Rund um den Brustring
·7. Juni 2026
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Mit dem Ende der Leihe von Alexander Nübel steht dem VfB auf der Torwartposition mal wieder ein Umbruch bevor. Anders als in der Vergangenheit geschieht der Wechsel aber unter positiven Vorzeichen. Wir haben uns das Torhüterteam der neuen Saison einmal genauer angeschaut.
Denn häufig war es in der Vergangenheit ja so, dass wir unsere Torhüter ziehen ließen, weil sie den Ansprüchen des VfB nicht genügten. Sei es der nie komplett überzeugende Florian Müller, dem selbst im Abstiegsendspiel gegen Köln die Nerven flatterten. Sei es Ron-Robert Zieler, der sich außer bei Borna Sosas Einwurf grundsätzlich wenig zu schulden kommen ließ, den Abstieg 2019 aber auch nicht verhindern konnte. Oder Przemylsaw Tyton, der einer nicht-bundesligatauglichen Hintermannschaft auf keine Stabilität gegen konnte. Und selbst als uns die Bayern Sven Ulreich abkauften, atmete so manch ein VfB-Fan, mich eingeschlossen, auf. Denn Ulreich hatte sich ja schließlich damals gegen Bernd Leno durchgesetzt und auch Jens Lehmann im Tor überlebt, so richtig glücklich waren wir aber in den 2010er Jahren mit ihm nicht. Am ehesten ist die aktuelle Situation noch mit der im Sommer 2021 vergleichbar, als Gregor Kobel den unvermeidbaren, aber auch nachvollziehbaren Schritt zum BVB ging.
Mit Alexander Nübel verliert die Mannschaft eine ähnlich wichtige Figur wie damals den Schweizer — nur dass Nübel mit dem VfB natürlich viel mehr erreichte und seine Paraden den VfB nicht “nur” zu einem Aufstieg und Platz 9, sondern auch zu zwei Champions League-Teilnahmen und einem Pokalsieg führten. Auch wenn sich bei Nübel bisweilen die ein oder andere Unsicherheit einstreute, die ihn davon abhielt, in diesem Sommer bei den Bayern Manuel Neuer zu beerben, ist es wohl nicht übertrieben, ihn als unseren besten Torhüter seit dem eben erwähnten Jens Lehmann zu bezeichnen — nur ohne dessen Exzentrik und Explosivität. In Mainz muss nach Spielen gegen den VfB schließlich niemand mehr um seine Brille fürchten.
Es ist vielleicht auch diese ostwestfälische Gelassenheit, die Nübel bei uns Fans so beliebt machte. Indem er seinem späteren Konkurrenten den Wechsel von Gelsenkirchen nach München nachmachte, hatte er sich karrieretechnisch vielleicht etwas verhoben, auch in Monaco war man anschließend geteilter Meinung, wie unser Vorstellungsartikel offenbarte. Und wohl noch nie hat der VfB mit dem FC Bayern einen so guten Deal gemacht — der über Woltemade kam ja nicht zustande — wie damals, als es um die Aufteilung des grotesk hohen Gehalts zwischen den beiden Clubs ging. Die Bayern hatten ihre Problematik, dass Neuer seinen Vertrag immer wieder verlängert, einfach drei Jahre aufgeschoben und der VfB bekam einen Torwart, der sich beweisen wollte.

