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·10. August 2026
Schalke zurück, Elversberg erstmals – und Paderborn vergessen

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·10. August 2026

Am 28. August rollt der Ball wieder, und drei Klubs sind neu dabei. Über zwei davon wird geschrieben. Der dritte hat als Einziger einen Bundesligisten aus dem Weg räumen müssen, um überhaupt hier zu sein.
Schalke 04, die SV Elversberg und der SC Paderborn 07 starten in dieselbe Saison – aber mit drei völlig verschiedenen Problemen. Und das lauteste ist nicht das schwierigste.
Schalke wurde Meister der 2. Liga mit 50 erzielten Toren – ein Wert, mit dem in dieser Liga niemand Erster wird. Erster wurde man trotzdem, weil Miron Muslić‘ Mannschaft nur 31 Gegentreffer zuließ. Herbstmeister mit zehn Gegentoren in der Hinrunde, danach ein Frühjahr voller knapper Ergebnisse.
Das Modell ist für einen Aufsteiger kein Nachteil, im Gegenteil. Nur ist der Kader gerade das Gegenteil von stabil. 35 Profis standen im Sommer unter Vertrag, bis zu neun sollten gehen, gleichzeitig verdoppelt sich der Etat: Von rund 22 Millionen Euro soll er dank zusätzlicher TV-Einnahmen auf bis zu 40 Millionen steigen – Geld, das laut Bild nahezu vollständig in die Mannschaft fließt.
Die Frage ist also nicht, ob Schalkes Spielidee erstligatauglich ist. Die Frage ist, ob eine in zehn Wochen umgebaute Mannschaft sie noch beherrscht.
Spiesen-Elversberg hat knapp 10.000 Einwohner. Die Ursapharm-Arena fasst etwa genauso viele Zuschauer. Die DFL schreibt für die Bundesliga mindestens 15.000 Plätze vor.
Der Verein spielt deshalb auf einer befristeten Ausnahmegenehmigung, die bis zum Frühjahr 2027 gilt. Bis dahin muss die neue Nordtribüne stehen – mit ihr wächst die Kapazität auf rund 15.500 Plätze, inklusive etwa 1.500 Gästeplätzen. Parallel entstehen ein zweiter Parkplatz und ein Park-&-Ride-System mit Shuttlebussen; einen eigenen Bahnhof hat der Ort nicht.
Sportlich ist das keine Eintagsfliege. Vor einem Jahr scheiterte Elversberg in der Relegation an Heidenheim, diesmal reichte am letzten Spieltag ein 3:0 gegen Münster. Selbst der Verlust von Aufstiegstrainer Horst Steffen an Werder hat das Konstrukt nicht beschädigt – unter Vincent Wagner lief es weiter. Was in dieser Saison auf dem Spiel steht, wird trotzdem in Beton gegossen, nicht auf dem Platz entschieden.
Und dann Paderborn, in der Aufstiegserzählung dieses Sommers meist eine Fußnote. Dabei war der Weg der Ostwestfalen der härteste: 62 Punkte in der Liga, danach 0:0 in Wolfsburg und ein 2:1 nach Verlängerung im Rückspiel. Filip Bilbija traf in der 39. Minute, Laurin Curda in der 100.
Es war der erste Relegationssieg eines Zweitligisten seit Union Berlin 2019. Für Wolfsburg bedeutete er den ersten Abstieg seit dem Aufstieg 1997. Für Paderborn den dritten Bundesliga-Aufstieg nach 2014 und 2019 – und eine Erwartungshaltung nahe null, was in dieser Liga eher Vorteil als Makel ist. Sportgeschäftsführer Sebastian Lange formulierte den Anspruch nüchtern: „Wir werden immer ein Endspiel haben, Spieltag für Spieltag.“
Schalke hat Geld und wenig Zeit. Paderborn hat Ruhe und wenig Substanz. Elversberg hat ein funktionierendes Team und ein Stadion, das die Liga formal noch gar nicht zulässt. Drei Aufsteiger, drei Fristen, und nur eine davon endet am ersten Spieltag.
Aufstiege werden im Mai gefeiert. Bezahlt werden sie im Winter.
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