Tom Bischof: „Ich habe die lange Pause als Chance gesehen“ | OneFootball

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·10. August 2026

Tom Bischof: „Ich habe die lange Pause als Chance gesehen“

Artikelbild:Tom Bischof: „Ich habe die lange Pause als Chance gesehen“

Der Sommer hätte für Tom Bischof auch ganz entspannt werden können: ein bisschen Meer, ein bisschen Sonne, Abstand vom Profi-Alltag. Stattdessen entscheidet sich der 21-Jährige bewusst für Extraschichten, im Kraftraum und auf dem Platz. Er kam als einer der wenigen Bayern-Profis ohne Turnier in die komplette Vorbereitung, übernimmt gleich Verantwortung und schnappt sich mit der Acht eine der bedeutendsten Rückennummern im Club. Ein Gespräch darüber, wie bewusst ein junger Spieler seine Chance nutzt – und was die Acht über seinen Anspruch verrät.

Tom, Hand aufs Herz: Hast du im Urlaub vom Fußball abgeschaltet – oder doch die eine oder andere WM-Nachtschicht gemacht? Tom Bischof: „Ich mag es auch mal, keinen Fußball zu schauen. Aber ganz ohne Fernseher ging natürlich nicht – ein paar WM-Spiele waren dabei. Trotzdem konnte ich gut abschalten: Erst war ich mit Freunden unterwegs, dann habe ich viel Zeit mit meiner Familie und meiner Freundin verbracht. Die letzten zwei, drei Wochen habe ich sehr intensiv trainiert.“


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Du bestreitest als einer der wenigen die ganze Vorbereitung. Hattest du schon im Urlaub im Kopf: Das ist meine Chance? „Ja, klar. Ich habe die lange Pause als Chance gesehen. Ich hatte einen klar abgestimmten Plan mit den Athletiktrainern des FC Bayern und arbeite zusätzlich mit einem Personal Coach – mir war wichtig, dass alle genau wissen, wer was macht.“

Früher hieß Vorbereitung: Dauerläufe und Medizinbälle, heute ist alles wissenschaftlich durchgetaktet. Sag ehrlich: zum Glück? „Ich musste mich im Urlaub schon ein paarmal quälen. Es war intensiv, aber eben nicht einfach nur hart, sondern auch wissenschaftlich gesteuert. Man braucht eine Mischung aus beidem. Sich mal zu quälen und den Schweinehund zu überwinden, tut gut.“

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Du hast die Acht von Leon Goretzka übernommen – was bedeutet dir das? „Als Kind träumt man von der Zehn. Die wollte ich früher auch immer. Jetzt spiele ich defensiver, da passt die Acht. Ich habe aus Respekt vor Leon lange gewartet – und dann zuerst mit Aleks Pavlović gesprochen. Er ist länger hier und ein Freund von mir. Aber Pavlo bleibt bei seiner Nummer. Also habe ich gefragt, und mir wurde früh signalisiert, dass ich sie gerne haben darf.“

Die Acht hat Gewicht. Ist sie für dich Ansporn oder auch ein Rucksack? „Wenn man bei Bayern spielt, steht man grundsätzlich im Fokus – egal, welche Rückennummer man trägt. Trotzdem haben Rückennummern ja eine Bedeutung für die meisten. Es ist ein besonderes Gefühl, so eine bedeutende Nummer zu tragen. Ich mag sie einfach. Sie passt zu mir. Und ich weiß es zu schätzen, dass sie mir anvertraut wurde. Jetzt möchte ich den nächsten Schritt machen, ich traue mir diese Rolle definitiv zu. Daher: Ansporn! Ich habe Bock auf die Acht und werde das Trikot mit Stolz tragen.“

Mit Ismael Saibari und Nathaniel Brown stoßen zwei Neue dazu. Was hast du von den beiden bei der WM gesehen? „Von Nene halte ich sehr viel, er passt perfekt in unser System. Ich habe selbst erlebt, wie wichtig ein Linksverteidiger ist, der oft ins Zentrum einrückt und sich am Offensivspiel beteiligt. Er hat eine gute Technik, ein gutes Passspiel und kann zudem stark verteidigen. Und Saibari hat eine überragende WM gespielt. Aber auch schon vorher hat man gesehen, was für ein Spielverständnis er hat. Er ist flexibel einsetzbar und wird uns weiterhelfen.“

Der August hat es gleich in sich: Supercup gegen den BVB, Ligastart gegen Stuttgart. Lieber sofort mitten im Geschehen oder eher locker reinstarten? „Gemütlich wird es bei uns sowieso nicht, dafür sorgt der Trainer schon. Deshalb ist es gut, dass es direkt losgeht. Ich glaube, jeder Spieler hat lieber Spiele, als ständig nur zu trainieren. Und dass es gleich gegen Dortmund und Stuttgart geht? Finde ich gut! Wir werden bereit sein.“

Im August sind in Bayern Sommerferien. Wohin ging es für Familie Bischof früher in den Urlaub? „Ganz früher sind wir mit zwei anderen Familien nach Kroatien gefahren. Wir haben uns dort gemeinsam ein Haus genommen. Das war eine richtig schöne Zeit mit tollen Erinnerungen. Später wurde es immer schwieriger, weil der Fußball früh im Vordergrund stand und wir in dieser Zeit meistens gar nicht mehr freihatten.“

Am 12. August gibt es auch noch eine partielle Sonnenfinsternis. Schaust du dir so etwas an? „Ja, grundsätzlich schon – auch wenn ich danach wahrscheinlich nicht ganz so gut schlafe, das war früher schon so.“

Das Interview erschien im Mitgliedermagazin 51:

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