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·21. September 2026

Kommentar: Der FC hat Erklärungen und kennt die Probleme – doch ohne Lösungen verlieren sie an Wert

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Simon Bartsch

21 September, 2026

Der FC spielt auch gegen den Hamburger SV phasenweise gut. Das Ergebnis des 1. FC Köln lässt sich mit bekannten Problemen plausibel erklären. Schwäche bei Standardsituationen, ausgelassene Chancen, individuelle Fehler. Noch sind es Erklärungen, nur dürfen daraus keine Ausreden werden beim 1. FC Köln: Ein Kommentar zur 1:2-Niederlage beim HSV.

Es war sicherlich nicht alles gut in Hamburg, es war aber auch nicht alles schlecht gegen den HSV – und doch kehren die Kölner ohne Zähler heim. Das hat Gründe, es gibt Erklärungen – für viele fehlen die Lösungen.

René Wagner vor dem Spiel gegen den FC Bayern

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Eigentlich ist Fußball doch eine ganz einfache Rechnung – sollte man meinen. Wer mehr richtig macht, gewinnt und wer mehr falsch macht, der verliert. Der FC hat in den vergangenen Wochen an vielen Stellen einen Gegenbeweis geliefert, zumindest auf dem Papier. Gegen Hoffenheim holten die Kölner einen Sieg, der aufgrund von Teilen der zweiten Halbzeit nicht unverdient war, aber auch nicht so wirklich richtig verdient. Es war zumindest genauso wenig alles gut, wie in der Woche zuvor beim 2:1-Erfolg über Würzburg. Gegen Stuttgart war vielleicht auch nicht alles so schlecht, wie es das 1:4 vermuten ließ und gegen Bremen und den HSV war ganz sicher mehr drin, als es das Ergebnis am Ende spiegelte – auch, wenn der FC in beiden Spielen massiven spielerischen Schwankungen ausgesetzt war. Gegen die Rothosen gab es durchaus Dinge, die positiv zu bewerten sind. Und ja, hätte der FC die Führung erzielt, wäre es ein anderes Spiel geworden – wie Thomas Kessler später zu Recht erklärte.

Es gibt durchaus plausible Erklärungen

Ob der FC das Duell gewonnen hätte, steht auf einem anderen Blatt. Nach dem Spiel konnten die FC-Protagonisten ihre Enttäuschung kaum verbergen. Doch in den Worten der Spieler und Verantwortlichen schwang auch so etwas wie Zorn mit. Diese Niederlage war unnötig, man hatte sie sich selbst zuzuschreiben, das Team brachte sich um den verdienten Lohn. Man könnte aus den Zeilen aber hören, der FC habe den Gegner an die Wand gespielt. Das sahen nicht alle Beobachter so. Sicherlich wäre das zu viel des Guten, aber das Papier oder besser die Statistik gibt dem Club recht. In nahezu allen Belangen war der FC am Samstagnachmittag das bessere Team – Ballbesitz, Torversuche, Pässe, xGoals und dementsprechend auch gegnerische xGoals. Es gab für die Niederlage durchaus plausible Erklärungen, keine Ausreden. Auf der einen Seite hatten es die Kölner nicht geschafft, die Chancen in Tore umzumünzen, auf der anderen durch individuelle Fehler den Gegner stark gemacht, Tore hergeschenkt.



Heißt: Man kann viel infrage stellen, man muss aber sicherlich nicht alles infrage stellen. Zumal bekanntlich auch erst vier Spieltage gespielt sind. Auf der anderen Seite sollte man aber auch nicht den Fehler machen, aus den plausiblen Erklärungen nicht die richtigen Schlüsse zu ziehen. Denn Erklärungen gibt es zurzeit einige. Man habe das Problem der Standards natürlich erkannt. Klar hat man das, in der vergangenen Saison. Man hat sogar schon Stellschrauben gedreht, es fällt aber dennoch ein Gegentreffer nach einem ruhenden Ball. Der fünfte der Saison um genau zu sein. So viele wie Leipzig in der gesamten vergangenen Liga-Spielzeit wegstecken musste. Vorne steht dagegen noch immer die Null nach einer Standardsituationen. Auch diese Schwäche setzt sich also weiter fort. Obwohl die Themen bekannt sind.

Die Mannschaft hat Potenzial

Hier und da fehlen noch die Automatismen, das Eingespielte – sicherlich auch, weil wichtige Teile der Mannschaft erst spät dazugestoßen sind. Das Team braucht Zeit, nur darf die Frage erlaubt sein, ob es diese hat – immerhin ging es bereits gegen zwei mögliche direkte Konkurrenten mit der Ausbeute von einem Punkt. Jungen Spielern muss man natürlich Fehler eingestehen. Erst recht, wenn es Spieler sind, die ihre Bundesliga-Tauglichkeit schon mehrfach unter Beweis gestellt haben. Und ja, auch Großchancen kann ein Stürmer mal vergeben. Nur muss am Ende auch Zählbares stehen, das Versäumnisse ausmerzen kann. Diese Mannschaft hat Potenzial und auch schon Argumente dafür geliefert, dass der Weg als Entwicklungsclub ein richtiger sein kann. Nur ist es damit nicht getan. Wer seine ordentlichen Leistungen abruft, sich Chancen erspielt, dominant ist und Vorteile hat, am Ende aber dennoch erklären muss, warum es nicht zum Sieg reicht, kann die Faktoren Pech und Zufall nur schwerlich heranziehen.

Es ist ganz sicher zu früh, die Alarmglocken schrillen zu lassen. Dieses Team befindet sich in der Entwicklung und das ist nicht verwerflich oder besorgniserregend. Nur bedeutet Entwicklung eben nicht, Erklärungen zu finden, warum etwas nicht funktioniert. Entwicklung bedeutet, dass bekannte Probleme irgendwann nicht mehr auftreten. Es wird in den kommenden Wochen also darum gehen, Lösungen zu finden. Vor allem auch, damit die guten Ansätze nicht zu einer dauerhaften Ausrede werden.

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