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·10. Januar 2026

So kam es zum Ende des Transferstreits um Okpala

Artikelbild:So kam es zum Ende des Transferstreits um Okpala

Nach tagelanger Ungewissheit stieg am Samstagnachmittag weißer Rauch auf: Der Transferstreit zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem SC Paderborn ist beendet, beide Vereine haben eine "einvernehmliche Lösung" gefunden, heißt es. Wie es dazu kam.

Paderborn hatte wohl ein Ultimatum gesetzt

Einen Topspieler zu verlieren ist das eine. Dann aber womöglich trotz eines laufenden Vertrages nichtmal eine Ablöse zu kassieren, das andere. Doch genau das drohte den Buwe, nachdem Okpala seinen Vertrag bei den Mannheimern fristlos gekündigt hatte. Es soll die Reaktion auf nicht erfüllte vertragliche Verpflichtungen des Waldhof gewesen sein. Wie ein Arbeitsgericht den Vorgang bewertet hätte, bleibt zwar spekulativ. Vieles deutet aber darauf hin, dass juristisch alles korrekt verlaufen war. Entsprechend hätten die Buwe keinen Cent gesehen, wenn ein Arbeitsgericht die fristlose Kündigung für wirksam erklärt hätte. Der Druck auf die Verantwortlichen um Sport-Geschäftsführer Gerhard Zuber war somit hoch.


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Hinzu kommt, dass der SC Paderborn dem SVW nach Angaben des "Mannheimer Morgen" ein Ultimatum bis Samstag um 10 Uhr gesetzt hatte. Vermutlich auch deswegen, um das Restrisiko zu vermeiden, dass Okpala keine Spielgenehmigung erhalten könnte. Zumal ein Verfahren vor dem Arbeitsgericht wohl erst in einigen Wochen terminiert worden wäre. Angesichts der ungünstigen rechtlichen Ausgangslage lenkte der SV Waldhof schließlich ein und nahm das Transferangebot der Paderborner an. Im Ergebnis erhält der Klub laut der Zeitung die im Vertrag des 21-Jährigen festgeschriebene Ablösesumme von rund 550.000 Euro. Ein ursprünglich vom SVW angedachter Schlichtungstermin beim Deutschen Fußball-Bund wird damit nicht mehr stattfinden.

Bereits am Freitagabend soll Waldhofs Co-Geschäftsführer Marco Popiuk, der sich zu diesem Zeitpunkt im Trainingslager in der Türkei aufhielt, den Transfervertrag mit dem SCP unterzeichnet haben. Anschließend wurde auch die Auflösung des Arbeitsverhältnisses zwischen Okpala und dem SV Waldhof formal vollzogen, ehe beide Vereine am Samstag an die Öffentlichkeit gingen. Zuvor soll Okpala seine Kündigung zurückgenommen haben, heißt es.

Streit um Auslegung der Ausstiegsklausel

Im Mittelpunkt des Transfers hatte zuletzt ein Streit über die Auslegung der Ausstiegsklausel gestanden. Der SV Waldhof soll damit argumentiert haben, dass diese im Winter nicht greife. Dem widersprach Okpalas Berater Markus Peter öffentlich und verwies darauf, dass die Klausel nicht nur eindeutig formuliert, sondern auch während der Vertragsverhandlungen mehrfach bestätigt worden sei. Dem "Mannheimer Morgen" zufolge sollen sogar schriftliche Bestätigungen der damaligen Beteiligten vorgelegen haben, was die Position der Mannheimer, die offenbar darauf gehofft hatten, Okpala für einen Millionen-Betrag zu verkaufen, weiter schwächte.

Auch die juristischen Berater des SC Paderborn sahen nach Prüfung der Verträge keine Grundlage, vom Transfer abzurücken. Ein vorgeschlagenes persönliches Treffen beider Klubs im Trainingslager in der Türkei soll der Zweitligist mit Verweis "auf die nicht zu verhandelnden Inhalte" abgelehnt haben. Letztlich fanden beide Klubs eine "einvernehmliche Lösung", sodass Okpala ab sofort für die Paderborner spielberechtigt ist. Bezeichnend ist allerdings, wie knapp die Mitteilung der Buwe zum Transfer ausfällt. Ein Wort des Danks oder wenigstens die sonst üblichen guten Wünsche für die Zukunft sucht man in den drei Sätzen vergeblich. Im Guten gehen beide Seiten augenscheinlich nicht auseinander, aber immerhin bleibt dem SVW der Worst-Case erspart.

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