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·27. April 2026

Kritik an Bayern-Bossen? Eberl vermisst Rückendeckung

Artikelbild:Kritik an Bayern-Bossen? Eberl vermisst Rückendeckung

Der FC Bayern hat mit der spektakulären 4:3-Aufholjagd in Mainz sportlich ein Ausrufezeichen gesetzt – doch abseits des Platzes sorgt eine bemerkenswerte Aussage von Max Eberl für Gesprächsstoff. Der Sportvorstand gewährte im ZDF-Sportstudio seltene Einblicke in seine Gefühlswelt und deutete dabei an, dass er sich in kritischen Phasen mehr Rückhalt innerhalb des Klubs gewünscht hätte.

Seit seinem Amtsantritt im März 2024 steht Eberl beim deutschen Rekordmeister unter besonderer Beobachtung. Vor allem die komplizierte Trainersuche im vergangenen Sommer brachte ihm früh Kritik ein. „Ich kam nach München und hatte mit der Trainersuche sofort wie einen Stempel. Ich wurde sehr kritisch beäugt, nachdem die Trainersuche vielleicht nicht ganz rund gelaufen ist“, erklärte der 52-Jährige im Gespräch mit Moderator Sven Voss.


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Die damalige Situation war komplex: Nach dem feststehenden Aus von Thomas Tuchel kassierten die Bayern mehrere Absagen von Wunschkandidaten wie Xabi Alonso, Julian Nagelsmann, Oliver Glasner oder Ralf Rangnick. Erst mit Vincent Kompany fand Eberl eine Lösung – eine Entscheidung, die sich rückblickend als Glücksgriff erweist.

Eberl spricht offen über fehlenden Rückhalt

Trotz sportlicher Erfolge blieb die Kritik an Eberls Transferpolitik bestehen. Besonders der Transfersommer 2024 wurde intensiv diskutiert. „Ich hatte den letzten Transfersommer, wo es hieß: Wenn die Transfers nicht passen, wackelt Eberl. Ich war schon unterm Brennglas. Man hätte sich an der einen oder anderen Stelle auch mal ein bisschen Schutz gewünscht“, sagte der Bayern-Boss.

Wen genau er damit meint, ließ Eberl offen. Doch die Aussagen werfen Fragen auf. Richtet sich diese Kritik an die operative Führung um CEO Jan-Christian Dreesen oder sogar an die einflussreichen Figuren im Aufsichtsrat wie Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Herbert Hainer?

Nach Informationen der BILD soll das Vertrauensverhältnis zwischen Eberl und Teilen der Klubführung ohnehin nicht uneingeschränkt sein. Intern wurde demnach bemängelt, dass der Sportvorstand wichtige Entscheidungen teilweise zu spät mit dem Aufsichtsrat abgestimmt habe.

Spannungen in der Führungsebene bleiben ein Thema

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Foto: IMAGO

Vor allem Uli Hoeneß hatte in der Vergangenheit öffentlich Kritik geäußert. „Es wäre auch für Max gut, wenn er endlich begreift, dass man das auf mehrere Schultern verteilt. Ich glaube, damit hat er so seine Probleme“, erklärte der Ehrenpräsident im „Doppelpass“.

Auch bei Transferverhandlungen soll es intern zu Differenzen gekommen sein. So wurde Eberl nachgesagt, bei Verkäufen teilweise zu früh Einigungen erzielt zu haben. Im Fall von Kingsley Coman griff CEO Dreesen demnach noch einmal ein und handelte eine höhere Ablöse aus.

Hinzu kommt ein weiterer Punkt, der intern kritisch gesehen wird: der Umgang mit Konflikten. Während Hoeneß und Rummenigge über Jahrzehnte für harte, aber konstruktive Diskussionen standen, wird Eberl laut BILD eine größere Sensibilität nachgesagt. Hoeneß formulierte es deutlich: „Karl-Heinz und ich haben uns gestritten wie die Besenbinder. Aber wenn die Tür hinter uns zuging, war das wieder okay. Max ist da ziemlich empfindlich.“

Eberl selbst zeigt sich trotz der Herausforderungen reflektiert. „Ich weiß, wie groß Bayern ist, und ich weiß, was da alles auf einen einprasselt. Das ist das, was man lernen musste. Ich habe meinen Job gelernt, aber auf Bayern München kannst du dich nicht vorbereiten“, betonte er.

Gleichzeitig stellte er klar, worauf es ihm ankommt: „Ich will meine Arbeit machen, dafür werde ich bezahlt. Ich bin kein Everybody’s Darling, der in der Sonne stehen möchte, sondern ich möchte einen guten Job machen.“

Sportlich sprechen viele Argumente für ihn. Gemeinsam mit Sportdirektor Christoph Freund verantwortete Eberl namhafte Transfers wie Michael Olise, Luis Díaz oder Jonathan Tah und verlängerte wichtige Verträge mit Leistungsträgern wie Jamal Musiala, Joshua Kimmich und Alphonso Davies.

Dennoch bleibt seine Zukunft offen. Sein Vertrag läuft noch bis 2027 – ob es darüber hinaus weitergeht, dürfte auch davon abhängen, wie sich das Verhältnis zur Bayern-Führung in den kommenden Monaten entwickelt.

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