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·29. November 2025
"Noch nie erlebt": Ulms Talfahrt nimmt historische Züge an

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Und wieder verloren! Beim 0:1 gegen 1860 München kassierte der SSV Ulm am Samstag die siebte Niederlage in Folge und liegt nun bereits sechs Punkte hinter dem rettenden Ufer. Längst hat die Talfahrt der Spatzen historische Züge angenommen, dennoch blieb Trainer Pavel Dotchev mit Blick auf die kommenden Aufgaben "absolut optimistisch".
Sieben Spiele hintereinander verloren, das gab es in der langen Vereinshistorie der Ulmer noch nie. Ebenfalls historisch: Erstmals in seiner Trainerlaufbahn hat Pavel Dotchev die ersten beiden Partien mit seiner neuen Mannschaft verloren. "Das habe ich noch nie erlebt", sagte der Drittliga-Rekordtrainer bei "MagentaSport". Dennoch sah er seinen Matchplan aufgegangen, zeigte sich mit der Leistung zufrieden und sprach von einem "richtig guten Spiel", in dem seine Mannschaft "mindestens einen Punkt verdient gehabt hätte" – zumindest ab der 2. Minute. Denn zuvor waren die Löwen bereits nach 22 Sekunden in Führung gegangen.
"Das war eine kalte Dusche und ein Schlag ins Gesicht. Wir haben einige Zeit gebraucht, um uns davon zu erholen", meinte Dotchev und bemängelte, dass die Hintermannschaft "keine gute Zuordnung" gehabt habe. Ein Pass von Volland reichte, um die komplette Defensive des SSV auszuhebeln, zudem hatte Torschütze Haugen viel zu viel Platz. Es war das 22. Gegentor der Ulmer in den letzten sieben Spielen. Trotz des frühen Rückstands war der Zweitliga-Absteiger danach aber gut im Spiel, blieb jedoch trotz einer Chancenüberlegenheit zu harmlos. "Was ich auf jeden Fall kritisieren muss, ist das letzte Drittel, der letzte Pass", merkte Dotchev an. "Da fehlt mir noch ein bisschen die Überzeugung." So reichte es am Ende auch nicht mehr zu wenigstens einem Punkt.
Trotz der erneuten Niederlage – insgesamt war es bereits die elfte Pleite im 16. Spiel – sprach Dotchev von einer Partie, aus der er "sehr viele Erkenntnisse" rausziehen könne. "Ich weiß, dass wir dringend Punkte brauchen. Aber verglichen mit dem Spiel davor (1:2 gegen Havelse; d. Red.) war das eine Ecke besser." Der Deutsch-Bulgare zeigte sich "absolut optimistisch für die restlichen Spiele" und ist sich sicher, "dass wir von Woche zu Woche besser werden und die Defizite, die wir noch haben, aufarbeiten können". Weil Ingolstadt zeitgleich gewinnen konnte, ist der Rückstand auf das rettende Ufer allerdings bereits auf sechs Punkte angewachsen. Diesen in den drei verbleibenden Partien bis zur Winterpause noch aufzuholen, dürfte kaum möglich sein, zumal die Gegner Köln, Osnabrück und Essen heißen.
Der Glaube an den Klassenerhalt lebt dennoch ("Es sind noch genug Spiele"), darüber hinaus verwies Dotchev auf seine Aufholjagd mit dem FC Erzgebirge Aue, der vor seiner Übernahme von drei Jahren nach 19 Spieltagen nur 14 Punkte auf dem Konto hatte. "Trotzdem haben wir den Klassenerhalt geschafft." Mit Ulm (13 Punkte) wollte er es eigentlich nicht so spannend machen und sich vor der Winterpause in eine gute Ausgangsposition bringen. "Aber offensichtlich wird es bis zum Schluss Abstiegskampf pur." Letztlich werde es darum gehen, zwei, drei Mannschaften zu überholen. "Wir müssen jetzt an mehreren Schrauben drehen, ein paar Prozente nachlegen, und irgendwann läuft die Maschinerie dann", zeigte sich Dotchev zuversichtlich. "Damit wir den Anschluss nicht verlieren."


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