Alex Nübel. © Alexander Hassenstein/Getty Images
Grundsätzlich werden im Neckarstadion seit der Jahrtausendwende ja selten einzelne Spieler gefeiert. Die Zaubermaus aus Weißrussland vielleicht, oder eben Sven Ulreich, wobei die “Ulle, Ulle, Ulle”-Rufe nach dem zwanzigsten Abschlag ins Seitenaus mit den Jahren einen gewissen sarkastischen Unterton erhielten. Ganz und gar ernst gemeint war das “Nübel, Nübel, Nübel”, was bereits kurz nach seiner Verpflichtung durchs Neckarstadion schallte und bis zuletzt immer wieder rausgeholt wurde, wenn er uns mal wieder mit seiner Stärke auf der Linie im Spiel hielt. Wobei ihn ja von seinen Vorgängern nicht unbedingt das Spiel gegen den Ball — als das Verhindern von Toren — abhob, sondern das Spiel mit Ball. Vor allem in jener ersten Saison war er einer der Faktoren des Erfolgs, als er unzählige Pressinglinien mit seinen Abschlägen hinter die Kette düpierte, weil so ziemlich jeder Bundesliga-Offensivspieler irgendwann die Nerven verlor, wenn Nübel mit dem Fuß auf dem Ball in seinem Strafraum lockte.
Dass der Trick in den darauffolgenden Spielzeiten nicht mehr so funktionierte, gehört auch zum Reifeprozess unserer Mannschaft. Aber auch sonst war auf Nübel meistens Verlass. Auf der Linie, bei hohen Bällen und bis auf Ausnahmen auch bei der Spieleröffnung. Vor allem aber als lautstarker, aber nicht lautsprechender Führungsspieler, dessen einzig überlieferte Aussage mit Skandalpotenzial die nach mehr Bier bei der Vizemeisterfeier war. Nicht umsonst fährt Nübel jetzt auch mit zur Weltmeisterschaft — denn an einer Auswahl guter Torhüter mangelt es auch Julian Nagelsmann nicht. Nübel setzte sich trotzdem durch und hinterlässt das Tor des VfB nach drei aufregenden Jahren in guten Händen. Danke, Alex!
In Empfang nehmen wird die Ehre das, weiß-rote Tor zu hüten, ab der kommenden Saison Dennis Seimen. Der wird im Dezember 21 Jahre alt, teilt sich mit dem Ex-Bremer und Neu-Freiburger Mio Backhaus das Tor der deutschen U21 und wartet eigentlich schon seit Jahren darauf, dort anzukommen, wo er jetzt ist: Als Nr. 1 des Vereins, dem er sich mit zehn Jahren anschloss. Auch wenn rund um das Pokalfinale noch einmal Diskussionen aufflammten, die leider auch den Weg an die Öffentlichkeit fanden: Dass Seimen auf Nübel im Tor nachfolgt, ist eigentlich alternativlos. Denn eine Weiterbeschäftigung Nübels wäre schon allein an dessen Gehalt gescheitert, von dem er dem Vernehmen nach die Hälfte hätte streichen müssen, um in das Gefüge des VfB zu passen. Abgesehen davon, dass der VfB sich hüten sollte, den gleichen Fehler wie mit Bernd Leno noch einmal zu begehen. Der Bietigheimer brachte uns nach seinem Wechsel als Torhüter von Leverkusen zur Weißglut und startete anschließend in die Premier League durch.

Dennis Seimen in Paderborn. © Selim Sudheimer/Getty Images
Seimen hingegen trägt bis heute das Trikot des VfB und kriegt jetzt auch das Vertrauen, welches Leno verwehrt blieb. Bereits mit 19 Jahren stand er bei der zweiten Mannschaft in der Regionalliga und nach deren Aufstieg auch in der 3. Liga im Tor und gehörte zu den besten Torhütern der Liga. Vor wenigen Wochen setzte er sich mit dem SC Paderborn in der Aufstiegsrelegation zur Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg durch und zeigte auch auf diesem Niveau seine Qualität. Auch wenn die Entwicklung von Menschen und damit auch Fußballspielern nie linear verläuft, geben seine bisherigen Leistungen Anlass zur Hoffnung, dass er auch in der Bundesliga und der Champions League den nächsten Schritt machen wird. Auf jeden Fall gibt es kein Argument, ihm dieses Vertrauen nicht zu geben und stattdessen weiter auf den auch nicht immer fehlerfreien Alex Nübel oder gar einen teuren Neuzugang zu setzen.
