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·9. März 2026
Treffsicher und konstant: Wie sich Undav ins WM-Schaufenster schießt

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·9. März 2026

Nach der Gefühlsachterbahn wollte Deniz Undav ausnahmsweise mal seine Ruhe haben. „Heute mal nicht“, rief der Stürmer den wartenden Journalisten mit seinem fast schon patentierten, coolen Lächeln entgegen und lief mit einem Lunchpaket ausgerüstet zum Mannschaftsbus. Die wichtigsten Antworten hatte der Nationalspieler mit WM-Ambitionen ohnehin auf dem Platz gegeben.
Beim ereignisreichen 2:2 (0:1) beim FSV Mainz 05 stellte sich Undav weiter ins Schaufenster. Seine Bewerbung in Richtung Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte der Nationalspieler, der das Herz auf der Zunge trägt, unter der Woche schon mit Nachdruck abgegeben.
Es sei „schade“, dass er sich „immer rechtfertigen“ müsse, hatte Undav gesagt. Er bringe ja gute Leistungen: „Ich habe die meisten Tore, ich bin zweiter Platz international, was Scorer angeht. Wenn es nach mir geht, bin ich dabei.“
In Mainz legte Undav eindrucksvoll nach, avancierte von Beginn an zu einem der Hauptdarsteller. Erst bereitete er den Ausgleich von Ermedin Demirovic vor (76.), 60 Sekunden später lief er dann plötzlich völlig allein aufs Tor zu und schob mit kühlem Kopf zur zwischenzeitlichen Führung ein. Schon in der ersten Halbzeit fiel er durch hohes Engagement auf.
Trainer Sebastian Hoeneß und Sportvorstand Fabian Wohlgemuth steuerten ihren Teil zur Bewerbungsmappe bei. „Deniz macht das, was er seit Wochen macht: Tore und Vorlagen“, sagte Hoeneß bei Sky. Undav sei „ein Stürmer, der aus dem Nichts eine Gefahr darstellt und von einer Sekunde auf die andere Einfluss aufs Spiel nehmen“ könne. „Er ist derzeit der Stürmer mit der besten Statistik. Er wäre eine gute Wahl und meine Wahl wäre klar“, ergänzte Wohlgemuth.
Auch wenn es wegen Treffern von Jae-sung Lee (39.) und Danny da Costa (90.+1) nicht zum Sieg reichte, untermauerte Undav seine WM-Ambitionen. Hoeneß hatte betont, der „komplette Stürmer“ Undav könne als Neuner, hängende Spitze oder Zehner“ spielen. In Mainz agierte er als Zehner hinter Demirovic, suchte aber oft den Weg in die Tiefe, unter anderem erfolgreich bei seinem Tor.
Nagelsmann hatte zuletzt gesagt, er wolle auf möglichst viele verschiedene Spielertypen in seinem Kader zurückgreifen können. Undavs Chancen zumindest auf eine Berufung ins erste Länderspiel-Aufgebot des Jahres am 19. März dürften sich durch seinen Auftritt weiter verbessert haben.
Und vielleicht hat der sympathische Stürmer dann bald auch wieder mehr Lust zu reden.
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