Menzel im Interview: "Es war ein lehrreiches Jahr für alle" | OneFootball

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·1. Mai 2026

Menzel im Interview: "Es war ein lehrreiches Jahr für alle"

Artikelbild:Menzel im Interview: "Es war ein lehrreiches Jahr für alle"

Der 1. FC Saarbrücken muss sich nach dem 2:1-Erfolg bei Rot-Weiss Essen keine Sorgen mehr um den Abstieg machen. Mit neun Punkten und 18 Toren Vorsprung auf die Abstiegsränge wird drei Spieltage vor Saisonende wohl nichts mehr anbrennen. Mit liga3-online spricht Saarbrückens Keeper Phillip Menzel über den wichtigen Erfolg in Essen, Gründe für die insgesamt misslungene Spielzeit der ambitionierten Saarländer und Ziele für die verbleibenden Saisonwochen, in denen auch noch das Finale im Landespokal ansteht.

"Schon brutal erlösend"

liga3-online: Durch den 2:1-Erfolg beim Aufstiegsaspiranten Rot-Weiss Essen hat der 1. FC Saarbrücken den Klassenverbleib so gut wie sicher. Wie erlösend war der Sieg, Herr Menzel?


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Phillip Menzel: Schon brutal erlösend. Sowohl bei den Fans als auch bei uns Spielern ist eine riesige Last abgefallen. Unsere Statistik in Auswärtspartien war vorher – sagen wir mal – nicht unbedingt prickelnd. Dass wir ausgerechnet bei einem starken Team wie Rot-Weiss Essen unser wahres Gesicht zeigen und mit purer Leidenschaft einen großen Schritt in Richtung Klassenverbleib machen, kam für viele sicher überraschend. Wir hätten gern früher eine solche Leistung gezeigt, um alle Zweifel aus dem Weg zu räumen. Jetzt ist es uns erst spät gelungen. Aber eben nicht zu spät.

Was lief in der Partie in Essen besser als in den Wochen zuvor?

Wir haben uns nie verunsichern lassen und sind nicht von unserem Plan abgewichen. Trotz des Rückstands vor einer unglaublichen Kulisse an der Hafenstraße haben wir es geschafft, unser Ding durchzuziehen.

"Können dennoch viel Kraft daraus schöpfen"

Was sind die Gründe für die insgesamt misslungene Saison – wie ist der 1. FC Saarbrücken überhaupt in diese Situation geraten?

Wir brauchen gar nicht damit anfangen, drum herumzureden. Wir sind zwar ganz gut in die Saison gestartet, dann aber in einen Negativstrudel hineingeraten. Irgendwo haben wir uns dann etwas verloren. Wenn du einmal da drin bist, ist es sehr schwer, wieder herauszukommen. Aue hat das nicht geschafft. Sandhausen ist es letzte Saison nicht gelungen. Es ist einfach so, dass in der 3. Liga kein Spiel einfach ist. Rot-Weiss Essen hat es jetzt selbst gegen uns mitbekommen.

Wie haben Sie die Saison erlebt – mit welchen Adjektiven würden Sie die Spielzeit beschreiben?

Zu aller erst einmal: Schlecht und nicht zufriedenstellend. Aber: Wir können dennoch viel Kraft daraus schöpfen. Denn wir haben es geschafft, uns aus der Situation zu befreien und sind wieder auf einem gutem Weg. Vielleicht hatte es im Nachhinein auch etwas Gutes, gemeinsam mit unseren Fans einmal durch die Scheiße zu gehen, um es kommende Saison wieder besser zu machen. Es war ein lehrreiches Jahr für alle.ä

Soll denn in der kommenden Saison trotzdem wieder angepeilt werden, oben mitzumischen?

Es wäre vermessen, nach so einer Saison irgendwelche Ansprüche anzumelden. Zunächst einmal muss im Verein wieder Ruhe einkehren. Wir wollen uns step by step wieder mehr nach vorne bewegen.

"Kann mir vorstellen, zu bleiben"

Jetzt stehen aber erst einmal noch drei Ligaspiele und das Finale im Landespokal gegen den FC 08 Homburg an. Mit welchen Zielen gehen Sie die letzten Saisonwochen an?

Wir wollen bestenfalls schon gegen Waldhof Mannheim den Klassenverbleib klarmachen und insgesamt für einen versöhnlichen Saisonabschluss sorgen. Damit sich alle – die Fans und wir Spieler – beseelter in die Sommerpause verabschieden können. Außerdem hat der Sieg im Landespokalfinale und die damit verbundene Qualifikation für den DFB-Pokal einen großen Stellenwert.

Wie geht es für Sie selbst weiter – bleiben Sie Saarbrücken und der 3. Liga erhalten?

Das ist noch offen. Ich habe schon häufig gesagt, dass ich mir vorstellen kann, zu bleiben. Am Ende muss es aber für alle Seiten passen. Wir werden sicher bald Gespräche dazu führen.

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