Schwache erste Halbzeit beim FC Bayern: Problem oder bewusstes Kalkül? | OneFootball

Schwache erste Halbzeit beim FC Bayern: Problem oder bewusstes Kalkül? | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: FCBinside.de

FCBinside.de

·22. Januar 2026

Schwache erste Halbzeit beim FC Bayern: Problem oder bewusstes Kalkül?

Artikelbild:Schwache erste Halbzeit beim FC Bayern: Problem oder bewusstes Kalkül?

Aktuellen Spielen des FC Bayern ist ein Muster kaum abzusprechen. Die Münchner wirken in vielen Partien zunächst kontrolliert, aber nicht zwingend, teilweise sogar gehemmt. Erst nach der Pause oder ab der Schlussphase zieht der Rekordmeister spürbar an. Ein Phänomen, das auch im Sky-Podcast „Mia san vier“ intensiv diskutiert wurde – und das mehr Ursachen hat, als es auf den ersten Blick scheint.

Sky-Reporter Kerry Hau sieht die Gründe für die häufig zähen Anfangsphasen nicht allein im Kopf der Spieler, sondern vor allem in den äußeren Umständen. Die enorme Belastung durch den eng getakteten Spielplan spiele dabei eine zentrale Rolle. „Du kannst auch nicht erwarten, dass die Bayern in jedem Spiel 90 Minuten Gas geben und acht Tore schießen“, betont Hau und verweist auf die Vielzahl an Partien im Drei-Tage-Rhythmus.


OneFootball Videos


Hinzu kommt die Qualität der Gegner, die sich speziell gegen den FC Bayern besonders akribisch vorbereiten. „Das ist keine Thekenmannschaft“, sagt Hau mit Blick auf den 2:0-Arbeitssieg gegen Union Saint-Gilloise und unterstreicht, dass viele Teams defensiv hervorragend organisiert seien und gezielt darauf setzen, die Anfangsphase schadlos zu überstehen. Gerade in der Champions League sei es längst kein Selbstläufer mehr, früh Dominanz zu entwickeln.

Auch der spielerische Rhythmus spielt eine Rolle. Neue Automatismen, veränderte Rollenverteilungen und punktuelle Rotation sorgen dafür, dass sich Abläufe oft erst im Spiel entwickeln. „Manchmal musst du einen Gegner auch ein bisschen müde spielen, erst mal wieder Ballsicherheit holen“, erklärt Hau und verweist dabei explizit auf Spieler wie Joshua Kimmich, über die Ruhe und Struktur ins Spiel kommen.

Fitness ist da – der Unterschied kommt später

Artikelbild:Schwache erste Halbzeit beim FC Bayern: Problem oder bewusstes Kalkül?

Foto: IMAGO

Während Hau äußere Faktoren und Spielumstände betont, widerspricht sein Sky-Kollege Torben Hoffmann vor allem einem Argument entschieden: der körperlichen Verfassung. Für den Ex-Profi ist klar, dass es den Bayern nicht an Fitness mangelt. „Man sieht doch, dass wir ab der 60. Minute noch einen drauflegen können“, zitiert Hoffmann Mittelfeldmotor Joshua Kimmich und bringt damit einen zentralen Punkt auf den Tisch.

Gerade diese Fähigkeit, Spiele hinten raus zu dominieren, spricht laut Hoffmann eher für als gegen den aktuellen Zustand der Mannschaft. Die Bayern seien in der Lage, Intensität gezielt zu steuern, ohne früh ins Risiko zu gehen. Dass dies international nicht immer ratsam sei, schränkt Hoffmann jedoch ein. „Wenn Mannschaften auf Augenhöhe kommen, sollte man es vielleicht unterlassen, sich erst ins Spiel reinzugrooven“, warnt er mit Blick auf die K.-o.-Phase der Champions League.

Dennoch bleibt der Tenor gelassen. Weder Hau noch Hoffmann sehen akuten Handlungsbedarf. Vielmehr ordnen sie die schwächeren Anfangsphasen als Teil eines größeren Gesamtbildes ein. Gegner, Belastung, taktische Anpassungen und individuelle Klasse greifen oft erst mit zunehmender Spielzeit voll ineinander.

Am Ende zählt für den FC Bayern vor allem eines – die Resultate. Und die stimmen bislang. Die Fähigkeit, Spiele auch dann zu gewinnen, wenn nicht alles sofort funktioniert, könnte sich im Saisonverlauf sogar als entscheidender Vorteil erweisen. Denn wer weiß, wann genau der Moment kommt, in dem der Rekordmeister wieder einen Gang hochschaltet.

Impressum des Publishers ansehen