkehr von Müller: „Dieses Angebot besteht nach wie vor. Das hat er damals vielleicht einmal erwogen, aber jetzt eben nicht mehr. Das kann ich auch gut verstehen, denn ich war ja selbst Spieler. Wenn mir heute jemand sagen würde, es gibt irgendwo noch einen Jungbrunnen und ich hätte die Chance, noch zwei Jahre zu spielen, dann würde ich in zehn Minuten wieder mit dem Training anfangen. Der Beruf des Spielers ist einfach unvergleichlich.“
… seinen Wunschspieler von PSG: „Hakimi. Den würden wir sofort verpflichten, denn er würde gut zu uns passen.“







































