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·11. Februar 2026

Pokal-Aufreger in München: „Klarer Elfer für Leipzig!“

Artikelbild:Pokal-Aufreger in München: „Klarer Elfer für Leipzig!“

Hat der FC Bayern im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen RB Leipzig (2:0) von einer strittigen Entscheidung profitiert? Eine Szene aus der 28. Minute sorgt weiterhin für Diskussionen – und für unterschiedliche Bewertungen prominenter Experten.

Der FC Bayern hat sich mit einem 2:0-Heimsieg gegen RB Leipzig erstmals seit sechs Jahren für das Halbfinale im DFB-Pokal qualifiziert.


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Nach dem Spiel wird eine Szene hitzig diskutiert: Im Mittelpunkt steht ein Zweikampf zwischen Josip Stanisic und Antonio Nusa an der Strafraumkante. Der Bayern-Verteidiger brachte den Leipziger Offensivspieler zu Fall, Schiedsrichter Daniel Siebert ließ jedoch weiterspielen. Auch der VAR griff nicht ein. Ein Foul an sich stand dabei kaum zur Debatte – die entscheidende Frage lautete vielmehr: Fand das Vergehen innerhalb oder außerhalb des Strafraums statt?

Gräfe: „Klarer Elfer für RBL!“

Der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Manuel Gräfe positionierte sich unmittelbar nach der Szene deutlich. Auf der Plattform X schrieb er: „Klarer Elfer für RBL!“ Für ihn war die Entscheidung, nicht auf Strafstoß zu erkennen, falsch.

„Klares Beinstellen darf der Ref auch selbst sehen“, legte Gräfe nach. Seiner Ansicht nach hätte spätestens der VAR eingreifen müssen. Besonders entscheidend sei die Position von Stanisics linkem Fuß gewesen. „Der Kontakt ist definitiv auf fast Kniehöhe und damit mindestens 20 bis 30 cm weiter und über der Strafraumlinie, die zum Strafraum gehört“, argumentierte der frühere Unparteiische.

Gräfe war überzeugt, dass sich zumindest ein Teil des Kontakts auf oder über der Linie abgespielt habe – und damit regeltechnisch im Strafraum. Die Linie gehört bekanntlich zum Sechzehner, was im Zweifel einen Elfmeter zur Folge hätte.

TV-Bilder von Sky zeigten allerdings auch, dass Stanisic zu Beginn der Aktion mit beiden Füßen deutlich vor der Linie stand. Erst im weiteren Verlauf rutschten beide Spieler in den Strafraum hinein. Mehrere Wiederholungen brachten keine eindeutige Klarheit, was die Bewertung zusätzlich erschwerte.

Matthäus: „Leicht vor der Linie“

Sky-Experte Lothar Matthäus widersprach Gräfe in der entscheidenden Frage. Für ihn fand das Foul „leicht vor der Linie“ statt – also außerhalb des Strafraums. Ein Elfmeter sei demnach nicht gerechtfertigt gewesen.

Allerdings sah auch Matthäus einen Fehler von Schiedsrichter Siebert – jedoch in einer anderen Dimension. Seiner Ansicht nach hätte zumindest auf Freistoß für RB Leipzig entschieden werden müssen. Dass selbst diese Entscheidung ausblieb, wertete er kritisch.

Gräfe wiederum verwies auf eine ähnliche Szene aus dem Bundesliga-Spiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC St. Pauli, bei der letztlich auf Elfmeter entschieden worden war. „Da gab es zu Recht Elfer… diese Unterschiede versteht keiner“, monierte er und erneuerte damit seine grundsätzliche Kritik an der fehlenden Einheitlichkeit im deutschen Schiedsrichterwesen.

Fakt ist: Die Szene bleibt Auslegungssache. Eine klare Fehlentscheidung lässt sich anhand der Bilder nicht zweifelsfrei belegen – die Diskussion um Linie, Kontaktpunkt und VAR-Eingriff dürfte dennoch weitergehen.

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