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·18. Februar 2026
Michael Olise auf dem Weg zum Müller-Rekord: Eine Fabelsaison in Zahlen

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·18. Februar 2026

Michael Olise spielt eine herausragende Saison beim FC Bayern München und könnte bald den Assistrekord von Thomas Müller knacken. Ein Blick auf die Zahlen.
In der Saison 2019/2020 stellte Thomas Müller einen Rekord in der Bundesliga auf: In Diensten des FC Bayern München gelangen ihm 21 Assists. Niemand schaffte mehr seit Beginn der Datenerfassung 1992/93.
Niemand bis heute. Denn jemand ist auf dem Weg, diesen Rekord zu knacken: Michael Olise steht nach 22 Spieltagen bereits bei 16 Torvorlagen. Einige Portale haben ihn bei 18, aber das liegt vermutlich daran, dass sie Fouls am Spieler als Assist werten, wenn der anschließende Elfmeter beispielsweise verwandelt wird.
Die DFL hingegen hat den Franzosen bei 16 Assists. Und auch Wyscout sieht Olise derzeit bei 16 Vorlagen. Mit der Scoutingplattform hat Miasanrot sich weitere herausragende Zahlen des 24-Jährigen angesehen.
Wie gut seine Bundesliga-Saison bisher ist, zeigt sich auch an seinen Toren. Zehn Stück erzielte der Flügelstürmer – und steht damit gemeinsam mit Tabaković (Gladbach) auf dem fünften Rang. Dass diese hohe Quote an Torbeteiligungen kein Zufall ist, zeigen die erweiterten Statistiken.
Fast zehn erwartete Assists sind ligaweit der absolute Topwert und unterstreichen die Qualität der Vorlagen, die Olise liefert. Auf dem zweiten Platz folgt Raum (Leipzig) mit etwas mehr als sieben. Joshua Kimmich (sechs) und Luis Díaz (fast sechs) folgen im Bayern-Kader.
Auch 35 Schlüsselpässe – bei Wyscout als solche beschrieben, die direkt zu einer klaren Torchance führen – sind Bestwert in der Bundesliga. Gefolgt von Schmid (29, Bremen) und Díaz (27). Etwas mehr als 1,7 pro 90 Minuten sind ebenfalls deutlich besser als die 1,3 von Bülter (Köln) auf dem zweiten Rang (1,3).
Kaum etwas unterstreicht jedoch seine Spielmacherfähigkeiten so sehr wie die „Deep Completions“. Das sind Pässe oder Flanken, die in einen virtuellen Halbkreis mit einem Radius von 20 Metern zum gegnerischen Tor gespielt werden und ankommen. Olise kommt bereits auf 77 Deep Completions in dieser Bundesliga-Saison. Díaz (59), Diomande (48, Leipzig), Schmid (46) und Amiri (41, Mainz) folgen. Auf 90 Minuten gerechnet ist Olise ebenfalls deutlich vorn: Fast vier im Vergleich zu weniger als drei bei Díaz und Diomande.
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Aber Olise ist auch ein guter Dribbler – wenngleich wohl nicht der beste der Liga. Zwar sind 153 Dribblings absolut gesehen der höchste Wert vor Nusa (146, Leipzig) und Leweling (138, Stuttgart), aber 7,7 pro 90 Minuten sind weniger als Nusas neun – und die Erfolgsquote von rund 53 Prozent ist nur durchschnittlich.
Olises Spiel ist sehr vertikal. Bei den progressiven Läufen mit dem Ball am Fuß hat er bereits 93 in dieser Saison und steht damit knapp vor Diomande (91), Díaz (90) und Nusa (83). 4,67 pro 90 Minuten bedeuten hier Platz fünf. Der Bayern-Star ist ein spielmachender Dribbler und erinnert dabei eher an Franck Ribéry als an Arjen Robben.
Eine Szene, die das perfekt unterstreicht, ist sein Assist gegen den HSV zum zwischenzeitlichen 2:1 durch Díaz.

