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·25. September 2026

Klopps DFB-Debüt: Das fiel beim 1:1 gegen die Niederlande auf

Artikelbild:Klopps DFB-Debüt: Das fiel beim 1:1 gegen die Niederlande auf

Jürgen Klopp ist mit einem umkämpften 1:1 gegen die Niederlande in Amsterdam als Bundestrainer gestartet. Nach lediglich zwei Einheiten waren erste Konturen seines Fußballs sichtbar, zugleich offenbarten sich personelle und strukturelle Baustellen.

Oranje-Kapitän Virgil van Dijk nimmt den Ball kontrolliert an, während Younes Ebnoutalib heranläuft. Der deutsche Angreifer stand beim Nations-League-Duell zwischen den Niederlanden und Deutschland am 24. September 2026 in der Johan Cruijff Arena in Amsterdam auf dem Platz. Lars Baron / Getty Images Europe via Getty Images


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In der Johan-Cruyff-Arena entwickelte sich eine intensive, zeitweise ungestüme Partie, in der die deutsche Auswahl nach dem 1:0 zur Pause ein Remis mitnahm. Das Ergebnis war achtbar, der Auftritt lieferte aber vor allem erste Hinweise darauf, woran Klopp mit seinem Team arbeiten muss.

Pressing, Intensität und ein offenes Zentrum

Ansätze des für Klopp typischen Gegenpressings waren unverkennbar. Deutschland attackierte früh, versuchte nach Ballverlusten sofort Zugriff herzustellen und suchte den direkten Weg nach vorne. Für komplett abgestimmte Abläufe fehlte nach nur zwei Trainingseinheiten naturgemäß noch die Zeit.

Im 4-3-3-System zeigte sich besonders im defensiven Mittelfeld eine Lücke. Felix Nmecha, der deutsche Torschütze, rückte häufig weit nach vorne und ließ Kapitän Joshua Kimmich im Zentrum zu oft allein. Dadurch entstanden Räume, die die Niederländer nutzen konnten.

Deutlich erkennbar war dafür eine Eigenschaft, die der DFB-Auswahl zuletzt häufig abgesprochen worden war: Leidenschaft. Klopps Mannschaft ging in die Zweikämpfe, nahm die hitzige Atmosphäre an und wich auch bei Rudelbildungen nicht zurück. Es war spürbar viel Gift in dieser Begegnung.

Jürgen Klopp gestikuliert bei der Pressekonferenz zur Nominierung seines ersten DFB-Kaders am 17. September 2026 in Frankfurt am Main. Auf dem Kopf die Kappe „Einer von 83 Millionen“, die adidas nun in den Handel bringt. (Foto: Hannes P. Albert / AFP)

Klopp überzeugt auch abseits des Rasens

Der neue Bundestrainer hinterließ nicht nur während des Spiels Eindruck. Bei seiner nächtlichen Pressekonferenz in Amsterdam präsentierte sich Klopp klar, sachlich und analytisch. Auf schwierige Fragen antwortete er nicht vorschnell, sondern nahm sich sichtbar Zeit, um seine Gedanken zu sortieren.

Mit früheren Weggefährten aus seiner Liverpool-Zeit scherzte er ebenso wie er seinen eigenen fairen Umgang mit dem Schiedsrichterteam lobte. Klopp wirkte wieder wie der Coach, den man seit Jahren kennt: direkt, motivierend und mit großer Ausstrahlung. Der bei seiner Vorstellung noch auffällig grimmige Eindruck spielte keine Rolle mehr.

AMSTERDAM, NIEDERLANDE – 24. September 2026: Bundestrainer Jürgen Klopp und Yannik Engelhardt nach dem Nations-League-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Niederlande in der Johan Cruijff Arena. (Foto: Dean Mouhtaropoulos/Getty Images)

Drei Debütanten und Sorgen in der Offensive

Gleich drei neue Nationalspieler setzte Klopp in Amsterdam ein, weitere Neulinge sollen folgen. Besonders Philipp Treu machte auf sich aufmerksam. Der Freiburger könnte eine langfristige Lösung für die seit Jahren problematische Rechtsverteidigerposition sein, auch wenn ein endgültiges Urteil nach 90 Minuten verfrüht wäre.

Treu agierte dynamisch, bissig und unangenehm für seine Gegenspieler. Im Offensivspiel blieb der Außenverteidiger allerdings zurückhaltend, insbesondere bei Flanken. Klopp bezeichnete seine Leistung als „Außergewöhnlich“.

Auch Younes Ebnoutalib erhielt vom Chefcoach ein Sonderlob. Der Frankfurter war als Ersatz für Kai Havertz gefragt und überzeugte so sehr, dass Klopp ihn nach dem Abpfiff schon nicht mehr als Neuling wahrnahm, „weil er so gut war“. Yannik Engelhardt sammelte ebenfalls seine ersten Minuten und wurde zum 994. Nationalspieler der deutschen Fußball-Geschichte.

Die personellen Probleme begannen früh. Jamal Musiala erlitt bereits beim Aufwärmen einen Muskelfaserriss und fiel aus. Nach 28 Minuten musste auch Havertz mit einer Oberschenkelzerrung vom Platz. Dadurch rückte Nadiem Amiri als Zehner hinter Ebnoutalib in den Angriff, ein Szenario, das Klopp für seine Debütelf vermutlich anders geplant hatte.

Weitere offensive Optionen standen zunächst im Kader II für das dritte und vierte Länderspiel der ungewöhnlich langen Abstellungsperiode. Florian Wirtz, Nick Woltemade, Jonathan Burkardt, Lennart Karl und Said El Mala gehörten dazu. Wirtz und Burkardt nominierte Klopp anschließend kurzfristig nach.

Auch Marc-André ter Stegen hinterließ einen zwiespältigen Eindruck. Der Torhüter verhinderte mit mehreren starken Paraden Schlimmeres, sorgte mit dem Fuß und bei Eckbällen aber wiederholt selbst für Gefahr. In diesen Situationen muss er mehr Sicherheit ausstrahlen.

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