Das deutete sich schon im Hinrundenrückblick unserer Leihspieler an, als Kevin vom SCP-Fanpodcast Padercast frohlockte, Seimen habe das Torwartspiel der Paderborner auf ein anderes Level gehoben. Auch Michael Richter, der für den Kicker über die Ostwestfalen berichtet, ist voll des Lobes über Seimen, der in der Endphase der Saison ein Erfolgsgarant gewesen sei und spätestens mit den Auftritten in der Relegation seine “Tauglichkeitsprüfung” bestanden habe, was die Bundesliga angehe. Natürlich stehen die Paraden kurz vor Schluss des Rückspiels vor allem exemplarisch dafür. Aber auch zuvor habe er schon überzeugt, nicht nur auf der Linien, sondern auch in jenem modernen Torwartspiel, welches auch Alexander Nübel auszeichnet und mittlerweile ja in der Bundesliga keine Neuigkeit mehr ist. Aber was Seimen in Zukunft auch von durchschnittlichen Torhütern in der Bundesliga abheben könnte, ist, dass er in fast allen Bereichen, die dafür notwendig sind, in Paderborn schon seine Qualität bewiesen habe. Sei es bei der Spieleröffnung, unter gegnerischem Druck oder auch in der Ausstrahlung. Gerade die alles-oder-nichts-Spiele gegen Wolfsburg dürften Seimen noch einmal geprägt haben.
Mental hält Michael Richter ihn auf jeden Fall für stark genug, um an seinen Aufgaben zu wachsen — national wie international. Denn natürlich wird die Schlagzahl der Spiele bis zur Winterpause und darüber hinaus ähnlich hoch sein wie in den vergangenen Jahren bei uns. Einerseits bleibt da nicht zu viel Zeit zum Nachgrübeln über Patzer, andererseits muss man auch direkt im nächsten Spieler wieder hellwach sein. Aber bereits in der Hinrunde zeigte Seimen seine mentale Stärke, als ihm ein Fehler bei der U21 nichts anhaben konnte. Richter hält fest, dass es bei Seimen eigentlich vor allem darum geht, die aufgezählten Stärken “weiter zu optimieren und zu stabilisieren”. Wirkliche Schwächen seien ihm, abgesehen von dem einen oder anderen unsauberen Aufbaupass, nicht aufgefallen und das sei schon Kritik auf hohem Niveau.
Klar ist: Seimen wird genauso wenig komplett fehlerfrei spielen wie alle seine Vorgänger im Tor des VfB. Aber wann, wenn nicht jetzt, wo es bei uns sportliche gut bis hervorragend läuft, wollen wir diesen Schritt wagen, ein junges Eigengewächs aufzubauen? Seimen wird in einer stabilen Mannschaft wachsen. Natürlich wissen wir jetzt noch nicht, wie die kommende Saison läuft. Ich sehe aber auch keinen Grund, warum bei ihm bei diesem Schritt plötzlich der komplette Einbruch kommen und er die in ihn gesetzten Erwartungen komplett enttäuschen sollte. Das Wichtigste wird in der kommenden Saison Geduld sein. An anderen Standorten wie Freiburg und Bremen hat man es vorgemacht, in Bremen sogar unter sportlich wesentlich prekäreren Umständen als beim UEFA-Pokal-Finalisten aus dem Breisgau. Ich halte auch nichts davon, eigenen Jugendspielern aus Prinzip Spielzeit in der Bundesliga zu geben, zu viele Ehemalige haben in den letzten Jahren woanders gezeigt, dass es für sie nicht auf diesem Niveau reicht. Im Gegensatz zu Dennis Seimen.
