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·15. September 2026
El Mala, Ebnoutalib, Adeyemi: Klopps Kader nimmt Form an – und er sieht aus wie eine Absage an Nagelsmanns Sommer

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·15. September 2026

Frankfurt. Am Donnerstag um 10 Uhr liest Jürgen Klopp seinen ersten Kader vor. Seit Dienstagmorgen weiß man, dass ein Name darauf steht, den Julian Nagelsmann vor elf Monaten nach einem Spiel wieder gestrichen hatte: Said El Mala. Der kicker berichtet, Klopp werde den Kölner Offensivspieler für die vier Nations-League-Spiele berufen. Und er ist nicht allein. Bild und Sky nennen Younes Ebnoutalib aus Frankfurt als weiteren Debütanten, Sky dazu Jonathan Burkardt, Brajan Gruda, Karim Adeyemi und Kevin Schade. Fünf Offensivspieler, keiner davon im WM-Kader. Das ist kein Zufall. Das ist eine Richtung.
Die Geschichte des 20-Jährigen ist kurz und steil. In seiner ersten Bundesliga-Saison erzielte er 13 Tore und legte fünf auf – mehr als ein Drittel der Kölner Treffer, laut kicker hat er den Klub „praktisch alleine vor dem Abstieg bewahrt“. Im November 2025 nominierte Nagelsmann ihn erstmals, ließ ihn gegen Luxemburg ohne Einsatz und schickte ihn danach zur U21. In den WM-Kader kam er nicht, auch nicht, als Lennart Karl verletzt ausfiel. Im Sommer folgte ein Transferdrama mit Premier-League-Interesse, das mit einer Vertragsverlängerung in Köln endete. Jetzt trägt er die Nummer 10.
Der Saisonstart war holprig: ein Tor gegen Hoffenheim, nachdem er vor der Pause eine große Chance vergeben hatte; dann krank gegen Stuttgart; gegen Bremen nur ein Kurzeinsatz. Ein Scorerpunkt in drei Spielen. Der kicker nennt als Grund für die Nominierung nicht die Zahlen, sondern die Art: „unkonventionell“, „immer für einen Überraschungsmoment gut“, „gibt nie auf“. Es sind die Vokabeln, mit denen Klopp im Juli beschrieb, was er sucht – Spieler, „die damit noch gar nicht rechnen“, für ein 4-3-3 mit echten Flügelspielern.
Der zweite Debütant ist der interessantere Fall. Younes Ebnoutalib, 21, gebürtiger Frankfurter, spielt bei der Eintracht auf dem Flügel – am Sonntag gegen Augsburg bereitete er ein Tor vor. Nach FIFA-Regularien könnte er noch für Marokko spielen. Eine Nominierung durch Klopp wäre, so dpa, das Signal, dass der DFB ihn nicht verlieren will. Es wäre das erste Mal seit Jahren, dass Deutschland einen Spieler nominiert, um eine Verbandsentscheidung zu beeinflussen. Klopp hat mit Sadio Mané und Mohamed Salah gearbeitet; er weiß, was afrikanische Verbände bieten können.
Dazu laut Sky sein Vereinskollege Jonathan Burkardt – Torschütze gegen Augsburg, in der Vorsaison unter Nagelsmann nicht berücksichtigt.
Karim Adeyemi hat seit dem Wechsel von Dortmund zu Barcelona getroffen, wo er trifft: Traumtor gegen Feyenoord, Nachspielzeit-Tor gegen Levante, dazwischen Startelf. Kevin Schade ist bei Brentford stark gestartet, Brajan Gruda bei Leipzig – Vorlagengeber beim 1:0 gegen den HSV. Alle drei standen unter Nagelsmann außen vor. Alle drei spielen auf den Positionen, die Klopps System braucht: außen, schnell, direkt.
Man kann aus der Liste ein Muster lesen, und es ist deutlich. Fünf, sechs Spieler, die Nagelsmann für die WM nicht wollte, stehen bei Klopp auf dem Zettel. Das ist keine Anklage gegen den Vorgänger – Nagelsmann hatte Turnierdruck, Klopp hat Nations League. Aber es ist die erste konkrete Antwort auf die Frage, ob der Neustart ein „weiter so“ wird. Auf der Offensive lautet sie: nein.
Die Berichte stammen von drei Medien mit jeweils eigenen Quellen; keine Nominierung ist bestätigt. Der kicker schreibt „nach kicker-Informationen“, Bild und Sky „nach Informationen“. Bis Donnerstag kann sich einiges ändern – und bei einem Kader, der laut Sportschau deutlich größer als 23 Spieler wird, ist die Nominierung der niedrigere Schritt. Die höhere Hürde ist der Spieltagskader von 23, den Klopp vor jedem Spiel neu melden muss. Wer am Montag nach Herzogenaurach fährt, steht nicht automatisch am 24. September in Amsterdam im Aufgebot.
Für El Mala wäre schon die zweite Nominierung mehr als die erste: Damals kam er, sah zu, ging. Diesmal kommt er zu einem Trainer, der vier Spiele in elf Tagen hat und angekündigt hat, sie zu nutzen. Ob er spielt, entscheidet Klopp. Ob er nominiert wird, ist laut kicker entschieden.







































