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·3. August 2026
Onyedika: Frankfurts Sechser für neun Millionen

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Neun Millionen Euro Ablöse. Ein Marktwert, der laut Datendiensten bei rund 19 Millionen liegt. Ein Vertrag bis 2031. Der eigentliche Coup an Raphael Onyedikas Wechsel nach Frankfurt steht nicht auf dem Trikot, sondern auf der Rechnung.
Eintracht Frankfurt hat den Transfer am Sonntagmittag offiziell gemacht. Sky und Florian Plettenberg beziffern die Grundablöse auf neun Millionen Euro, Fabrizio Romano nennt zehn – die Differenz erklärt sich über Bonuszahlungen. Laut Sport Bild sichert sich Club Brügge zusätzlich fünf Prozent an einem künftigen Weiterverkauf, eine Ausstiegsklausel enthält der Vertrag nicht.
Markus Krösche hat diesen Spieler nicht in einem Sommer gefunden. Die Eintracht bemühte sich bereits im vergangenen Jahr um Onyedika, damals ohne Erfolg. Auch diesmal zogen sich die Gespräche über Wochen. Wer einen Spieler drei Transferperioden lang beobachtet, kennt am Ende dessen Preisspanne besser als der Verkäufer.
Wer hier einen Spielmacher erwartet, liegt daneben. Onyedika ist ein Abräumer mit Positionsdisziplin, 1,84 Meter groß, rechter Fuß, in Belgien vier Jahre lang Dauerbrenner. Krösche lobte an ihm Robustheit, strategisches Spielverständnis und vor allem Konstanz – in dieser Reihenfolge.
Genau das fehlte der Eintracht in der vergangenen Saison. Ellys Skhiri, einst als bester Sechser der Liga geholt, wurde inzwischen für Gespräche mit anderen Klubs freigestellt. Die Zentrale bekommt mit Onyedika neben Noel Aseko und Otávio ihren dritten Neuzugang – und ihren einzigen mit Champions-League-Erfahrung im zweistelligen Bereich.
Bemerkenswert ist die Entscheidung dahinter. Aus Saudi-Arabien lag ein finanziell deutlich besseres Angebot vor, Onyedika lehnte ab. Eine Top-5-Liga, ein Klub mit europäischer Perspektive und der Reiz, mit 25 nicht abzubiegen, wogen schwerer als das Gehalt. Solche Fälle werden in diesem Transfersommer seltener.
Die Nebengeräusche passten ins Bild: Brügge strich Onyedika vor dem belgischen Supercup gegen Union Saint-Gilloise offiziell wegen Krankheit aus dem Kader. Das Spiel ging verloren. Zwei Tage später stand er in Frankfurt zum Medizincheck.
Die Frage ist nicht, ob die Eintracht hier günstig eingekauft hat – das hat sie erkennbar. Die Frage ist, ob ein Abräumer allein die Statik einer Mannschaft repariert, die zuletzt vor allem an Struktur und Zweikampfhärte scheiterte.
Frankfurt hat sich mit Skhiri schon einmal einen fertigen Sechser geholt und ist damit nicht glücklich geworden. Diesmal kommt einer, der noch Entwicklungsraum hat und den Preis eines Ergänzungsspielers kostete. Wer im Sommer wenig ausgibt, wird im Winter selten daran gemessen. Am Ball gemessen wird trotzdem ab dem ersten Spieltag.
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