Unterstützt wird im Torhüterteam zudem von Fabi Bredlow, der nach dem Vertragsende von Pascal Stenzel zusammen mit Atakan Karazor der dienstälteste Profi im Kader ist — dessen Vertrag allerdings auch 2027 ausläuft. Und von einem Neuzugang, der eigentlich nicht so richtig neu ist in Stuttgart. Denn Marius Funk, am ersten Tag es Jahres 1996 in Aalen geboren, findet nach zehn Jahren den Weg zurück nach Bad Cannstatt. Mit 14 Jahren über den Aalener FC Unterkochen und den nahen 1. FC Heidenheim zum VfB gekommen, feierte er 2013 unter Thomas Schneider und mit Timo Baumgartl die B‑Junioren-Meisterschaft. In der U19 verdrängte er zunächst Rastko Suljagic aus dem Tor um 2015 dann in die zweite Mannschaft in der 3. Liga aufzurücken. Dort stand er die ersten acht Spiele im Tor, von denen sieben verloren gingen, woraufhin er seinen Platz an Benni Uphoff verlor. Auch der konnte aber den Abstieg in die Regionalliga im Jahr 2016 nicht verhindern. Funk, den gegen Saisonende ohnehin eine Kahnbein-OP außer Gefecht setzte, wechselte daraufhin nach Fürth in die zweite Bundesliga.

Marius Funk in Fürth. © Lukas Schulze/Getty Images
Bei den Franken blieb er insgesamt sechs Jahre, war jedoch zu Beginn erstmal Ersatzmann hinter Sascha Burchert und stand für die zweite Mannschaft in der Regionalliga Bayern im Tor. Burchert, Funk und Balasz Megyeri seien damals zeitgleich gekommen, verrät uns Fürth-Fan Danny, wobei Funk die Rolle des dritten Keepers und eben des Stammtorwarts der zweiten Mannschaft zugedacht war. Im Umfeld war man mit dieser Personalie nicht ganz zufrieden, was vor allem daran lag, dass man dafür einen gewissen 22jährigen Torwart namens Mark Flekken nach Duisburg abgab, weil man ihm die Rolle als Herausforderer von Burchert nicht zutraute — die Thematik haben wir also nicht exklusiv. An der Herausforderer-Rolle für Funk sollte sich jedoch nie etwas ändern.
Im Winter seiner ersten Saison beim Kleeblatt zog er sich bei einem Hallenturnier einen Kreuzbandriss zu, kämpfte sich zurück in den Kader, saß aber in den folgenden Spielzeiten, in denen Fürth mal in letzter Sekunde die Klasse hielt (2017/2018) oder im Laufe der Saison in der Tabelle abrutsche (2018/2019) einen Großteil der Saison auf der Bank, von einzelnen Spielen kurz vor Saisonende einmal abgesehen. So auch 2019/2020, bevor in der Folgesaison langsam die Diskussion in Fürth aufkam, ob Funk nicht der bessere Torhüter sei, erzählt uns Danny. An Burchert sei aber in der Mannschaftshierarchie kein Vorbeikommen gewesen. Seine Chance kam dann in der Bundesliga am 1. Oktober 2021, als er im Oberhaus debütierte, jedoch in einer Mannschaft, die über keine bundesligataugliche Abwehr verfügte, wie Danny sich mit Schaudern erinnert. Mit Burchert hatte die Mannschaft aus den ersten sechs Spielen nur einen Punkt geholt und auch beim für Mo Sankoh folgenschweren Spiel gegen den VfB hatte es eine Klatsche für den Aufsteiger gesetzt. Für den ins kalte Wasser geworfene Funk wurde es noch schlimmer: Nach einem 0:4 in Gladbach, einem 3:6 am Ronhof gegen Hoffenheim und einem 1:7 in Leverkusen musste er verletzungsbedingt wieder Burchert Platz machen kam auch als er fit war nicht mehr ins Tor des späteren Absteigers zurück, das mittlerweile Andreas Linde hütete. Danny resümiert: “So bleibt als Fazit, dass sich die Tür zu einer günstigen Zeit nie öffnete, und als sie es einen Spalt tat, schlug der Fußball in all seiner Härte zu gegen ihn.”
