Rav van den Berg und der 1. FC Köln: Warum die einstige Win-win-Situation ins Wanken gerät | OneFootball

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·14. September 2026

Rav van den Berg und der 1. FC Köln: Warum die einstige Win-win-Situation ins Wanken gerät

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Rav van den Berg und der 1. FC Köln: Warum die einstige Win-win-Situation ins Wanken gerät

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Simon Bartsch

14 September, 2026

Als Rav van den Berg im Sommer 2025 zum FC wechselte, war von einem Königstransfer und von einer Win-win-Situation die Rede. Die Geißböcke wollen von dem Niederländer mittelfristig sicherlich auch wirtschaftlich irgendwann profitieren. Doch gut ein Jahr später wartet der 22-Jährige auf seine Chance unter René Wagner und beim 1. FC Köln: Die Win-win-Situation um Rav van den Berg bekommt Risse.

Seit dem Amtsantritt von René Wagner hat Rav van den Berg genau einmal gespielt. Am Samstag stand der Abwehrspieler noch nicht einmal im Kader. Dabei galt er einst als großer Hoffnungsträger.

Rav van den Berg sitzt auf der Bank

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Die Aussagen kamen eigentlich einer Kampfansage gleich, waren mindestens sehr selbstbewusst. „Ich will spielen“, sagte Rav van den Berg bei seinem ersten öffentlichen Auftritt mit Geißbock auf der Brust. „Jetzt liegt es am Trainer!“ Und die Vorfreude bei den Kölner Fans war dementsprechend groß. Kein Wunder, Thomas Kessler hatte für den Niederländer mehr als acht Millionen Euro überwiesen, den Innenverteidiger damit zu einem der teuersten FC-Transfers generell und zum teuersten Abwehrspieler der Vereinshistorie gemacht. Der aktuell 22-jährige Abwehrspieler galt als großes Defensivversprechen in den Niederlanden, ausgestattet mit einem hervorragenden Stellungsspiel, starker Technik und viel Potenzial. Zahlreiche andere Clubs befanden sich in der Verlosung, doch van den Berg entschied sich für den Weg über Köln. Es sollte eine große Win-win-Geschichte werden. Der FC investierte in den Abwehrspieler, um natürlich eine Soforthilfe auf dem Platz, aber auch eine Investition für die Zukunft zu haben.



Mittelfristiges Ziel: Premier League

Denn auch die Ziele des Spielers waren von vorne rein klar definiert. Schon damals lautete das mittelfristige Ziel Premier League. „Ich hätte diesen Schritt auch jetzt schon machen können. Aber der Schritt über die Bundesliga war richtig für mich“, sagte der ehemalige U21-Nationalspieler damals. „Die Liga ist auf einem guten Level, die Premier League ist aber noch ein Stück höher.“ Der Niederländer strebt einen ähnlichen Karriereweg wie der seines Bruders an. Sepp van den Berg empfahl sich auch über die Bundesliga für Höheres. Der Ex-Mainzer ist mittlerweile bei Brentford unterwegs und dort eigentlich auch unumstrittener Stammspieler. In dieser Spielzeit laboriert der 24-Jährige bislang an einer Leistenverletzung herum, stand noch nicht eine Minute auf dem Platz. Nun kommt es eher selten vor, dass ein Spieler im ersten Interview nach seiner Ankunft beim neuen Verein bereits die nächsten Karriereschritte aufzählt, doch van den Berg hat nun mal einen klaren Plan und kommuniziert diesen.

Und das ist auch vollkommen legitim. Denn auch für den FC war die Aussicht auf einen Wechsel in die Premier League ein verheißungsvoller. Jakub Kaminski machte beispielsweise beim FC auch keinen Hehl daraus, dass er seine Zukunft mittelfristig in England sehen würde. Nun wurde es zwar Portugal, doch der wirtschaftliche Hintergrund ist ein ähnlicher. Performen die Spieler, winken lukrative Märkte. Kaminski kostete die Kölner 5,5 Millionen feste Ablöse, brachte rund 17 Millionen ein. Van den Berg kostete die Kölner um die acht Millionen (exklusive Boni), der erhoffte Gewinn dürfte ebenfalls ein Vielfaches sein. Die Kölner haben im Sommer 2025 sicherlich nicht so viel Geld für einen jungen Spieler in die Hand genommen, ohne einen mittelfristigen wirtschaftlichen Erfolg zu antizipieren. Als Bruder Sepp die Mainzer 2024 verließ, war der Marktwert laut transfermarkt.de schon von 5 auf 12 Millionen Euro gestiegen. Für knapp 24 Millionen verpflichtete Brentford den Spieler von Liverpool, heute wird der Marktwert auf 32 Millionen geschätzt.

Bekommt Rav van den Berg seine Chance?

Von einer ähnlichen Entwicklung ist der jüngere Bruder aktuell ein Stück weit entfernt. Denn van den Berg spielt aktuell überhaupt keine Rolle beim FC oder bei René Wagner. Nur im ersten Duell nach der Beförderung von Wagner zum Interimstrainer stand der Innenverteidiger auf dem Platz. Doch nach den 90 Minuten gegen Frankfurt Anfang April folgte keine Minute mehr. Am Samstag stand der 22-Jährige noch nicht einmal mehr im Kader. Wagner erklärte die Maßnahme mit der Breite des Teams. „Wir haben den Rav gestrichen, weil wir nicht zwei Innenverteidiger mitnehmen wollten“, sagte der Trainer. Tatsächlich sind die Plätze begrenzt und die Wahl nur einen Ersatz-Innenverteidiger mitzunehmen, erscheint schlüssig. Doch der FC wartet nun schon lange auf den Durchbruch des Abwehrspielers. Kessler erklärte vergangene Woche bei einer Veranstaltung des Kölner Stadt-Anzeigers und von Express, dass ein so teurer Spieler, im besten Falle auch spiele.

Zur Wahrheit gehört aber auch das komplizierte erste Jahr des Abwehrspielers. Van den Berg verpasste vor seinem Wechsel nahezu die komplette Vorbereitung, durfte auch bei Middlesbrough nicht wirklich ran. Dann die Verletzung früh in der Saison, nicht immer die besten Entscheidungen während der Spielzeit. Im Sommer erklärte Wagner dann, dass jeder bei ihm eine Chance erhalte, die Karten neu gemischt werden würden. Die besten Karten hat van den Berg aktuell nicht in der Hand. Die Saison ist jung, der Weg zu einem Missverständnis weit. Doch die Entwicklung bewegt sich in eine Richtung, die weder der FC noch Rav van den Berg bei seiner Verpflichtung vorgesehen haben dürften. Und je länger der teuerste Innenverteidiger der Vereinsgeschichte auf seine Chance wartet, desto schwieriger wird es, diese Geschichte noch als bloße Anlaufschwierigkeiten zu erzählen.

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