DFB-Frauen
·9. März 2026
Loderer: "Wir sind unglaublich stolz"

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Die deutschen U 17-Juniorinnen haben das Ticket für die Europameisterschaft in Nordirland gelöst. Mit Siegen gegen Irland (2:0) und Schweden (2:1) sowie einem 1:1 gegen Dänemark gelang dem Team von Cheftrainerin Sabine Loderer die Qualifikation für die Endrunde im Mai. Im DFB.de-Interview spricht Loderer über die Partien in Schweden und blickt auf die kommenden Monate voraus.
DFB.de: Sabine Loderer, herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen EM-Qualifikation. Wie lautet Ihr Fazit zu den drei Partien?
Sabine Loderer: Es waren wie erwartet drei enge und sehr intensive Spiele. Wir wussten, was auf uns zukommt, und die Mädels haben sich in jedem Spiel zerrissen und ihr Herz auf dem Platz gelassen. Über weite Phasen konnten wir den Ton angeben - wir standen defensiv stabil, waren unangenehm in den Zweikämpfen und haben offensiv variabel agiert.
DFB.de: Nur der Gruppenerste konnte das Ticket nach Nordirland lösen, dadurch durfte sich Ihr Team eigentlich keinen Stolperer erlauben. Wie sind Sie damit umgegangen?
Loderer: In einer Eliterunde steht man immer unter dem Druck, Gruppenerster werden zu müssen. In der Regel läuft alles auf das dritte Spiel hinaus. Wir waren sehr gut vorbereitet und hatten durch die 20 Monate, in denen wir bereits mit dem Jahrgang arbeiten durften, sowohl inhaltlich als auch mental ein sehr stabiles Fundament. Entscheidend ist, in so einer Situation nicht zu glauben, plötzlich alles anders machen zu müssen oder das Endziel permanent in den Fokus zu rücken. Wir sind die Qualifikation Schritt für Schritt angegangen, sind komplett bei uns geblieben und haben das Hier und Jetzt in den Mittelpunkt gestellt. Wichtig ist, einen Rahmen zu schaffen, in dem die Mädels Leichtigkeit verspüren können - und das Team gleichzeitig zur richtigen Zeit die nötige Schärfe entwickelt.
DFB.de: Im entscheidenden Spiel gegen Dänemark reichte ein 1:1. Es heißt, man könne schlecht auf Unentschieden spielen. Wie sind Sie das Spiel angegangen?
Loderer: Auch hier sind wir komplett bei uns geblieben und haben das mögliche Unentschieden gar nicht erst groß zum Thema gemacht. Unser Team ist hungrig und intensiv - und es wären nicht wir, wenn wir uns über ein ganzes Spiel hinweg tief reingestellt und nur verteidigt hätten. Natürlich haben wir vor dem Spiel dafür sensibilisiert, dass Stabilität Vorrang vor "blindem" Offensivdrang hat. Das haben die Mädels wirklich sehr gut umgesetzt. Wir sind unglaublich stolz darauf, wie reif und abgeklärt sie in diesem jungen Alter agiert haben.
DFB.de: Ihr Team ist früh in Führung gegangen und musste dann nach dem Ausgleich noch knapp 20 Minuten überstehen. Wie ist das gelungen und wie ging es Ihnen dabei an der Seitenlinie?
Loderer: Die Mannschaft hat einen großen Glauben an sich selbst und auch nach dem 1:1 mit Überzeugung und Klarheit agiert. Eine große Stärke des Teams ist, dass es mit Rückschlägen gut umgehen kann - das hat es schon in vielen Spielen gezeigt. Auch der Ausgleich hat die Mädels nicht aus der Ruhe gebracht. Der Support von außen, durch die Spielerinnen auf der Bank, den Staff und den "schwarz-rot-goldenen Anhang" auf der Tribüne, hat zusätzlich noch einmal Energie freigesetzt. Natürlich wären die letzten 20 Minuten mit einer Führung auf der Anzeigetafel an der Seitenlinie etwas entspannter gewesen. Aber ich kenne unser Team und hatte großes Vertrauen, dass wir nichts mehr anbrennen lassen.
DFB.de: Gegen Irland konnten Sie das Spiel kontrollieren, gegen Schweden mussten Sie einen Rückstand drehen, gegen Dänemark ging es am Ende darum, den Punkt ins Ziel zu bringen. Zeigt das, welche verschiedenen Facetten im Team stecken?
Loderer: Absolut. Seit unserem gemeinsamen Kick-off in der U 16 bis zur Eliterunde haben wir viele Länderspiele gegen unterschiedlichste Gegner und Spielstile bestritten. Das ist eine wichtige sportliche Grundlage dafür, dass das Team heute sehr anpassungsfähig ist, gleichzeitig aber immer bei sich bleiben kann und sich fußballerisch enorm weiterentwickelt hat. In diesen 20 Monaten ist zudem ein großes gegenseitiges Vertrauen gewachsen - durch viele gemeinsame Erfahrungen, Impulse und den täglichen Umgang miteinander. Das ist sicherlich der Schlüssel dafür, dass die Mädels auch in Spielen mit so großer Bedeutung bei sich geblieben sind und unsere Identität auf den Platz bringen konnten.
DFB.de: Gegen wen es bei der EM geht, entscheidet sich erst am 25. März. Wie sieht der Fahrplan bis zum Turnier im Mai aus?
Loderer: Im April haben wir noch einmal einen etwas längeren Lehrgang. Dort werden wir die wichtigsten Take-aways aus der Qualifikation aufgreifen und mit Sicherheit auch den einen oder anderen Impuls neben dem Platz setzen.
DFB.de: Zum Abschluss noch die Frage: Wie groß ist die Vorfreude auf die EM in Nordirland?
Loderer: Die ist natürlich riesengroß. Unsere gemeinsame Geschichte in Nordirland weiterschreiben zu dürfen und mit diesem ganz besonderen "Haufen" ein Highlight wie eine Europameisterschaft erleben zu dürfen, ist ein absolutes Privileg.









































