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·15. September 2026

Sechs Elfmeter, null Chance: Wird Atubolu zu Klopps neuer Nummer eins?

Artikelbild:Sechs Elfmeter, null Chance: Wird Atubolu zu Klopps neuer Nummer eins?

Sechs Elfmeter in Folge gehalten. SECHS. In der kompletten Bundesliga-Geschichte hat das noch niemand geschafft. Und ausgerechnet als Jürgen Klopp live zuschaute, baute Noah Atubolu seinen eigenen Wahnsinns-Rekord noch weiter aus. Ernsthaft, muss man nach so einer Vorstellung nicht automatisch über die neue DFB-Nummer eins nachdenken? 🧤🔥

Der Rekord, der einfach nicht aufhören will

Zur Einordnung, wie absurd diese Serie eigentlich ist: Vor Nadiem Amiri, der beim 3:1-Auswärtssieg der Eintracht in Mainz vom Punkt scheiterte, waren bereits Romano Schmid, André Silva, ein gewisser Florian Wirtz, Kevin Volland und Josip Juranović an Atubolu gescheitert. Sechs Elfmeter, sechs Paraden – zurückreichend bis Mai 2024. Der bisherige Bundesliga-Rekord lag bei vier gehaltenen Elfmetern in Serie, gehalten von gleich vier verschiedenen Torhütern (Leno, Rost, Butt, Zander). Atubolu hat diese Marke nicht einfach nur geknackt, er hat sie förmlich pulverisiert.


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Rückblick: Vom Patzer zum Elfmeter-Killer binnen einer Woche

Was die Geschichte noch besser macht: Nur eine Woche zuvor hatte sich Atubolu gegen Augsburg noch einen folgenschweren Patzer geleistet. Nach seinem turbulenten Wechsel-Sommer – eigentlich wollte er in die Premier League, landete aber erst am Deadline Day per Leihe bei Eintracht Frankfurt – stand die Eintracht nach zwei Spieltagen bei sieben Gegentoren und noch ohne Sieg da.

Und dann, prompt vor den Augen des neuen Bundestrainers: Rekord-Elfer gehalten, 3:1-Auswärtssieg im Rhein-Main-Derby, erster Saisonsieg. Klassisches Comeback-Timing.

Warum das mehr ist als nur Elfmeter-Glück

Klar, man könnte sagen: Elfmeter sind Glückssache, oder? Nicht bei diesem Mann. Mit sechs gehaltenen Bundesliga-Elfmetern in Folge hat Atubolu längst bewiesen, dass seine Spezialität vom Punkt kein Zufallsprodukt ist. Er selbst erklärt, dass dahinter durchaus System steckt: „Elfmeter sind ein riesiges mentales Spiel. Ich habe ein paar Tricks, die ich anwende, und die haben bisher gut funktioniert.“

Der Mann betreibt also aktiv Psychospiele gegen die Schützen – und die scheinen zu wirken. Dabei ist Atubolu alles andere als ein reiner Elfmeter-Spezialist: In der Saison 2024/25 blieb er 609 Minuten ohne Gegentor – Freiburg-Klubrekord. Mit 1,90 Metern Körpergröße und seiner starken Ballsicherheit gilt er zudem als einer der interessantesten jungen Torhüter Europas.

Die Konkurrenz um Neuers Erbe

Und genau deshalb ist die Frage nach der neuen DFB-Nummer eins gerade so brisant. Nach fast zwei Jahrzehnten Manuel Neuer ist die Torwartposition beim DFB komplett offen. Jürgen Klopp will seinen ersten Kader am 17. September bekanntgeben.

Neben Atubolu werden auch Oliver Baumann, Jonas Urbig, Alexander Nübel und selbst der inzwischen 34-jährige Marc-André ter Stegen gehandelt. Doch keiner von ihnen hat sich zuletzt mit einer derart spektakulären persönlichen Serie in den Vordergrund gespielt.

Atubolus bisherige internationale Bilanz: 22-facher U21-Nationalspieler, EM-Finalist 2025 mit der deutschen U21 und noch kein einziges A-Länderspiel. Nach diesem Auftritt dürfte sich zumindest Letzteres nicht mehr lange halten.

Sogar Nigeria hofft noch

Kurioses Detail am Rande: Über seinen Vater wäre Atubolu auch für Nigeria spielberechtigt. Der nigerianische Verband soll bereits 2020 Interesse an dem Torhüter gezeigt haben. Solange er kein Pflichtspiel für die deutsche A-Nationalmannschaft bestreitet, bleibt theoretisch ein kleines Türchen offen.

Nach seiner Vorstellung gegen Mainz dürfte dieses Türchen allerdings ziemlich schnell zufallen.

Was macht klopp?

Sechs Elfmeter in Serie, eine beeindruckende Grundstabilität und ein Bundestrainer, der live dabei zusah – mehr Bewerbungsschreiben für eine DFB-Nominierung kann man kaum liefern.

Ob Klopp direkt am Donnerstag den Sprung ins kalte Wasser wagt oder Atubolu erst behutsam heranführt, bleibt abzuwarten. Aber dass der 24-Jährige spätestens jetzt ganz oben auf der Liste der Torhüter-Kandidaten steht, dürfte nach diesem Wochenende niemand mehr ernsthaft bezweifeln.

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