Mit Ende der Bundesliga-Saison lief sein Vertrag in Fürth aus und er wechselte innerhalb Bayerns in die dritte Liga zum FC Ingolstadt. In Fürth hinterließ er zwar keinen großen sportlichen Eindruck, war aber dennoch bei den Fans, die in bei Trainingslagern oder anderen Gelegenheiten kennen lernen konnten, sehr beliebt. Auch in Ingolstadt baute man damals sein Torwart-Team ganz neu auf, wie uns Marco vom FCI-Podcast Schanzer Zeitspiel berichtet. Der Verein war damals gerade aus der zweiten Liga abgestiegen und hatte in der Vorsaison drei verschiedene Torhüter im Einsatz, die alle nach dem Abstieg gingen, darunter Fanliebling Fabian Buntic. Funk war als klare Nummer 1 vor Nachwuchsspieler Markus Ponath — der es in der vergangenen Saison zur Nummer 1 in Ingolstadt brachte — eingeplant, wenn auch mit gemischten Erwartungen nach seiner Horrorsaison mit Fürth.
Viel besser wurde es für Funk in der Dritten Liga zunächst auch nicht, denn der Aufstiegsfavorit Ingolstadt landete mit einem starken Kader im Tabellenmittelfeld, wie auch in den folgenden beiden Jahren in denen Funk das Trikot der Schanzer trug. Während er sich in seinem ersten Jahr als Stammtorwart im Profifußball noch viele Patzer leistete und das ein oder andere Spiel kostete, stabilisierte er sich in der Folge und wurde zum Leistungsträger. Insgesamt bestritt er bis zum Sommer vergangenen Jahres 106 Pflichtspiele für den Drittligisten, wobei er in seiner letzten Saison dort im Januar dort durch Pelle Boevink ersetzt wurde — der mittlerweile übrigens in Fürth auf der Bank sitzt und auch damals keine guten Leistungen zeigte. Auch in Ingolstadt hat er bei den Fans scheinbar bleibenden Eindruck hinterlassen, bei seiner Rückkehr mit Cottbus in der Folgesaison wurde er mit Applaus empfangen, berichtet Marco, viele hätten ihn gerne weiter in der Mannschaft gesehen. Nachdem er Ingolstadt verlassen hatte, war er zunächst vereinslos und hielt sich, wie er bei seiner Vorstellung erwähnte, damals schon beim VfB fit.
Im September unterschrieb er dann einen Vertrag bei Energie Cottbus, die nach der Verletzung von Stammtorhüter und Leistungsträger Elias Bethke beim Aufwärmen vor dem Erstrunden-Pokalspiel gegen Hannover einen neuen Torhüter suchten, auch wenn Bethkes Stellvertreter Alex Sebald in diesem Spiel die Null hielt und damit den Grundstein für das 1:0 und den Einzug in die zweite Runde legte. Dennoch habe man einen erfahrenen Torwart gesucht, erklärt uns Energie-Fan Sebastian und diesen in Funk gefunden. Und der schlug derart ein, dass Bethke im Winter zu Dynamo Dresden wechselte, weil Trainer Claus-Dieter Wollitz sich früh auf Funk festgelegt hatte. Und nicht nur für Funk lief es, denn Energie kehrte zehn Jahre nach dem letzten Abstieg in die Regionalliga nach zwölf Jahren wieder in die zweite Bundesliga zurück.
Wollitz, so Sebastian, habe über Jahre eine echte Truppe geformt, nach dem der Verein vor fünf Jahren “quasi tot” gewesen sei. Dabei habe er auch im Sommer 2025, nach dem knapp verpassten Aufstieg, nicht vor einem größeren Umbruch zurückgeschreckt, zudem habe der Verein einige gute Regionalliga-Spieler gefunden, die die Mannschaft nach vorne brachten. Bei Energie lief es, bei der Konkurrenz nicht und Funk sei einer der Garanten des Aufstiegs gewesen, gerade bei den Auswärtsspielen in Essen und Rostock sei er besonders stark gewesen, so Sebastian. Dementsprechend sei der Wechsel zum VfB sportlich ein Verlust für Energie zumal Funk den Lohn seiner starken Leistung nicht als Stammtorwart in der zweiten Liga wird ernten können, so unser Experte.
