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·13. Mai 2026

Riem Hussein: Die Rekordschiedsrichterin sagt Adieu

Artikelbild: Riem Hussein: Die Rekordschiedsrichterin sagt Adieu

Nach mehr als zwei Jahrzehnten auf höchstem nationalen und internationalen Niveau sagt eine der prägenden Persönlichkeiten des deutschen Schiedsrichterwesens Adieu: Dr. Riem Hussein beendet am 26. und damit am letzten Spieltag der Google Pixel Frauen‑Bundesliga ihre Karriere. "Es fühlt sich nach dem richtigen Moment an", sagt Hussein über diese bewusste Entscheidung. "Meine Zeit auf höchstem Niveau habe ich gehabt. Ich habe alles gegeben bis zum Schluss - und darauf bin ich stolz." Ihr letztes Spiel wird die Partie Hamburger SV gegen FC Bayern München am Sonntag (ab 14 Uhr, live bei Sport1, DAZN und MagentaSport) im Volksparkstadion sein.

Seit ihrem Bundesligadebüt im Jahr 2006 leitete die Schiedsrichterin aus Bad Harzburg inklusive Abschiedsspiel 156 Begegnungen in der höchsten deutschen Spielklasse - so viele wie keine andere vor ihr. Bemerkenswert: Bereits ihr erstes Spiel in der Frauen-Bundesliga fand ebenfalls in Hamburg statt, womit sich zum Karriereende ein besonderer Kreis schließt. "Mein Weg in der Frauen‑Bundesliga begann in Hamburg – und dort endet er nun auch", so Hussein. "Das macht dieses letzte Spiel für mich noch einmal ganz besonders, und das nehme ich mit großer Dankbarkeit im Herzen mit."


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Vom Spielfeld an die Pfeife

Ursprünglich selbst aktive Spielerin - unter anderem in der 2. Frauen-Bundesliga beim MTV Wolfenbüttel -, fand Hussein 2005 den Weg zur Schiedsrichterei. Der Aufstieg verlief rasant: Bereits ein Jahr später leitete sie Spiele in der Frauen-Bundesliga, 2009 folgte die Berufung auf die FIFA‑Liste. "Ich hatte am Anfang keine große Vision, wohin das alles führen kann", erinnert sie sich. "Ich habe gespürt, dass mir das zugetraut wird, und wollte diese Chance dann auch nutzen."

Eine Entscheidung, die sich auszahlte. Hussein entwickelte sich sowohl national als auch international zu einer hoch angesehenen Unparteiischen, bekannt für ihre klare Linie, ihre Präsenz auf dem Platz und ihre Professionalität. Zu den Höhepunkten ihrer Laufbahn zählen Teilnahmen an Welt‑ und Europameisterschaften, Champions‑League‑Spielen und damit Begegnungen vor zehntausenden Zuschauerinnen und Zuschauern.

Dabei ragt ein Spiel besonders heraus: das DFB‑Pokalhalbfinale der Frauen zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen in der Saison 2024/2025. "Die Stimmung im ausverkauften Volksparkstadion war überragend, das Spiel ging in die Verlängerung, und unsere Teamleistung war an dem Tag top", sagt sie. "Solche Spiele vergisst man nicht, das wird mir immer bleiben."

"Voller Dankbarkeit und Freude"

Mit dem Abschied blickt Hussein voller Dankbarkeit zurück: "Ich blicke voller Dankbarkeit und Freude auf mehr als zwei Jahrzehnte auf dem Platz zurück. Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt, schöne Orte bereist und eine Menge Freude auf und neben dem Platz gehabt. Was will man mehr?" Gleichzeitig weiß die Schiedsrichterin, dass ihr der Abschied nicht leichtfallen wird: "Mir wird vieles fehlen - der Umgang mit den Spielerinnen und Spielern, das gemeinsame Auftreten mit meinem Team auf dem Platz und natürlich das Gefühl, ein Spiel an- und abzupfeifen. Besonders werde ich vermissen, hochklassigen Fußball aus der besten Perspektive zu erleben."

Ganz verschwinden wird Dr. Riem Hussein aus dem Fußball allerdings nicht. "Ich werde weiterhin für den Videoassistentenbereich im Einsatz sein", erklärt sie. Zudem möchte sie Spiele in den Frauen‑Bundesligen und der 3. Liga der Männer beobachten und junge Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter coachen - sofern es aufgrund ihres Berufs als Apothekerin zeitlich möglich ist. Die Weitergabe ihrer Erfahrung ist ihr ein wichtiges Anliegen.

Und was geht ihr durch den Kopf, wenn am letzten Spieltag der Schlusspfiff ertönt? Die Antwort ist ebenso klar wie emotional: "Ich werde dankbar und glücklich sein." Am 26. Spieltag wird Riem Hussein ein letztes Mal den Anpfiff in der Google Pixel Frauen‑Bundesliga geben. Dann endet eine Karriere, die das deutsche und internationale Schiedsrichterwesen nachhaltig geprägt hat.

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