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·15. September 2026

Shapourzadeh erklärt Brinkmann-Aus: "Überzeugung hat gefehlt"

Artikelbild:Shapourzadeh erklärt Brinkmann-Aus: "Überzeugung hat gefehlt"

Durchaus überraschend, vor allem im Hinblick auf den Zeitpunkt, hat sich der F.C. Hansa Rostock am Dienstag von Cheftrainer Daniel Brinkmann getrennt. Bei einer Pressekonferenz am Mittag erklärte Sportchef Amir Shapourzadeh die Gründe für das Aus und sprach über die Nachfolger-Suche.

"Saisonübergreifende Gegentorflut"

Er könne "nicht einfach zur Tagesordnung übergehen", hatte Shapourzadeh am Freitagabend unmittelbar nach der 0:4-Pleite bei Viktoria Köln gesagt und eine "schonungslose Analyse" angekündigt. Was folgte, waren "intensive Gespräche", wie der 43-Jährige am Dienstag nun berichtete. Am Ende habe der gemeinsame Entschluss gestanden, die Zusammenarbeit mit Brinkmann zu beenden. Shapourzadeh sprach von "keiner einfachen Entscheidung, weil es auch immer um Menschen geht". Jedoch habe letztlich "die Überzeugung gefehlt, die sportlichen Ziele in dieser Konstellation zu erreichen", sagte Shapourzadeh mit Blick auf den anvisierten Aufstieg. Gereift sei die Entscheidung am Montagabend.


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Die Führungsspieler seien nicht darin eingebunden gewesen, berichtete Rostocks Sportchef, der aber nah an der Mannschaft gewesen sei und zuletzt eine andere Stimmung wahrgenommen habe. Als einen wesentlichen Faktor für den Trainerwechsel führte der 43-Jährige eine "saisonübergreifende Gegentorflut" an. 29 Mal schlug es in den letzten zwölf Spielen ein, auch in den Testspielen trat die Kogge defensiv meist nicht souverän auf. "Eine Besserung hat aus unserer Sicht nicht stattgefunden, zudem ist ein Muster zu erkennen", so Shapourzadeh, der Brinkmann und dessen Co-Trainer Dirk Flock "nichts vorspielen" und daher auch nicht mehr die Länderspielpause abwarten wollte.

Darüber hinaus merkte er an, dass sich die Kogge auch in der Offensive oft schwer tue, zu Chancen zu kommen, und in einigen Spielen – darunter zuletzt bei Viktoria Köln – "wild" aufgetreten sei. Bedingt auch durch viele Positionswechsel. Schon vor einem Jahr wackelte Brinkmann nach einem verpatzten Saisonstart mit nur elf Punkten aus zehn Partien, blieb aber im Amt. "Die Situation ist jetzt eine andere als vor einem Jahr", meinte Shapourzadeh und verwies unter anderem auf ein verändertes Binnenverhältnis zwischen Mannschaft und Trainer. Wie die "Ostsee-Zeitung" zudem berichtet, soll es intern zu einem Konflikt gekommen sein. Demnach sollen die Verantwortlichen eine Grüppchenbildung innerhalb des Teams beklagt, Brinkmann dies heruntergespielt haben.

Nachfolger-Suche: "Wollen uns nicht drängen lassen"

Wer die Nachfolge des gebürtigen Ostwestfalen antreten wird, ist noch offen. "Ich habe schon öfters gesagt, dass wir in diesem Trainermarkt drin sind und uns viel austauschen. Jetzt werden wir die Gespräche mit potenziellen Kandidaten intensivieren", hielt sich Shapourzadeh bedeckt. Gehandelt werden derzeit vor allem André Breitenreiter, Markus Fiedler und Jakob Fimpel. Einige Fans wünschen sich die Rückkehr von Steffen Baumgart, allerdings wird der frühere Hansa-Spieler derzeit mit Borussia Mönchengladbach in Verbindung gebracht. Ob Hansa womöglich eine Ablöse für einen neuen Trainer auf den Tisch legen wird, ließ Rostocks Sportchef ebenso offen wie die Frage, ob der neue Coach womöglich noch vor dem Auswärtsspiel in Essen (Sonntag) vorgestellt wird. "Wir wollen uns nicht drängen lassen, um den passenden Kandidaten zu finden."

Beim Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II am Mittwochabend wird Co-Trainer Yannic Thiel als Interimscoach an der Seitenlinie stehen. Dieser leitete am Dienstagvormittag zusammen mit Adam Susac bereits das Training. Nach seinem Eindruck habe es einige Spieler gegeben, die sich mit der Entscheidung der Trainer-Entlassung beschäftigt hätten. "Jeder geht damit aber unterschiedlich um. Wir haben morgen ein Heimspiel und wollen den Fokus darauf legen", so Thiel.

Thiel will nicht "aller über den Haufen werfen"

Der 36-Jährige kündigt an, nicht alles über den Haufen werfen" zu wollen. Zumal der Matchplan schon zu "70 bis 80 Prozent" stehe. Es gebe lediglich "ein paar Kleinigkeiten und Details, die wir für uns wichtig halten und anpassen werden". Welche das sind, verriet der Ex-Profi aber nicht. "Ich hoffe, dass wir am Ende alle zufrieden sind. Wir wollen die Dinge, die wir in Köln richtig schlecht gemacht haben, deutlich besser machen." Dennoch gehe es nicht darum, ein anderes Gesicht zeigen zu müssen, betonte Thiel. "Es geht mir darum, dass wir unser Gesicht wieder zeigen müssen. Wir sind zu mehr imstande und wollen über 90 Minuten einen souveränen Auftritt abliefern. Das haben wir bisher noch nicht geschafft."

Weiterhin ausfallen werden Yannic Stein (Knieverletzung) und Paul Stock (Aufbautraining nach Muskelbündelriss), auch Emil Holten (Adduktorenprobleme) steht weiterhin nicht zur Verfügung, konnte das Training am Dienstag aber vollständig mittrainieren. Ob im ersten Spiel nach Brinkmann dann der erste Heimsieg der Saison gelingt, wird sich am Mittwochabend zeigen.

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