Nun heißt es für Funk also vermutlich wieder auf der Bank Platz nehmen oder die zweite Mannschaft in der Dritten Liga zu unterstützen — also dort, wo er den VfB II vor zehn Jahren verlassen hat, nur unter ganz anderen Vorzeichen. Danny kann angesichts nur geringer Spielzeit nicht viel über Funk sagen, nur dass er damals mit dem Ball am Fuß eigentlich gut gewesen sei und auch eine gute Strafraumbeherrschung gehabt habe. In Ingolstadt sei er sehr ruhig und souverän gewesen, berichtet Marco. Sebastian beschreibt ihn als stark auf der Linie auch auch fußballerisch gut, vor allem sei Funk aber auch in der Lage, sich in Spiele reinzusteigern und schier unbezwingbar zu sein — auch wenn im ab und an mal ein Patzer unterlaufen sei.

U19-Pokalsieger Floran Hellstern. © Reinaldo Coddou H./Getty Images
Viel wichtiger wird als im Tor wird aber vermutlich Funks Rolle in der Kabine in der kommenden Saison sein — zumal er als beim VfB ausgebildeter Spieler einen Platz im Champion-League-Kader quasi sicher hat und der VfB somit keinen Feldspieler mit ohnehin geringen Einsatzchancen nominieren muss. Es geht also eher darum, wie der wahrscheinlich scheidende Stefan Drljaca, seine beiden Kollegen zu unterstützen. In Fürth, so Danny sei er jahrelang der etablierte zweite Torhüter gewesen, der seine Rolle voll und ganz angenommen habe, so Danny. Interessanterweise trug er dort auch, wie Fabi Bredlow bei uns aktuell, lange die Nummer 1, obwohl er kaum spielte. FCI-Fan Marco beschreibt Funk als absoluten Teamplayer und durch seine ruhige Art definitiv der Richtige als Nr. 3. Und auch in Cottbus ist man über seine Rolle in der Kabine nur voll des Lobes. Sebastians Urteil: “Ich glaube, der VfB bekommt einen Vollprofi zurück, der sich diese Station nochmal verdient hat.” Besser hätte ich es auch nicht sagen können.
Bleibt noch der Vierte im Bunde, Florian Hellstern. Zwei Jahre jünger als Dennis Seimen, aber nicht minder talentiert, stand er 2023 mit 16 (!) schon einmal im Tor der U19, war aber eigentlich Torwart der U17, stieg dann vollständig in die A‑Jugend auf, absolvierte 2024/2025 acht Spiele in der Youth League und stand die vergangene Saison im Tor der zweiten Mannschaft in der dritten Liga. Ich war am Vorabend des Pokalfinals beim U19-Endspiel in Potsdam und schon da sah man Hellstern, der für diese wichtige Partie im Tor stand, an, dass er dem Nachwuchsfußball längst entwachsen ist und eine Saison im Seniorenbereich hinter sich hat. ihn zieht es wohl per Leihe in die zweite oder sogar die erste Liga — man darf gespannt sein.
Nachdem das Tor also jahrelang eines der großen Probleme beim VfB war — kein Keeper nach Sven Ulreich stand länger als zwei Jahre im Kasten und auch bei dem war man über die lange Amtszeit nicht ganz glücklich — hatten wir jetzt drei Jahre lang einen echten Rückhalt und mit Seimen und Hellstern ein echtes Luxusproblem. Die Zeiten sind ganz andere geworden beim VfB, gerade auf einer so neuralgischen Position ist das sehr beruhigend.
Titelbild: © der Collage siehe Bildunterschriften







