Olise ist zunächst Dreh- und Angelpunkt der Ballzirkulation im rechten Halbraum. Dann kommt ihm Serge Gnabry entgegen und er erkennt die Situation blitzschnell. Der Franzose spielt steil, läuft direkt durch und bekommt den Klatsch-Pass seines Mitspielers zurück. Nun hat er Raum zwischen den Linien und dribbelt ins Zentrum. Auf dem Weg dorthin zieht er zwei HSV-Spieler aus einen Positionen.
Einer davon ist mit Nicolas Capaldo ein Innenverteidiger. Dadurch wird der Tiefenlaufweg für Díaz frei, den Olise mit einem perfekten Steckpass bedient. Präzises Vertikalspiel, gute Laufwege, kurzes Dribbling – in dieser Szene steckt alles, was Olise auszeichnet.
Der Franzose ist so deutlich über dem Niveau des Großteils der Liga, dass davon auszugehen ist, dass er den Assistrekord von Müller knackt. Nur noch fünf Vorlagen fehlen bei zwölf Partien.
Allerdings gibt es beim Nationalspieler auch noch Dinge, die ausbaufähig sind. So ist die Champions League bisher noch nicht sein Wettbewerb. Auch hier kommt er zwar auf fünf Vorlagen und einen Treffer, doch gerade gegen die stärkeren Mannschaften blieb er oft blass. Drei seiner sechs Torbeteiligungen erzielte er beim 5:1 gegen Pafos, zwei weitere in den Heimspielen gegen Sporting und Union Saint-Gilloise. Gegen Chelsea gelang ihm ein Assist gegen einen starken Gegner.
Ohne Torbeteiligung blieb er gegen Brügge, Paris, Arsenal und Eindhoven – wobei er gegen die Niederländer auch nur eingewechselt wurde. Auch abseits der Torbeteiligungen bestätigt sich das Bild, dass Olise in der Champions League nicht ganz so dominant auftritt wie in der Bundesliga.
1,97 erwartete Assists sind der elfte Platz in der Königsklasse. Sieben Schlüsselpässe sind ebenfalls Platz elf – es fehlt in beiden Kategorien nicht viel zur Weltklasse, aber es fehlt ein bisschen was. Spannend ist zudem, dass Olise bei den Deep Completions nicht mal in den Top-30 der Champions League steht. 2,27 pro 90 Minuten reichen nicht für Álex Grimaldo (Leverkusen), der mit 2,34 auf dem 30. Rang steht. Ousmane Dembélé (4,68, Paris), Lamine Yamal (3,96, Barcelona), Kylian Mbappé (3,62, Real Madrid), Julian Brandt (3,54, Dortmund) und Díaz (3,45) bilden die Top-5.
Interessant ist derweil, dass Olises Dribbling in der Champions League besser ist. Fast zehnmal geht er pro 90 Minuten in die offensiven Duelle, seine Erfolgsquote liegt bei starken 66 Prozent – damit lässt er unter anderem Lamine Yamal (61 Prozent) oder Savinho (62 Prozent, Manchester City) hinter sich.
Die Diskrepanz zwischen den Bundesliga- und den Champions-League-Zahlen lässt sich vermutlich durch mehrere Faktoren erklären. So ist ein offensichtlicher Grund, dass die Gegnerqualität dort deutlich höher ist und es schwieriger für einen Offensivspieler ist, hohe Werte zu liefern. Vergessen sollte man dabei nicht, dass Olise erst 24 ist. Hier macht sich womöglich die Erfahrung von Díaz bezahlt, der in beiden Wettbewerben nahezu gleiche Zahlen liefert.
Aber auch die Spielweise des Teams ist in der Champions League etwas anders, weil Gegner häufiger in Ballbesitz kommen. Dass Olise etwas häufiger dribbelt, liegt vielleicht daran, dass seine Mitspieler sich nicht so leicht freilaufen können und er mehr aus statischen Situationen heraus agieren muss.
Für andere Spieler gilt das natürlich ebenfalls. Insofern bleibt unter dem Strich, dass Olise noch Luft nach oben hat, wenn es gegen Top-Teams geht. In allen Wettbewerben hat Olise die meisten Ballverluste aller Offensivspieler beim FC Bayern pro 90 Minuten – 13. Zwei mehr als Karl, drei mehr als Díaz. Und auch im gesamten Kader gibt es keinen Spieler, der so oft den Ball verliert.
Auch hier bedarf es natürlich Kontext. Olises Risiko kreiert so viele Chancen wie bei keinem anderen Spieler des Kaders. Es ist kein Zufall, dass die Spieler, die ihm bei Ballverlusten am nächsten kommen, Karl und Jamal Musiala sind. In der Saison 2024/25 hatte Letzterer etwas mehr als elf Ballverluste pro 90 Minuten.
Für Olise wird es in den kommenden Monaten und Jahren wichtig sein, ein noch stärkeres Gefühl dafür zu bekommen, wann Risiko richtig ist und wann es besser ist, auf ein Dribbling zu verzichten. Dabei geht es nicht darum, ihm die Bereitschaft zum Zocken zu nehmen, aber so manches Gegentor in der Vergangenheit fiel eben auch aus zu leichtfertigen Ballverlusten von ihm.
Das und der Transfer der Bundesliga-Leistungen in die Champions League sind wohl die großen Themen, um aus ihm endgültig einen Weltklasse-Spieler zu machen. Mit dem Assistrekord von Müller könnte er zumindest schon mal an seiner Vita weiterschrauben.
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